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Editorial

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

bevorzugen Sie ein integriertes Programm für die wichtigsten Internet-Anwendungen, also Webbrowser und Mailprogramm aus einem Guss? Für diese Lösung stand früher unter Linux und anderen Betriebssystemen der Name Netscape. Seit der Umwandlung ins Mozilla-Projekt sind die Teilkomponenten zu separaten Programmen geworden; so haben sich Firefox als Standardbrowser und Thunderbird als E-Mail-Lösung etabliert. Doch auch Anhänger des alten Netscape-Programms finden in Seamonkey weiterhin die bewährte integrierte Lösung. Die Entwicklung läuft in allen Anwendungen weiter, und darum stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe mit drei Workshops die wichtigsten Features von Thunderbird 3 und Seamonkey 2 vor – beide Anwendungen sollten bei Erscheinen dieser Ausgabe in ihren finalen Neuausgaben bereitstehen.

BSI hilft viren- und wurmgeplagten Windows-Anwendern

Im kommenden Jahr soll ein Projekt des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Verbandes der Deutschen Internetwirtschaft (eco) starten, das mit ca. 40 Mitarbeitern Windows-Anwendern kostenlos beim Entfernen von Viren und anderen Schädlingen hilft [1]. Das Ziel soll dabei sein, die erhebliche Infektionsrate deutscher Windows-PCs zu reduzieren, um vor allem Botnetze zu zerschlagen. Schöner Plan: Steuergelder dafür ausgeben, Windows-Rechner zu säubern. Sollte nicht eher der Hersteller eines Betriebssystems, das all diesen Ärger ermöglicht, in die Pflicht genommen werden? Eine großflächige Kampagne "Jetzt auf Linux umsteigen" wäre doch auch eine feine Alternative; den Einsatz von Open-Source-Software zumindest im öffentlichen Bereich verpflichtend zu machen, würde auch helfen – dafür müssten auch keine 40 Stellen geschaffen werden. Und wo ist denn die staatlich subventionierte Hotline für Menschen, die sich falsch ernährt, in schlechte Fonds investiert oder sonstige Fehlentscheidungen getroffen haben, die vielleicht gravierender als der Kauf eines Windows-Rechner sind?

Zeit für ein Linux-Update

Neues Jahr, neues Linux: Alle von EasyLinux unterstützten Distributionen haben seit unserer letzten Ausgabe eine neue Version auf die Server gestellt. In diesem Heft finden Sie darum zur Orientierung einen großen Distributionsvergleich (ab Seite 103), in dem wir neben OpenSuse 11.2, Kubuntu 8.10 und Mandriva Linux 2010.0 zusätzlich Fedora Linux 12 unter die Lupe nehmen. Wie üblich haben wir im Test besonders auf die Einsteigerfreundlichkeit geachtet, was Installation und Nutzung der Linux-Systeme betrifft. KDE 4 hat sich überall als Standard durchgesetzt, und die aktuelle KDE-Version 4.3.x betrachten viele Anwender als die erste wirklich brauchbare KDE-4-Ausgabe, in der die Kinderkrankheiten beseitigt sind.

OpenSuse 11.2, Kubuntu 8.10 und Mandriva Linux 2010.0 haben wir auch gleich in ihren DVD-Varianten auf drei Seiten der beiden zweiseitigen Heft-DVDs gepackt, so dass Sie bei Gefallen direkt zur Installation (oder zum Update) schreiten können. Auch dabei lassen wir Sie nicht allein: Die Installationsartikel ab den Seiten 19 (OpenSuse), 24 (Kubuntu) und 28 (Mandriva) erklären im Detail, welche Schritte nötig sind, damit das Linux-System Ihrer Wahl auf der heimischen Platte landet.

Dass die Arbeit mit Linux Ihnen auch im neuen Jahr viel Freude bereitet – ob mit einer alten und bewährten Version oder mit einer der ganz frischen Linux-Distributionen –, das wünscht Ihnen das ganze EasyLinux-Team. Alles Gute für 2010!

Hans-Georg Eßer

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer war von 2003 bis 2009 Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux und arbeitet jetzt als Mathematik- und Informatiklehrer.


Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift EasyLinux.

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