Jäger und Sammler

Picasa verwaltet nicht nur Bilder von der eigenen Festplatte, sondern unterstützt Sie auch beim Import von anderen Medien. Die Anwendung überträgt unter anderem Fotos von CDs, DVDs, Speicherkarten und Kameras. Dazu klicken Sie links oben über dem Navigationsbereich auf die Schaltfläche Import. Auf dem gleichnamigen neuen Reiter wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Select Device das gewünschte Gerät oder Verzeichnis aus. Eingehängte CDs und DVDs tauchen in dieser Liste genauso auf wie angeschlossene Digitalkameras.

Picasa kommuniziert wahlweise über USB Mass Storage oder über PTP mit den angeschlossenen Kameras, die in der Regel kurz nach dem Einstöpseln im Picasa-Menü zur Verfügung stehen. Gnome-Anwendern kommt eventuell das virtuelle Dateisystem gvfs in die Quere, das seit Gnome 2.22 den Zugriff auf Dateien mit verschiedenen Protokollen ermöglicht. Der Kasten Picasa und Gnome zeigt Lösungsmöglichkeiten.

Um alle Grafikdateien des Datenträgers auf die Festplatte zu transportieren, wählen Sie Import All. Ausgewählte Bilder importieren Sie mit Import Selected. Tipp: Um mehrere Bilder auszuwählen, halten Sie [Strg] gedrückt und klicken mit der Maus die gewünschten Bilder an. Die in der Voreinstellung aktivierte Checkbox Exclude Duplicates bewirkt, dass keine Duplikate auf die Platte wandern – bereits importierte Dateien markiert Picasa dann mit einem roten Kreuz.

Im folgenden Dialog definieren Sie einen Speicherort und optional Zusatzinformationen, wie das Datum, den Ort (Place Taken) und eine Beschreibung (Description). Im unteren Bereich stehen für Geräte ohne Schreibschutz mehrere Checkboxen zur Wahl: Do nothing belässt die Bilder auf dem Medium (Voreinstellung), Safe delete löscht nur bereits importierte Dateien, und Wipe the card löscht alle Fotos auf dem Gerät.

Picasa und Gnome

Wenn Sie unter Gnome eine Digitalkamera anschließen, öffnet sich nach kurzer Zeit ein Dialog, der nachfragt, was Sie als Nächstes tun möchten. In der Voreinstellung bietet die Desktopumgebung an, das Grafikprogramm F-Spot zu starten. Alternativ können Sie die Aktion abbrechen oder das Gerät aushängen. Damit Picasa die Kamera erkennt, klicken Sie auf Aushängen.

Haben Sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt über die Checkbox Immer diese Aktion ausführen festgelegt, wie Gnome mit Digitalkameras verfahren soll, öffnen Sie im Dateimanager Nautilus den Konfigurationsdialog über Bearbeiten / Einstellungen. Dort wechseln Sie zum Reiter Datenträger. Wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Fotos die Voreinstellung Nachfragen aus, um künftig beim Einstecken der Kamera wieder selbst zu entscheiden.

Alternativ spielen Sie bei eingehängter Kameras die Bilder mit Picasas Importwerkzeug ein. In der Voreinstellung hängt die Desktopumgebung das Gerät jedoch in das versteckte Verzeichnis ~/.gvfs im eigenen Home-Verzeichnis ein. Da Picasa versteckte Dateien und Ordner ignoriert, erzeugen Sie eine symbolische Verknüpfung auf dieses Verzeichnis, der Sie einen anderen, nicht versteckten Namen geben – also einen Namen, der nicht mit einem Punkt beginnt. Am schnellsten geht das auf der Kommandozeile. Öffnen Sie dazu ein Terminal (Anwendungen / Zubehör) und geben Sie den folgenden Befehl ein:

ln -s ~/.gvfs ~/kamera

Den Import erledigen Sie wie beschrieben, wählen aber aus dem Auswahlmenü Select Device den Eintrag Folder und navigieren danach im Dateibrowser zur angelegten symbolischen Verknüpfung.

Ins rechte Licht gerückt

Mit Picasa präsentieren Sie Ihre Schnappschüsse in ansprechenden Diavorführungen. In der rechten Fensterhälfte sehen Sie unter jedem Ordner- oder Albumnamen einen Button namens Play, über den Sie die Vorstellung beginnen. Das Programm schaltet sofort in den Vollbildmodus und zeigt das erste Bild an. Bewegen Sie die Maus an den unteren Fensterrand, erscheinen die Einstellungen der Diaschau.

Mit dem Button Exit ganz links brechen Sie die Präsentation ab. Daneben befindet sich ein Schieberegler, mit dem Sie die Bildgröße verändern. Bewegen Sie den Regler nach rechts, zoomen Sie in das Foto hinein. Am rechten unteren Rand erscheint dann eine Vorschau, in der Sie mit der Maus einen Bildausschnitt wählen (Abbildung 4). Über die beiden Pfeile drehen Sie das Bild rechts oder links herum, daneben befinden sich Buttons, mit denen Sie manuell durch die Fotos blättern können.

Über das Ausklappmenü stellen Sie die Effekte für den Bilderwechsel ein. Wie lange Picasa ein Bild jeweils zeigt, legen Sie über die Plus- und Minuszeichen unter Display fest. Ein Klick auf den Play-Knopf startet schließlich die Vorführung.

In der aktuellen Betaversion ist es nicht möglich, Audiodateien in die Diavorführungen einzubinden. Das Problem ist den Entwicklern bekannt; es taucht in der Liste der Known Issues ("bekannte Probleme") im Downloadbereich [3] auf. Wer die Bilder vom letzten Urlaub also mit stimmungsvoller Musik untermalen möchte, sollte dies in einem separat laufenden Audioplayer tun.

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