Das Märchen von der besten Distribution

Die Besten der Besten

Bei den häufig von Linux-Einsteigern gestellten Fragen gibt es einen unangefochtenen Spitzenreiter: "Welche ist die beste Distribution?" Mit dieser und anderen Fragen beschäftigt sich unser Distributionstest.

Die Frage nach der "besten Linux-Distribution" ist leicht zu beantworten: Es gibt sie nicht. Die optimale Distribution für Neulinge ist grundsätzlich die, welche der Bruder, Schwester, Kumpel oder der Kollege verwenden, da Sie dann bei Problemen eine Anlaufstelle haben, die sich mit den distributionseigenen Interna auskennt und weiterhelfen kann. Ein Ubuntu-Profi nützt Ihnen wenig, wenn Sie beim Einspielen eines RPM-Pakets Probleme haben.

Nun wissen auch wir, dass sich noch längst nicht überall so viele Linux-Enthusiasten tummeln wie in der EasyLinux-Redaktion und daher nicht jeder einen Linux-Experten im Verwandten- oder Bekanntenkreis hat. Es gibt zwar in den meisten Städten Linux User Groups, die Einsteigern bei den ersten Schritten helfen, aber nicht jeder hat Zeit und Lust, sich in einem solchen Kreis zu informieren.

Linux-Niemandsland, was nun?

Hier kommt unser Distributionstest ins Spiel: Er zeigt Ihnen, auch wenn Sie keinen Ansprechpartner im Bekanntenkreis haben, die Vor- und Nachteile der Distributionen auf, fasst wichtige Funktionen und die Software-Ausstattung übersichtlich zusammen und stattet Sie so mit dem nötigen Hintergrundwissen aus, um die für Sie beste Distribution zu finden.

Auf den folgenden acht Seiten testen wir die aktuellen Versionen von OpenSuse, Ubuntu, Mandriva und Fedora auf Herz und Nieren. Die Vergleichstabelle auf Seite 114 zeigt auf einen Blick, wie sich die Systeme unterscheiden.

Das Hauptaugenmerk der Tester lag auf der Benutzerfreundlichkeit bei der Installation und im laufenden Betrieb. So ist es gerade für unerfahrene Linux-Nutzer ein absoluter Showstopper, wenn der Installer eine vorhandene Windows-Installation falsch oder auch gar nicht ins Bootmenü einträgt. Auch Patzer beim automatischen Partitionieren darf sich keine Distribution leisten, die sich Einsteigerfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat.

Hat sich Linux erst einmal auf der Festplatte eingenistet, sollten Neulinge nicht mit Treiberproblemen oder fehlenden Multimedia-Codecs allein gelassen werden. Eine hier optimal ausgestattete Distribution bringt auch proprietäre Treiber und Codecs von Haus aus mit. Hat sich der Distributor aus lizenz- und/oder patentrechtlichen Gründen dagegen entschieden, muss er zumindest eine komfortable Möglichkeit zur Nachinstallation der fehlenden Komponenten bieten, ohne Einsteiger gleich auf die Kommandozeile zu scheuchen.

Weiche Kriterien

Neben dem Test dieser wichtigen Punkte bietet unser Distributionsvergleich noch mehr: Wir werfen auch einen Blick auf Punkte, die bei der Distributionswahl Geschmackssache sind. Manch einem ist es wickhtig, regelmäßig die neuesten Versionen der installierten Programme über das Update-Werkzeug zu erhalten, andere legen mehr Wert auf Stabilität. So wie es Nutzer gibt, die ein Kontrollzentrum bevorzugen, das alle Administrationstools wie die Windows-Systemsteuerung unter einem Dach bündelt, ziehen es andere Anwender vor, ein passendes, spezialisiertes Programm über das Menü zu starten.

Der Test gibt Ihnen eine erste Entscheidungshilfe. Drei der vier vorgestellten Distributionen finden Sie auf den DVDs und können sich damit Ihr eigenes Urteil bilden. Eine Entscheidung bindet Sie zudem nicht für die Zukunft: Fast jeder langjährige Linux-Nutzer hat über die Jahre mehrere Distributionen ausprobiert und sich erst spät (wenn überhaupt) auf eine davon festgelegt.

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