Ausgeliefert

Am unteren Rand des Hauptfensters bietet Picasa einige Schaltflächen, mit denen Sie Ihre Fotos mehr oder weniger zuverlässig über verschiedene Medien an andere Nutzer verteilen. Klicken Sie etwa auf den Button mit dem Briefumschlag, erscheint ein Dialog, über den Sie die ausgewählten Fotos per Google-Mail-Account oder über ein Mailprogramm verschicken. Letztere Option startet das Standardmailprogramm von KDE oder Gnome, formuliert eine Betreffzeile und eine Nachricht auf Englisch und hängt die ausgesuchten Schnappschüsse an die Mail an.

Ein Klick auf Blog This! öffnet ein Fenster, in das Sie die Zugangsdaten für Googles Blog-Dienst http://blogger.com/ eingeben. Alternativ erstellen Sie in dem Dialog ein neues Konto. Wählen Sie danach eines oder mehrere Bilder in Picasa aus und klicken auf den Blog-Knopf, öffnet sich ein Fenster, das es ermöglicht, einen neuen Blog-Eintrag zu schreiben. Außerdem legen Sie darin die Position des Bilds im Posting fest. Picasa lädt Ihren Eintrag automatisch auf den Server – nach kurzer Zeit erscheint der Eintrag in Ihrem Blog (Abbildung 8).

Genauso komfortabel begleitet Picasa Sie durch die notwendigen Schritte, um ein Picasa-Webalbum anzulegen, Ihren Zugang zu konfigurieren und die Bilder hochzuladen. Dreh- und Angelpunkt ist hier der Button Upload. Beim ersten Aufruf führt Sie der Dialog durch das Erstellen eines Accounts, danach reicht ein Klick auf die Schaltfläche, um Fotos ins Netz zu befördern.

Das Dialogfenster bietet ganz oben ein Drop-down-Menü, in dem Sie, falls vorhanden, Webalben als Ziel auswählen; über den Knopf New rechts daneben legen Sie eine neue Galerie an. Im Ausklappmenü Size to upload im unteren Bereich stellen Sie die Größe der Bilder ein, die Picasa vor dem Hochladen entsprechend verkleinert. Gerade bei größeren Dateien sparen Sie damit zum einen viel Uploadzeit und zum anderen Platz auf dem Server, der in der kostenfreien Variante 1 GByte bereitstellt. Wie viel Platz Ihre Bilder bereits belegen, blendet der Dialog am unteren Rand ein. Picasa bietet im Zusammenhang mit Webalben ein komfortables Feature: Bereits hochgeladene Bilder, Alben oder Ordner versieht das Programm in der Übersicht mit einem kleinen, nach oben gerichteten Pfeil (Abbildung 9).

Wenn Sie Picasa per Klick auf Upload auffordern, die Bilder hochzuladen, blendet das Programm den Upload Manager ein. Dort sehen Sie gerade laufende und abgeschlossene Uploads und eine Checkbox, mit der Sie die Übertragungsgeschwindigkeit drosseln können (Don't eat all my bandwidth, "Verbrauche nicht meine ganze Bandbreite."). Ein Klick auf View Online öffnet das Album im Standardbrowser.

Fazit

Picasa ist viel mehr als eine Bilderverwaltung: Diavorführungen, Backup-Funktion, Kommunikation per Mail, mit dem Blog und Webalbum – das Programm bringt zahlreiche praktische Funktionen mit. Darüber hinaus erleichtern die selbsterklärenden Dialoge und Assistenten die Arbeit, so dass sich auch Einsteiger schnell zurechtfinden. Momentan funktioniert zwar in der Linux-Version noch nicht alles wie vorgesehen, das lässt sich aber leicht verschmerzen. Spendieren die Entwickler der finalen Version noch die deutsche Lokalisierung und bügeln die wenigen Fehler der Betavariante aus, avanciert das Programm zum "must-have" für alle Foto-Enthusiasten.

Glossar

Wine

Mit Wine laufen viele Windows-Programme auch unter Linux. Anders als VMware oder VirtualBox bildet Wine keinen kompletten PC nach – eine Windows-Installation ist nicht nötig. Wine ist somit kein richtiger Emulator, was auch den Namen erklärt: Die Abkürzung steht für "Wine is not an emulator".

ISO-Image

Ein ISO-Image ist eine Datei, die ein komplettes CD- oder DVD-Dateisystem enthält. Die meisten Linux-Distributionen können Sie beispielsweise als ISO-Image von der Projektwebseite herunterladen und dann auf CD oder DVD brennen. Auch eine Sicherheitskopie, die Sie von einer CD/DVD anlegen, speichern Sie als ISO-Image auf der Platte, um dieses bei Bedarf erneut auf einen Rohling zu brennen.

Infos

[1] Picasa-Homepage: http://picasa.google.de/

[2] Grundlagen zu Picasa: Hans-Georg Eßer, "Bilder googlen", EasyLinux 08/2006, S. 64 ff., http://www.easylinux.de/2006/08/064-picasa/

[3] Picasa Download: http://picasa.google.com/linux/download.html

[4] Wine-Artikel: Tim Schürmann, "Beschwipst fensterln", EasyLinux 03/2008, S. 39 ff., http://www.easylinux.de/2008/03/039-wine/

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