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Linux-Distributionen: OpenSuse 11.2

Desktop in Suse-Grün

OpenSuse ist bei den EasyLinux-Lesern die populärste Linux-Distribution. Mit Version 11.1 sind viele Anwender nicht glücklich geworden, in unserem Test prüfen wir, was besser wurde.

Nach fast einem Jahr Entwicklungszeit ist Mitte November die OpenSuse-Version 11.2 erschienen. Sie bringt trotz der nur kleinen Änderung der Versionsnummer eine ganze Reihe Verbesserungen mit und will damit enttäuschte 11.1-Benutzer zurückgewinnen.

Während Novell als Besitzer der Marke OpenSuse bis vor kurzem Wert darauf legte, dass Gnome neben KDE als gleichwertige Desktopumgebung zur Verfügung steht, und darum noch in der letzten Version kein Desktop voreingestellt war, brachte eine Umfrage unter Anwendern jetzt die Kehrtwende: Mit der neuen Version ist nun wieder KDE der Standard-Desktop.

Wie Ubuntu 9.10 und Fedora 12 setzt OpenSuse 11.2 auf den Kernel 2.6.31 und setzt wie die Konkurrenten das neue Ext4 als Standard-Dateisystem ein. Wer den Parallelbetrieb mit älteren Linux-Versionen plant, sollte vorerst keine Ext4-Partitionen anlegen.

Installation

Zur Installation stehen neben DVDs für 32- und 64-Bit-Systeme auch zwei Live-CDs mit Gnome oder KDE zur Auswahl, deren Images sich zudem zur Einrichtung auf USB-Sticks eignen (siehe Installationsartikel auf Seite 19). Wer den Download scheut oder eine gebrannte Version mit einem ausführlichem gedruckten Handbuch und 90 Tagen Installationssupport bevorzugt, findet im Buchhandel für rund 60 Euro auch eine Boxversion.

Die Installationsroutine unterscheidet sich kaum von jener der Vorgängerversion. Lediglich die schon angesprochene Vorauswahl von KDE als Desktopumgebung sticht ins Auge. Als weitere Optionen stehen Gnome, XFCE sowie eine Installation ohne grafische Oberfläche zur Verfügung. Eine weitere Neuigkeit in der Installationsroutine: Die Festplatte lässt sich während der Installation komplett verschlüsseln – das geht aber nur, wenn Sie die Platte mit LVM einrichten. Die Installation verläuft unkompliziert, im Normalfall beantworten Sie nur acht Fragen zur Konfiguration. Die KDE-Standardinstallation belegt rund 3,4 GByte Platz auf der Festplatte, nach einer halben Stunde Kopierarbeiten startet das System.

Die Bemühungen der Linux-Community, die Bootzeit zu verkürzen, kamen auch OpenSuse 11.2 zugute: Die Distribution bootete auf unserem Testsystem mit rund 45 Sekunden ähnlich schnell wie Ubuntu 9.10. Bei der ersten Anmeldung empfängt Sie eine kurze Einleitung zu OpenSuse und KDE, die gerade Umsteigern wertvolle Informationen zum System vermittelt. Haben Sie diese Meldung weggeklickt, kommt ein reiner KDE-4-Desktop zum Vorschein – anders als der Vorgänger bringt OpenSuse 11.2 keine KDE-3-Anwendungen mehr mit. Die Klassiker Amarok, Digicam & Co. landen nun als KDE-4-Varianten auf der Platte. Auch das OpenSuse-Konfigurationswerkzeug YaST haben die Entwickler auf Qt4 portiert, es präsentiert sich nun deutlich aufgeräumter und vor allen Dingen schneller.

KDE 3 und dessen Anwendungen können Sie nur noch über eine zusätzliche Paketquelle [1] nachinstallieren, die allerdings nicht mehr gepflegt wird.

Desktop

KDE 4.3.1 räumt mit zahlreichen Fehlern und Kinderkrankheiten des KDE-4-Desktops auf, wie etwa dem Verschwinden von Panel-Icons beim Ändern der Bildschirmauflösung. Nur hier und dort finden sich in Menüs oder Dialogen noch schlecht ausgerichtete oder englischsprachige Texte. Auch Plasma macht endlich einen leidlich stabilen Eindruck.

Der in Suse-typischem Grün gehaltene KDE-4-Desktop ist gut vorkonfiguriert und konsequent designt. Vom Bootsplash über den Loginmanager bis hin zum Desktop und dem Startsplash von OpenOffice harmonisiert das Design sehr gut. Das schmale Panel am unteren Bildschirmrand nimmt nicht überflüssig viel Bildschirmplatz weg. Neben dem Anwendungsmenü finden sich darin ein Widget, um die Desktop-Plasmoids in den Vordergrund zu holen, sowie Anwendungsstarter für den Dateimanager und Firefox. Hinzu kommen ein schlankes Widget, mit dem Sie zwischen den virtuellen Desktops hin- und herschalten, sowie die Programmliste und das Benachrichtigungsfeld.

Desktop-Effekte setzt OpenSuse 11.2 nur sparsam ein. Unterstützt der Grafiktreiber 3D-Beschleunigung, erscheint das Panel leicht transparent. Ähnliches gilt für Fenster beim Verschieben oder Skalieren. Beim Umschalten zwischen virtuellen Desktops gleiten die Fenster sanft aus dem Bild. Weitere Effekte aktivieren Sie bei Bedarf über die Systemeinstellungen. Dann gibt es wabbelnde oder explodierende Fenster, passend zur Weihnachtszeit fallenden Schnee oder auch sinnvolle Dinge wie eine Bildschirmlupe oder einen Zoom des kompletten Desktops. In Sachen Desktopeffekten kann der Windowmanager von KDE 4 sich mit dem älteren Effektewunder Compiz ohne Weiteres messen.

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