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And it burns, burns, burns …

Nero 4 für Linux brennt CDs, DVDs und Blu-ray-Disks

01.12.2009
Zu jeder Linux-Distribution gehören Programme, mit denen Sie CDs und DVDs brennen können. Doch wenn Sie mehr wollen, schauen Sie meist in die Röhre. Nero 4 bietet Funktionen, die Sie bei anderen Brennprogrammen unter Linux vergeblich suchen. Wir verraten, ob sich der Kauf lohnt.

Unter Linux brennen Sie mit K3b Audio-CDs, Video-CDs, ISO-Abbilder und Filme auf DVD. Auch Gnomes Brasero bietet alle wichtigen Standardfunktionen, die Sie von einem Brennprogramm erwarten. Das kommerzielle Nero [1] für Linux, das es nun in einer neuen Version gibt, geht einen Schritt weiter und richtet sich an zwei Anwendergruppen: Es will Windows-Umsteigern ein Programm bieten, das diese vom Namen und von der Bedienung her kennen, und es soll Linux-Anwender ansprechen, die nach zusätzlichen Funktionen und Möglichkeiten suchen.

Die Update-Version von Nero 4 für Linux kostet im Onlineshop des Herstellers knapp 16 Euro, im ixsoft-Shop [2] hingegen nur 15 Euro. Wer Version 3 nicht besitzt, zahlt 20 Euro. Eine 30 Tage lauffähige Testversion gibt es gratis auf der Nero-Webseite [3], allerdings nur gegen Angabe einer E-Mail-Adresse. OpenSuse-Anwender finden die Demoversion auch auf der Webseite von OpenSuse VorKon [4].

Einfach installiert

Der Hersteller bietet Nero 4 als RPM- und Debian-Paket an. Es gibt jeweils eine Version für 32- und eine für 64-Bit-Systeme, die Sie im Dateimanager per Rechtsklick und Auswahl des richtigen Menüpunkts im Kontextmenü der Paketdatei installieren. Wer gerne die Kommandozeile verwendet, öffnet über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ein Terminalfenster, wechselt mit dem cd-Befehl in das Verzeichnis mit dem heruntergeladenen Paket und gibt dann su root und anschließend rpm -Uhv Paketname.rpm (OpenSuse, Mandriva) oder sudo dpkg -i Paketname.deb (Kubuntu) ein. Nero trägt sich unter Programm / Multimedia / CD/DVD-Brennen ins KDE-Startmenü ein. Neu in Version 4 ist, dass dort nun zwei Menüeinträge warten: Nero Linux Express und Nero Linux.

Schnelle Ergebnisse mit Nero Linux Express

Nero Linux Express bietet vier Funktionen zur Auswahl an (Abbildung 1). Abhängig von Ihren Wünschen wählen Sie zwischen Daten, Musik, Videos/Bilder und Image, Projekt, Kopie. Über die Pfeilschaltfläche am linken Rand erweitern Sie den Dialog und nehmen zusätzliche Programmeinstellungen vor. So wählen Sie einen Rekorder zum Brennen, können Audio-Tracks kopieren, eine CD-RW-Disk löschen und die Nero-Optionen aufrufen.

Abbildung 1: Nero Express bietet Ihnen die vier am häufigsten benötigten Brennvarianten an.

Bei der Auswahl einer Daten-DVD bestimmen Sie über ein Listenfeld, ob das Programm eine DVD 5 oder DVD 9 (also eine Double-Layer-DVD) erzeugt. Mit dem passenden Brenner wählen Sie hier auch Blu-ray als Zielmedium. Nero ist zur Zeit das einzige grafische Linux-Brennprogramm, das Blu-ray-Disks brennen kann. Neu ist in dieser Nero-Version eine Fehlerbehebung für Blu-ray-Medien, das Handbuch [5] erklärt dieses Feature folgendermaßen: "In diesem Modus reserviert der Brenner einen Teil der Disk, um Daten erneut brennen zu können, falls sich Schreibfehler ergeben haben. Der Fehlerbehebungsmodus für Blu-ray-Disks reduziert die Schreibgeschwindigkeit, aber erhöht die Datensicherheit. Die Funktion bietet sich besonders an, wenn Sie Daten-Blu-ray-Disks brennen oder Sicherungen auf Blu-ray-Disk brennen."

Dateien fügen Sie auf einfache Weise hinzu: Sie drücken die entsprechende Schaltfläche, wählen Dateien aus, bestätigen die Wahl, und das war es. Audiodateien können Sie direkt in Nero anhören und so vor dem Brennen prüfen, dass Sie die richtigen Titel ausgewählt haben. Im Test behauptete Nero fälschlich, der ausgewählte Track verfüge über einen Kopierschutz. In diesem Fall wählen Sie ihn aus, klicken auf Eigenschaften und entfernen das Häkchen bei Kopierschutz. Erstellen Sie eine Musik-CD, können Sie zudem ein Häkchen bei Keine Pause zwischen Tracks setzen, damit die gebrannten Tracks nahtlos ineinander übergehen. Mit der Funktion Image, Projekt, Kopie in Nero Linux Express kopieren Sie CDs und DVDs und brennen ISO-Abbilder ("Images") sowie Datensammlungen auf ein Medium.

Einen Schritt nach der Auswahl von Daten, Musik oder einem ISO-Abbild gelangen Sie in den Brenndialog. Dort verpassen Sie dem Medium noch einen Namen, der bis zu 16 Zeichen lang sein darf. Über ein kleines Eingabefeld geben Sie die gewünschte Anzahl der Kopien an und bewegen Nero dazu, die Daten nach dem Brennen zu überprüfen. Zudem entscheiden Sie hier, ob Sie eine Multi-Session-Disk erstellen wollen, der Sie später weitere Dateien hinzufügen können.

Den Brennvorgang verfolgen Sie in einem Dialogfenster. Ein Balken mit Prozentanzeige zeigt den Brennfortschritt an. Ist Nero fertig, wirft es das Medium aus. Nun wählen Sie, ob Sie das Projekt speichern, die Daten später noch auf ein weiteres Medium brennen oder ein neues Projekt beginnen wollen.

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Kommentare
Fallstricke
Tim B. Eisert (unangemeldet), Donnerstag, 03. Dezember 2009 07:26:51
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Also unter OpenSUSE 11.2 hat Nero meinen DVD-Brenner nicht erkannt (OpenSUSE selbst schon). Trotzdem war das für mich der Grund, von OpenSUSE wieder zurück zu Ubuntu zu gehen.
Schade, dass fast alle Funktionen der Windows-Version von Nero fehlen: gerade bei Linux könnte Nero damit punkten.


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Re: Fallstricke
max. (unangemeldet), Donnerstag, 03. Dezember 2009 09:14:38
Ein/Ausklappen

Warum nimmst du dann nicht einfach k3b zum Brennen?? Ist besser als Nero und kostet nichts.


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