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© Sergey Kivenko, fotolia.de

Krieg der Igel

Spielspaß mit Hedgewars

07.01.2010
Quiekende kleine Igel bekämpfen sich mit hocheffektiven Waffen: Das klingt unwahrscheinlich, aber Hedgewars macht's möglich. Der freie Worms-Clone bietet kreative Grafik, guten Sound und Spielespaß für viele Stunden.

Wussten Sie, dass Igel Nachkommen von Würmern sind? Diese im biologischen Sinne völlig absurde Behauptung hat in der Computerwelt tatsächlich ihre Berechtigung. Hedgewars [1] ist ein taktisches Mehrspieler-Game, das auf der Idee des viel älteren Spiels Worms basiert. Es ist damit eine moderne Variante des bekannten Taktikklassikers. Spielen bei Worms noch Würmer die Hauptrolle, so sind es hier Igel. Ansonsten hat sich an der Grundidee nicht viel geändert: Die von einem oder mehreren Spielern gesteuerten Hauptdarsteller treten gegeneinander an, um sich mit Hilfe von verschiedenen Waffen das Leben auszuhauchen. Im Gegensatz zu Worms ist Hedgewars aber ein Open-Source-Programm.

Fast genau fünf Jahre ist es her, dass sich eine Handvoll Entwickler dazu entschlossen hatten, Hedgewars zu entwickeln und damit einen freien Worms-Clone zu erschaffen. Nach zwei Jahren erblickte die erste Release des Spiels das Licht der Welt. Schon damals standen für die Spieler ein gutes Dutzend Kampfgeräte im Waffen-Arsenal. Gespielt wurde auf gerade mal zwei Spielkarten, und die Netzwerkfunktionen waren zwar bereits vorhanden aber noch deaktiviert. Das änderte sich durch die fleißige Weiterentwicklung schnell, und im Laufe der Zeit kamen viele Karten, Waffen, Fortbewegungsmittel und ein funktionierender Netzwerkmodus dazu.

Das heutige Hedgewars kommt je nach Programmversion mit über 20 Waffen und an die 30 vorgefertigten Karten. Daneben können die Spieler auf ein paar Werkzeuge zurückgreifen, die ihre Igel vor feindlichen Angriffen schützen. So flüchten die Igel mit dem Schweißbrenner in die Erde oder beamen sich an einen anderen Ort (Abbildung 1). Flucht oder Optimierung der Position für einen Angriffsschlag sind auch zu Fuß möglich, jedoch tickt die Zeit gnadenlos: Das Spiel ist rundenbasiert, und jeder Spieler hat pro Durchgang nur wenige Sekunden, um mutig anzugreifen oder sich aus dem Staub zu machen.

Abbildung 1: Der Schweißbrenner hilft den Igeln auch dabei, sich in einem Hydranten zu verschanzen.

Gegeneinander treten zwei oder mehrere Spieler an, die jeweils eine Gruppe von Igeln steuern. Ist gerade kein menschlicher Mitspieler vorhanden, hilft der Computer aus und schickt Gegner auf den Kriegsschauplatz. Auch ohne Netzwerk eignet sich Hedgewars zum Spielen im Mehrspielermodus an nur einem Rechner, da die Spieler pro Durchgang nacheinander ihre Igel steuern. Die Anzahl der Hedgehogs ist variabel, und nicht jeder Igel sieht aus wie der andere. Der Verlust jedes Igels schmerzt – besonders dann, wenn die Hauptfiguren einen individuellen Namen bekommen haben, denn auch das ist möglich. Konfigurierbar sind zudem Anzahl und Typen der Waffen. Eine gezielte Auswahl des Waffenarsenals vor Spielbeginn steigert den Schwierigkeitsgrad, denn der Gebrauch einer Schrotflinte benötigt mehr Feingefühl und Präzision als der Einsatz von Bazooka und hoch wirksamem Sprengstoff oder ein großflächiger Luftangriff.

Grafisch ist Hedgewars wirklich sehenswert. Mit viel Liebe und vor allem Einfallsreichtum zeichneten die Entwickler und die Community sehr witzige Karten im Comicstil (Abbildung 2). Jedes Kampfgebiet ist eine Art Insel und von Wasser umgeben. Die Themenvielfalt ist hoch und sorgt somit für viel Abwechslung. Die Musik passt zur Karte, und die Soundeffekte, angefangen von Dröhnen eines Bazooka-Einschlags über das Mienen-Ticken bis hin zum Surren des fernsteuerbaren Sprengstoffflugzeugs, bringen die Spieler immer wieder zum Schmunzeln.

Abbildung 2: Die gute Grafik und der hohe Spaßfaktor verleiten zu langen Spielesessions.

Installation und Start

Die Installation von Hedgewars macht unter Ubuntu 9.04 keine großen Umstände: In der Distribution liegt das Spiel in den Standardpaketquellen zum Einspielen bereit. OpenSuse und Mandriva bringen Hedgewars nicht in den Standardquellen mit. Pakete für OpenSuse 11.1 finden Sie unter [4], für Mandriva bieten die Hersteller leider keine passenden Pakete an, allerdings findet die Suchmaschine RPMfind ein passendes Paket für die aktuelle Mandriva-Version 2010.0 [5]. Die Hedgewars-Version aus der Ubuntu-Paketquelle ist schon etwas älter (0.9.7) – möchten Sie von den Features neuerer Version unter Ubuntu profitieren, können Sie diese über die Webseite von Playdeb [2] installieren. Dort finden Sie auch eine Anleitung für die Einrichtung dieser neuen Pakete.

Am einfachsten starten Sie das Spiel mit dem Befehl hedgewars aus einem mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstartfenster. Die Menüs des Spiels könnten kaum einfacher und selbsterklärender sein. Im Hauptmenü haben Sie die Wahl zwischen einem lokalen Spiel (auch mit der Möglichkeit zu trainieren) und dem Netzwerkmodus (Abbildung 3). Das Maulschlüsselsymbol rechts unten weist den Weg zum Einstellen der Bildschirmauflösung, der Lautstärke und der Waffen. Über den Netzwerkmodus können Sie im lokalen Netz oder im Internet spielen. Wichtig hierbei ist vor allem, dass alle Spieler die gleiche Hedgewars-Version verwenden, sonst kommt keine Verbindung zustande.

Abbildung 3: Das Startmenü von Hedgewars kommt ohne Beschriftungen aus; wählen Sie ein lokales oder ein Netzwerkspiel.

Steuerung

Mit den Pfeiltasten steuern Sie den aktiven Igel nach rechts und links. Mit [Pfeil oben] und [Pfeil unten] zielen Sie bei aktivierter Waffe – halten Sie dabei [Umschalt] gedrückt, können Sie millimetergenau anlegen. Mit [Eingabe] und [Rücktaste] springt der Igel nach vorn bzw. zurück, um ein kleines Hindernis zu überwinden. Apropos Fortbewegung: Das Seil aus dem Waffenmenü lässt Sie Berge erklimmen und große Barrieren meistern. Mit der rechten Maustaste rufen Sie das Waffenmenü auf, aus dem Sie mit der linken Maustaste eine Waffe auswählen (Abbildung 4). Schließlich feuern Sie mit der Leertaste. Halten Sie diese gedrückt, um bei einigen Waffen die Abschussgeschwindigkeit oder die Energie zu regeln. Der Umgang mit den Waffen und die Einschätzung der Entfernung und der Flugparabel der Granaten und Raketen erfordern einige Übung. Weitere Tastenbelegungen finden Sie auf der Hedgewars-Seite [3].

Abbildung 4: Das Waffenarsenal von Hedgewars ist imposant.

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    Wer glaubt, Igel seien harmlose Tiere, der kennt Hedgewars noch nicht. In der spaßigen Mischung aus Action- und Strategiespiel schießen sie aus allem, was der Waffenschrank hergibt. Ähnlichkeiten zum kultigen Worms sind beabsichtigt.
  • Booom!
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