Virtuelle Realität

Starten Sie das Virtualisierungs-Programm VirtualBox über das Desktop-Icon. Das Hauptfenster (Abbildung 2) bietet in der linken Leiste drei fertig eingerichtete Ubuntu-Varianten an: Easy Peasy 1.1, Kubuntu 9.04 und Xubuntu 9.04.

Abbildung 2: Die Heft-DVD enthält eine fertig eingerichtete VirtualBox-Installation mit drei Ubuntu-Ablegern zum Testen.

Easy Peasy [5] ist ein Ubuntu-Derivat für Netbooks und hieß früher Ubuntu Eee. Das System benötigt weniger Speicher als eine Standard-Ubuntu-Installation und bietet darüber hinaus eine angepasste Arbeitsoberfläche für kleine Displays (Abbildung 3). Außerdem bringt Easy Peasy viele Treiber für typische Netbook-Komponenten (WLAN-Module, Soundchips und Webcams) mit, die Anwender wegen von unfreier Lizenzen bei vielen Distributionen von Hand nachinstallieren müssen.

Abbildung 3: Die grafische Oberfläche von Easy Peasy eignet sich bestens für kleine Netbook-Bildschirme.

Kubuntu [6] ist die KDE-Variante der beliebten Distribution und setzt auf das K Desktop Environment anstelle des Gnome-Desktops. Ob Sie Kubuntu oder Ubuntu verwenden, ist Geschmackssache – für Kubuntu gibt es ebenfalls kommerziellen Support durch Canonical. Beide Systeme schließen sich nicht gegenseitig aus; wenn Sie bereits Ubuntu installiert haben, spielen Sie zusätzlich das Paket kubuntu-desktop ein, um in den Genuss der KDE-Oberfläche zu kommen.

Auf den ressourcensparende Alternativ-Desktop Xfce setzt Xubuntu [7] und eignet sich damit für den Einsatz auf älterer Hardware oder Computern mit wenig Arbeitsspeicher. Die Integration von Gnome- und KDE-Programmen funktioniert in der Regel reibungslos; Xfce bringt darüber hinaus eigene Applikationen mit, wie zum Beispiel den Dateimanager Thunar, den schlanken Texteditor Mousepad und den minimalistischen Mediaplayer Xfmedia.

Reich gedeckte Tafel

Die Live-Variante der Distribution und die drei virtuellen Maschinen (Easy Peasy, Kubuntu und Xubuntu) bieten Ihnen also die Möglichkeit, vier verschiedene Ubuntu-Geschmacksrichtungen zu testen – ohne bereits installierte Betriebssysteme antasten zu müssen.

Weiterhin finden Sie auf der Heft-DVD ein ISO-Image von Ubuntu Studio. Audioproduktion, Bildbearbeitung, Videoschnitt – Ubuntu Studio verwandelt den Rechner in eine Multimediazentrale. Das mitgelieferte ISO-Image (ubuntustudio-9.04-alternate-i386.iso im Verzeichnis /virtualbox/iso/) brennen Sie auf eine DVD und starten mit eingelegtem Medium den Rechner neu. Achten Sie darauf, im Brennprogramm die richtige Option für das Brennen von ISO-Abbildern zu wählen; es reicht nicht aus, die ISO-Datei zu kopieren. Leider gibt es für diese Ubuntu-Variante keine Live-Version zum Testen, so dass Sie eine vollständige Installation zum Probieren durchführen müssen. Ein Test ohne Neupartitionierung ist trotzdem möglich, wenn Sie in VirtualBox (oder einem anderen PC-Emulator) eine virtuelle Maschine konfigurieren und darin Ubuntu Studio installieren.

Die Heft-DVD enthält des Weiteren Edubuntu, die Ubuntu-Variante für das Klassenzimmer. Edubuntu versammelt Lernprogramme und Spiele für große und kleine Kinder und steht als Add-on-DVD zur Verfügung. Alternativ spielen Sie aus einer bestehenden Ubuntu-Installation heraus das Paket edubuntu-desktop über den Paketmanager ein, um in den Genuss der schlauen Programme zu kommen.

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