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TrueCrypt sichert Dateien auch unterwegs

Verschlüsselter Stick

Daten sind mittlerweile nicht mehr an einen Computer gebunden, sondern dank Notebooks und billigen USB-Sticks mobil. Wir zeigen, wie Sie mit Truecrypt verhindern, dass Ihre Dateien in falsche Hände gelangen.

Während der Verkauf von Desktop-Computern stagniert, kurbelt der Handel mit mobilen Geräten den Umsatz der Hersteller an. Mobiles Computing ist in: Dank der extrem günstigen Netbooks, die für einfache Aufgaben wie das Lesen von Mails oder das Surfen im Netz völlig ausreichen, ist die Zahl der mobilen Geräte stark gestiegen. Der mobile Boom bringt allerdings auch Probleme mit sich: Wegen ihres geringen Gewichts sind Notebooks und die meist obligatorischen USB-Sticks leichtes Ziel für Langfinger. Verliert man ein solches Gerät, enthielt es bestenfalls unwichtige Daten, von denen ein Backup existiert.

Die Realität sieht anders aus: Notebooks finden auch und ganz besonders im Geschäftsumfeld Verwendung. Kommt ein Notebook mit sensiblen Kundendaten abhanden, ist das ein großes Problem. Aber auch, wenn Sie Ihr Notebook nicht beruflich einsetzen, sind Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf aus, Ihre Daten nicht in falschen Händen zu wissen.

Verschlüsseln – aber wie?

Viele Lösungsansätze begegnen dem Problem: Firmennotebooks sind oft mit einer vollständig verschlüsselten Festplatte ausgestattet, die nur mit dem richtigen Passwort überhaupt funktioniert. Andere Ansätze verschlüsseln nur einzelne Teile der Platte, während die Systempartition unverschlüsselt bleibt. Auch der Preis spielt bei der Frage nach der richtigen Methode eine große Rolle: Teure Lösungen sind für den Heimgebrauch überdimensioniert, wenn es nur darum geht, die wichtigsten Daten vor den Augen Dritter zu sichern.

Im privaten Umfeld hat sich TrueCrypt mittlerweile zu einer Art Standardlösung entwickelt. Versionen für Windows, Mac OS und Linux decken den typischen Heimbenutzerbereich ab. Die Software steht unter einer freien Lizenz und ist kostenlos herunterladbar. Prinzipiell bietet TrueCrypt viele Möglichkeiten, Dateien zu verschlüsseln – sie alle zu beschreiben, würde den Rahmen des Artikels sprengen. Im Folgenden geht es darum, die Vorteile von TrueCrypt mit Mobilität zu kombinieren: Sie erfahren, wie Sie auf einem USB-Stick ein verschlüsseltes Laufwerk mit TrueCrypt anlegen und anschließend auf Linux-, Windows- oder Mac-OS-Systemen verwenden. Das Hauptsystem ist dabei ein Linux, unter dem Sie die "Crypto-Container" anlegen. Schließlich geht es auch um Netbooks: Die Kombination von Netbook, USB-Stick und TrueCrypt ermöglicht den sicheren Transport von Daten ganz ohne kommerzielle Software.

Wie TrueCrypt funktioniert

TrueCrypt unterstützt verschiedene Verschlüsselungsmethoden. Wir beschränken uns in diesem Workshop auf das Anlegen einer Container-Datei, die auf einem USB-Stick liegt und die Sie somit auf jedem beliebigen Rechner mit TrueCrypt verwenden können. Diese Lösung hat neben der Universalität den Vorteil, dass Sie nicht den gesamten USB-Stick zum TrueCrypt-Device machen müssen, sondern den restlichen Speicherplatz des Sticks als normale Datenablage für weniger heikle Dateien nutzen können – auch auf Rechnern, auf denen Sie kein TrueCrypt installiert haben.

Ein Kernfeature von TrueCrypt ist neben der Verschlüsselung die so genannte "Plausible Deniability", zu Deutsch etwa "glaubhafte Abstreitbarkeit". Das bedeutet, dass sich ein mit TrueCrypt angelegter Kryptocontainer von außen nicht von normalen, mit Zufallsbytes gefüllten Dateien unterscheidet. Wenn Sie also den Crypto-Container auf Ihrem USB-Stick Video_Weihnachten.avi nennen, kann niemand nachweisen, dass es sich um verschlüsselte Daten handelt.

TrueCrypt kann zudem noch einen weiteren Container innerhalb des Containers anlegen (Abbildung 1): Werden Sie dazu gezwungen, das Passwort Ihres TrueCrypt-Containers preiszugeben, kann sich innerhalb dieses Containers ein zweiter verstecken, dessen Inhalte nur über ein zweites Passwort zugänglich sind. Ob ein TrueCrypt-Container noch einen inneren enthält oder nicht, ist von außen nicht zu erkennen.

Abbildung 1: Container im Container – die ganz wichtigen Dateien kommen in den inneren, dessen Existenz nicht nachweisbar ist.

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