Klein, aber Oho

Hugin liegt allen von EasyLinux unterstützten Distributionen bei. Alternativ finden Sie das Programm auf der Heft-DVD, von wo aus Sie es mit dem Paketmanager Ihrer Distribution einrichten. Zunächst gilt es, die Fotos von der Kamera auf die Platte zu kopieren. Das erledigen Sie, wie gewohnt, zum Beispiel mit Digikam. Exportieren Sie die Fotos danach aus der Datenbank Ihrer Bildverwaltung, so dass die echten .jpeg-Dateien direkt in Ihrem persönlichen Verzeichnis liegen. Nun sind Sie bereit zum Stitchen mit Hugin.

  1. Starten Sie Hugin mit der Eingabe von hugin im Schnellstartfenster ([Alt]+[F2]) oder Terminal. Es erscheint zunächst der Tipp des Tages – danach sehen Sie im Assistenten-Dialog den Punkt 1 namens Bilder laden (Abbildung 3).

    Abbildung 3: Nach dem Start von Hugin erscheint der Assistent, in dem Sie als ersten Schritt die Bilder auswählen, die Sie zusammenführen möchten.
  2. Klicken Sie auf Bilder laden und wählen Sie die Fotos aus, die Sie zusammenfügen möchten. Es ist hilfreich, die Bilder zuvor durchzunummerieren, beispielsweise foto-1.jpg, foto-2.jpg und so weiter. Dann können Sie alle Fotos auf einmal wählen, indem Sie das erste der Reihe markieren, [Shift] gedrückt halten und danach mit [Pfeil]+[nach]+[unten] alle gewünschten Bilder markieren. Klicken Sie abschließend auf Öffnen.
  3. Hugin meldet zunächst: Die Bilder sind mit 0 Kontrollpunkten verbunden. Sie machen hier zum ersten Mal mit einer Hugin-Funktion Bekanntschaft, welche die von Ihnen angegebenen Bilder miteinander vergleicht und versucht, Punkte zu finden, die auf beiden Fotos vorhanden sind. Genau diese Kontrollpunke verwendet das Programm später, um die Bilder zusammenzufügen. Weil Hugin die Bilder aber noch nicht analysiert hat, kennt es sie noch nicht. Sie ändern das mit einem Klick auf den Button Ausrichten.
  4. Das Programm analysiert nun die von Ihnen angegebenen Fotos. Je nach deren Größe und Anzahl kann dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen. Sobald das Programm fertig ist, zeigt es Ihnen ein Vorschaubild an. In diesem legen Sie weitere Eigenschaften des Stitchens fest (Abbildung 4).

    Abbildung 4: Die Vorschaufunktion von Hugin zeigt die gewählten Bilder – zunächst noch ohne Farbkorrektur und Zuschnitt.

Stitchen im Detail

Hugin zeigt Ihnen in der Schnellen Panoramavorschau zunächst, wie es einzelne Bilder generell zusammensetzen möchte. Eventuelle Farb- oder Helligkeitskorrekturen sind noch nicht durchgeführt. Der Projektionsmodus steht noch auf dem Standardwert, zugeschnitten ist das Bild in dieser Phase auch noch nicht. Das alles holen Sie im nächsten Schritt nach.

  1. Die beiden Schieberegler rechts neben sowie unter dem Bild dienen Ihnen zum Festlegen der Größe des Arbeitsbereiches. Je größer Sie diesen wählen, desto größer wird prinzipiell die Darstellung des Fotos. Verwenden Sie am Anfang eine Größe, in der Sie an allen Seiten des Bildes zumindest noch einen kleinen schwarzen Rand sehen.
  2. Bevor Sie irgendwelche Korrekturen vornehmen, entscheiden Sie sich zunächst für einen Projektionsmodus. Im Beispiel würde ein gradliniger Modus zum Beispiel dafür sorgen, dass am oberen Bildschirmrand eine relativ große Fläche des Bildes wegfällt. Experimentieren Sie ein wenig mit den verfügbaren Projektionsmodi, bis Sie eine für Ihr Bild passende gefunden haben gefunden haben. Der Projektionsmodus entscheidet darüber hinaus , aus welcher Perspektive Sie das gestitchte Bild anschließend sehen und in welcher Relation die Bilder zueinander stehen.
  3. Im Anschluß klicken Sie am oberen Bildschirmrand auf die Schaltfläche Photometrisch. Sie ist Hugins Farben-Wunder-Werkzeug: Es passt die Farben der Elemente auf dem Bild so an, das Sie zueinander passen. So verschwinden Unterschiede in der Belichtung zur Zeit der Aufnahme und es ergibt sich ein einigermaßen gleichfarbiges Bild, das Sie bei Bedarf anschließend mit einem Bildbearbeitungswerkzeug Ihrer Wahl nachbearbeiten.
  4. Nun geht es um das Festlegen des Bereiches, der später das tatsächliche Bild ausmacht. Dafür klicken Sie oben auf Beschnitt. Die Funktion hat eine etwas eigenartig anmutende Funktionsweise: Ist sie aktiviert, sehen Sie auf dem Bild für bestimmte Bereiche weiße Flächen; diese Markieren, welche der Seiten des Bilds Sie gerade verändern. Klicken Sie mit der Maus in die Mitte des Bildes kurz unter dem oberen Bildrand und ziehen Sie den Mauszeiger bei gedrückter Maustaste nach unten – so legen Sie den oberen Rand des Bildes fest. Alle anderen Seiten behandeln Sie identisch. Achten Sie darauf, dass Sie am Ende keine schwarzen Flächen mehr in Ihrem markieren Bereich sehen.
  5. Entspricht das Bild Ihren Vorstellungen, schließen Sie das Fenster der schnellen Panoramavorschau. Sie können es jederzeit durch einen Klick auf Ansicht / Panoramavorschau erneut öffnen.
  6. In Hugins Hauptfenster erscheint die Schaltfläche Erstellen des Panoramas jetzt nicht länger ausgegraut. Klicken Sie darauf, öffnet Hugin ein Dateiauswahlfenster, in dem Sie den Namen des fertigen Fotos angeben. Danach speichert das Programm das Panorama-Foto im .tif-Format unter dem von Ihnen angegebenen Namen. Auch dieser Vorgang kann, abhängig von der Leistungsfähigkeit Ihres Computers sowie der Größe und der Menge der verwendeten Bilder, einige Zeit in Anspruch nehmen.

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