Picasa: Bildverwaltung

Entsprechend seiner Ausrichtung bietet das Programm eine Vielzahl von Funktionen, um große Bildbestände übersichtlich zu verwalten. In der Grundeinstellung durchsucht Picasa die Ordner des Home-Verzeichnisses. Um neue hinzuzufügen, rufen Sie den Menüpunkt File / Add folder to Picasa auf. Dann öffnet sich ein neues Fenster, das die Verzeichnisstruktur des Rechners anzeigt. Alle mit einem Kreuz markierten Ordner ignoriert die Software, die mit dem grünen Haken durchsucht sie nur einmal. Verzeichnisse mit dem Augensymbol überwacht Picasa laufend auf Veränderungen.

Um die Bilder einer angeschlossenen Kamera oder SD-Karte zu importieren, klicken Sie auf den Button Import. Ein Klick auf Select Device öffnet eine Liste der angeschlossenen Geräte, aus der Sie das gewünschte auswählen. Im nächsten Schritt zeigt das Fenster alle auf dem Speichermedium enthaltenen Bilder und lässt Sie auswählen, welche es importieren soll. Nach dem Bestätigen der Auswahl mit Import selected oder Import all erscheint ein neues Fenster, in dem Sie neben dem Speicherort eine Beschreibung der Bilder eingeben.

Der Import von RAW-Dateien geht zügig und ohne Komplikationen vonstatten. Picasa erkannte im Test 64 von 68 Formaten der verschiedenen Hersteller und ist damit das Schlusslicht im Testfeld. Der Import des generischen DNG-Formats bereitete keinerlei Probleme.

Bereits beim Import erzeugt die Software Vorschauansichten der Fotos, die Sie im Hauptfenster sehen. Picasa überrascht dabei mit ihrer sehr hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit. Befindet sich das Bild auf der lokalen Festplatte, dauert der Import in den meisten Fällen weniger als eine Sekunde. Das Programm bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Bilder zu sortieren, z. B. nach Aufnahmedatum, Größe oder Name.

Picasa: Bildbearbeitung

Ein Doppelklick auf das gewünschte Bild öffnet es im Bearbeitungsmodus. Dieser stellt jedoch vergleichsweise wenig Funktionen zur Verfügung. So können Sie damit zwar Helligkeit und Farbtemperatur anpassen, Werkzeuge zum Korrigieren von Objektivverzerrungen oder Farbsäumen in kontrastreichen Aufnahmen fehlen jedoch. Schmerzlich vermisst haben wir auch eine Funktion, die das Bildrauschen reduziert. Sehr gut gefiel uns hingegen das Anpassen des Bildausschnitts (Crop). Hier bietet die Software eine Reihe vorgegebener Formate wie 4:3, A4 oder 9x13 (Abbildung 2).

Um den Ausschnitt zu vergrößern oder zu verkleinern, fassen Sie den Rahmen mit der Maustaste an, halten sie gedrückt und ziehen. Zum Verschieben des Ausschnitts bewegen Sie den Mauszeiger in den Rahmen und ziehen ihn bei gedrückter Maustaste an die gewünschte Position. Auch besitzt das Programm eine Funktion zum Ausrichten des Horizonts (Straighten). Über einen Schieberegler richtet es das Bild in beide Richtungen um maximal zehn Grad aus. Fortschrittliche Funktionen, etwa das Ausrichten an einer gezogenen Linie, wie sie RawTherapee bietet, fehlen allerdings.

Sämtliche Anpassungen speichert Picasa zunächst in einer Textdatei namens Picasa.ini, die es im Verzeichnis, das auch das Bild enthält, speichert. Die Änderungen wendet die Software erst nach einem Klick auf den Button Save to Disk an, der über dem Ordner immer dann erscheint, wenn Sie eine Aufnahme darin geändert haben. In diesem Fall verschiebt die Software das Originalfoto ins Unterverzeichnis Originals und erstellt eine Kopie mit den neuen Einstellungen.

Um Abzüge der Bilder zu exportieren, wählen Sie zunächst die gewünschten an und klicken danach auf das Icon Export in der unteren Leiste. Picasa bietet als Zielformat jedoch lediglich JPEG an. Der Schieberegler neben Resize to: erlaubt Ihnen die Größenanpassung der Bilder von 320 bis 1600 Pixeln. Die Größe frei anzugeben, ist allerdings nicht möglich.

Beim Auslesen und Speichern von EXIF und IPTC-Metadaten zeigt Picasa deutliche Schwächen. Während es nur sehr wenige Informationen zu den Aufnahmeumständen des Bildes preisgibt, erlaubt es zur Verschlagwortung lediglich die Eingabe von Stichworten. Weiterführende Angaben sind nicht möglich.

Gerade bei umfangreicheren Bildkorrekturen erweist sich eine History-Funktion als außerordentlich nützlich. Zwar bietet Picasa eine solche an, allerdings erlaubt sie nur, die Bearbeitungsschritte in der Reihenfolge der Änderungen rückgängig zu machen. Eine Auflistung, wie sie beispielsweise RawTherapee bietet, fehlt.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...