RawTherapee: Verwaltung

Während Picasa ausgewählte Ordner selbständig indiziert, gilt es mit RawTherapee, den Ordner mit den gewünschten Bildern manuell anzusteuern und zu öffnen. Die enthaltenen Fotos erscheinen danach als Thumbnails in einem kleinen Vorschaufenster. Das dauert speziell beim ersten Einlesen aber wesentlich länger als bei Picasa. Beim erneuten Öffnen ruft das Programm die Vorschaubilder aus dem Cache auf, was deutlich schneller vonstatten geht. Von den 68 getesteten RAW-Dateien unterschiedlicher Hersteller und Modelle erkannte das Programm 66. Die Größe der Miniaturansichten stellen Sie über Klicks auf die Lupensymbole in der Bedienleiste darüber ein. Ärgerlich und zuweilen zeitraubend ist, dass das Programm keine Unterordner berücksichtigt, sondern nur die Bilder anzeigt, die sich im jeweiligen Verzeichnis befinden. Als überaus nützlich erweist sich hingegen das Bewertungssystem, das es Ihnen bereits bei der ersten Durchsicht ermöglicht, gute Bilder zu markieren. Klicken Sie danach auf einen der fünf Sterne über dem Vorschaufenster, blendet das Programm alle anders oder unbewerteten aus. Allerdings fehlt eine Funktion, die z. B. alle Bilder mit mindestens drei Sternen anzeigt. Klicken Sie auf den Button Einstellungen, öffnet sich ein Filterdialog, in dem Sie die Anzeige von Bildern z. B. auf eine bestimmte verwendete Kamera oder einen ISO-Wert eingrenzen. Bei allen Filtern gilt die gleiche Einschränkung wie bei der Darstellung: Das Programm berücksichtigt lediglich im Verzeichnis liegende Aufnahmen.

Über den Reiter Metadata oben rechts im Fenster erreichen Sie die Ansicht der im Bild enthaltenen EXIF-Daten. Hier gibt sich RawTherapee sehr gesprächig und zeigt ausnahmslos alle Zusatzinformationen an, die das Bild enthält. Der Reiter IPTC führt Sie zum Metadateneditor, in dem Sie das Bild mit Zusatzinformationen versehen können. Das Programm stellt dafür deutlich mehr Felder als Picasa zur Verfügung und lässt damit die Eingabe einer umfassenden Beschreibung zu. Was RawTherapee allerdings fehlt, ist eine Suchfunktion, die es erlauben würde, Bilder anhand der eingegebenen Zusatzinformationen aufzuspüren. Ebenfalls verzichtet das Programm auf eine Möglichkeit, mehrere Bilder auf einmal mit einer Beschreibung zu versehen, womit das Verschlagworten gerade bei größeren Bildbeständen zu einer sehr mühseligen Angelegenheit wird.

RawTherapee: Bearbeitung

Seine eigentlichen Stärken spielt RawTherapee aber beim Bearbeiten von Bildern aus. Hier stellt es, gut sortiert, eine Fülle von Funktionen zur Verfügung. Diese erreichen Sie, nach Themen sortiert, in der rechten Spalte neben dem Hauptfenster. Um die Helligkeit abzugleichen, bietet das Programm neben den Standards wie Helligkeit und Kontrast die Kompression von Helligkeitswerten im Bild. Damit erreichen Sie das Angleichen zu heller oder zu dunkler Partien im Bild, ohne andere Bereiche zu beeinflussen. Beinahe obligatorisch gehört die Luminanzkurve zur Ausstattung. Sie ermöglicht es, ähnlich einem Audio-Equalizer, über das komplette Helligkeitsspektrum bestimmte Bereiche anzuheben oder abzusenken.

Für den Weißabgleich steht neben den Optionen Kamera und Automatisch auch Benutzerdefiniert zur Verfügung. Ist das aktiviert, wählen Sie mit der Pinzette einen weißen oder grauen Bildbereich aus und klicken darauf. Die Schieberegler darunter erlauben den Feinabgleich. Der Kanal-Mixer ermöglicht es, jeden Farbkanal separat anzupassen, und unterteilt jeden davon noch einmal in drei Farben. Gegen flaue Bilder hilft die Farbverstärkung, mit der Sie die Sättigung erhöhen.

Gerade Kompaktkameras neigen bei schlechten Lichtverhältnissen zu erhöhtem Bildrauschen. Diesem begegnet RawTherapee mit einem funktionsreichen Rauschfilter. Doch sollten Sie damit vorsichtig umgehen, da es andernfalls zu aquarellartigen Verzeichnungen des Bilds kommt. Auch zum nachträglichen Schärfen bringt das Programm das passende Modul mit, welches das von Picasa gemessen an den Einstellmöglichkeiten bei Weitem übertrifft. Selbst in der Profiklasse nicht selbstverständlich sind Werkzeuge zur nachträglichen Korrektur von Objektivfehlern. So gleicht das Programm sowohl Verzerrungen, die vornehmlich bei Weitwinkelaufnahmen auftreten, aus und korrigiert so genannte chromatische Aberrationen: Dabei handelt es sich um meist blaue Farbsäume an kontrastreichen Kanten.

Ähnlich wie Picasa verfügt RawTherapee über einen Schieberegler, um ein Bild auszurichten. Allerdings erlaubt das Programm auch die freie Eingabe des Winkels und stellt darüber hinaus als Hilfsmittel eine Leitlinie zur Verfügung, an der sich das Bild nach dem Ziehen automatisch ausrichtet. Zum Wählen des Bildausschnitts bietet das Programm neben der freien Eingabe einige vorgegebene Formate wie 16:9 an. Um den Ausschnitt im Bild zu verschieben, wählen Sie zunächst das Hand-Werkzeug, drücken [Umschalt] und ziehen den Ausschnitt bei gedrückter Maustaste an die gewünschte Position. Als Orientierungspunkte dienen verschiedene Masken, etwa Goldener Schnitt oder Harmonischer Schnitt.

Als sehr praktisch erweist sich die History (Abfolge der Änderungen): Sie protokolliert sämtliche Bearbeitungsschritte und lässt Sie zu einem beliebigen wechseln. Als Ausgabeformate bietet das Programm neben dem obligatorischen JPEG auch TIFF und PNG an.

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