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Brieftaube gelandet

Thunderbird 3 ist fertig

15.12.2009 Das Mailprogramm Thunderbird hat einen großen Versionssprung gemacht: Wir stellen die neuen Features der frisch erschienenen Version 3 vor und helfen bei der Ersteinrichtung.

Firefox und Thunderbird sind die beiden "großen" Internetprogramme in der Linux-Welt: Das eine ist der Standard-Webbrowser, das andere das zugehörige Mailprogramm. Beide sind Ableger des vor einigen Jahren üblichen Komplettprogramms Netscape und gehören heute zum Mozilla-Projekt. Jetzt hat Thunderbird einen großen Versionssprung gemacht: Dank vieler nützlicher neuer Features wird die Mailverwaltung noch angenehmer.

Installation

Auf der Heft-DVD finden Sie den Release Candidate 2, also die fast fertige Version. Sie können diese installieren und testen, sollten dabei aber beachten, dass die Thunderbird-Entwickler empfehlen, erst die endgültige Version 3 für "produktives Arbeiten" zu nutzen. Die endgültige Version hat es nicht mehr auf die DVD geschafft – Sie finden diese im Thunderbird-Downloadbereich [2].

Um das Programm zu installieren und zu starten, gehen Sie wie folgt vor – und zwar unabhängig davon, ob Sie das RC2-Archiv von der Heft-DVD oder das von der Webseite heruntergeladene Paket von Version 3 nutzen:

  1. Es gibt noch keine RPM- oder Debian-Pakete, die Sie über die Paketverwaltung einspielen könnten. Entpacken Sie darum das Archiv (thunderbird-3.0.tar.bz2 oder thunderbird-3.0rc2.tar.bz2) mit einem Programm wie Ark direkt in Ihrem Home-Verzeichnis. Dadurch entsteht ein neuer Ordner thunderbird in Ihrem persönlichen Verzeichnis.
  2. Thunderbird bringt keinen Eintrag ins Startmenü mit. Damit Sie das Programm dennoch ohne großen Aufwand starten können, sorgen Sie dafür, dass die Programmdatei thunderbird automatisch gefunden wird. Dazu geben Sie in einem über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole geöffneten Terminalfenster die folgenden Befehle ein:

    su

    (oder für Ubuntu- und Knoppix-Anwender: sudo su). Jetzt arbeiten Sie (nach Eingabe Ihres oder des Administratorpassworts) mit Root-Rechten. Der nächste Befehl lautet

    ln -s /home/benutzer
    /thunderbird/thunderbird /usr/bin/

    wobei Sie benutzer durch Ihren Benutzernamen ersetzen müssen. Das Wort thunderbird taucht im Pfad wirklich zweimal auf, einmal als Verzeichnissname und einmal als Name des Programms. Erhalten Sie bei diesem Kommando eine Fehlermeldung (Die Datei existiert bereits), ist schon eine ältere Thunderbird-Version installiert. Denken Sie sich dann einen anderen Namen aus (etwa: tbird) und wiederholen Sie das Kommando in leicht veränderter Form:

    ln -s /home/benutzer
    /thunderbird/thunderbird /usr/bin/tbird
    

    Das Konsolenfenster können Sie danach wieder schließen.

  3. Öffnen Sie mit [Alt]+[F2] ein Schnellstartfenster und geben Sie darin den Programmnamen thunderbird oder – wenn Sie einen neuen Namen vergeben mussten – tbird ein. Danach sollte das Programm starten.

Einen Account einrichten

Beim ersten Start müssen Sie einen Mail-Account einrichten, damit Sie das Mailprogramm nutzen können. Das funktioniert prinzipiell wie bei allen anderen Mailern, Thunderbird hilft Ihnen allerdings bei der Suche nach den Mail-Servern. So gehen Sie vor:

  1. Der Einrichtungsdialog für einen Mail-Account startet automatisch, wenn Sie Thunderbird 3 zum ersten Mal aufrufen. Tragen Sie im Dialog einfach einen Namen, Ihre Mail-Adresse sowie das für den Zugriff nötige Passwort ein und klicken Sie auf Weiter: Fertig.
  2. Thunderbird gleicht die Mail-Adresse mit einer Datenbank ab und empfiehlt in vielen Fällen automatisch die richtigen Server für Posteingang und -ausgang, so etwa beim Einrichten einer GMX-Adresse (Abbildung 1). Das Programm weiß sogar, dass GMX keinen IMAP-Zugang anbietet, und schlägt darum direkt den POP3-Server vor. Wenn es geklappt hat, sehen Sie grüne Lämpchen vor den beiden Servern und können die Einrichtung mit einem Klick auf Konto erstellen abschließen. Lesen Sie dann in Schritt 4 weiter.

    Abbildung 1: Der Account Wizard findet selbstständig die richtigen Angaben zu STMP- und IMAP- oder POP-Server heraus.

  3. Sind die Daten nicht bekannt, versucht das Programm es mit den generischen Namen imap.domain.de und smtp.domain.de für Mail-Adressen in der Domain domain.de. Wenn das nicht funktioniert, erscheinen ein bis zwei rote Lämpchen vor den Servernamen. Klicken Sie dann auf Benutzerdefinierte Einstellungen, um zu den komplexeren Kontoeinstellungen zu gelangen, die wie in früheren Thunderbird-Versionen und Seamonkey / Mozilla aufgebaut sind. Dort haben Sie in der linken Einstellungsübersicht unter Account-Name / Server-Einstellungen und Postausgangs-Server (SMTP) die Möglichkeit, die korrekten Serveradressen von Hand einzutragen.
  4. Weiter geht es mit der Systemintegration: Hier wählen Sie aus, für welche Aufgaben Thunderbird sich als Standardprogramm empfehlen soll. E-Mail ist vorausgewählt, bei Bedarf setzen Sie noch zusätzliche Häkchen vor Newsgruppen (die heute nur noch wenige Anwender verwenden) und Feeds: Dann nutzen Sie das Programm auch zum Lesen von RSS-Feeds.

Jetzt können Sie Thunderbird bereits benutzen, um Mails abzurufen oder neue zu schreiben. Wir stellen im Folgenden ein paar der neuen Programmfunktionen vor.

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Kommentare
Natürlich gibt es RPMs
Verwundert (unangemeldet), Mittwoch, 16. Dezember 2009 01:52:31
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Warum sollte es keine rpms geben?
Jede Distribution hat einen Buildserver wo die Pakete längst gebaut werden und die sind allemal schaluer als irgendwas ins Userhome zu entpakcen zumal es nur grottige i386-Binarys gibt

rpm -qa | grep thunderbird
thunderbird-enigmail-1.0.0-1.fc11.x86_64
thunderbird-lightning-1.0-0.11.20090715hg.fc11.x86_64
thunderbird-3.0-3.fc11.x86_64



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Erweiterungen fast fertig
Tim B. Eisert (unangemeldet), Dienstag, 15. Dezember 2009 18:36:48
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Also bei mir laufen
- Lightning (englisch)
- Thunderbirthday
- MoreFunktionsForAddressbook
- AdddressBooks Synchronizer
- Ab in a tab (Version 0.1, statt Contacts-Sidebar: Adressbuch als Tab darstellen)
Insofern kann ich sehr gut mit der Version arbeiten: die Vorteile gegenüber der 2.x sind einfach zu groß!
Grüße


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Add-ons
Andreas Mrosk, Dienstag, 15. Dezember 2009 17:24:54
Ein/Ausklappen

Leider laufen einige der beliebten Add-ons noch nicht mit der neuen Version. So zum Beispiel die für mich sehr wichtigen Extras Lightning und Kolab-Sync. Aber auch noch einige andere Entwicklungen hnken etwas hinterher. Meine Empfehlung daher: Update auf Thunderbird 3.0 ja unbedingt, aber jetzt noch nicht!


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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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