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Schreibarbeiten in der Shell

Texteditoren für die Kommandozeile

An die Arbeit

Rufen Sie den Editor mit der zu bearbeitenden Einrichtungsdatei auf. Unter Ubuntu erlangen Sie über sudo und Ihr eigenes Kennwort Administratorrechte, unter OpenSuse stellen Sie su -c voran und geben danach das Root-Passwort ein, zum Beispiel:

sudo mcedit /etc/X11/xorg.conf
su -c "mcedit /etc/X11/xorg.conf"

Beachten Sie auch hier die doppelten Anführungszeichen für den zweiten Befehl. Diese sind notwendig, da das hinter -c übergebene Kommando Leerzeichen enthält.

Verwenden Sie die Pfeil- und Bildlauftasten, um in der Datei zu navigieren. Sie löschen über die Rückschritt-Taste zeichenweise. Mit [F8] entfernen Sie die ganze Zeile, in der sich der Cursor befindet; [Strg]+[U] macht das (und auch sonstige Aktionen) rückgängig.

Wollen Sie nicht nur eine Zeile, sondern einen ganzen Textblock löschen, greifen Sie zur Taste [F3] und markieren die gewünschte Stelle zunächst. Dazu navigieren Sie zum ersten Zeichen, drücken [F3] und gehen zum Ende des Textblocks. Den markierten Bereich hebt Mcedit farblich hervor. Am Ende des Abschnitts drücken Sie wieder [F3], um den Hervorhebungsmodus zu verlassen. Danach löschen Sie mit [F8] den gesamten markierten Text. Zum Markieren können Sie in Mcedit auch die Cursortasten mit gedrückt gehaltener Umschalttaste verwenden, ähnlich wie etwa in OpenOffice. Das funktioniert aber nicht in jedem Terminalprogramm: KDEs Konsole belegt z. B. [Umschalt]+[Links] und [Umschalt]+[Rechts] mit dem Wechseln des aktiven Konsolen-Tabs.

Kopieren und Verschieben funktioniert ähnlich: Erst markieren Sie einen Bereich wie im vorherigen Punkt beschrieben mit [F3], danach drücken Sie [F5], um den markierten Abschnitt an die aktuelle Cursorposition zu kopieren. Wenn Sie stattdessen [F6] wählen, verschieben Sie den Bereich.

Äußerst komfortabel ist die Suchfunktion. Über [F7] öffnen Sie einen Dialog, in dem Sie die gesuchte Zeichenkette eingeben und außerdem zusätzliche Optionen (Groß-/Kleinschreibung, nur ganze Wörter, rückwärts und so weiter) an- und ausschalten. Dazu wandern Sie entweder mit den Pfeiltasten zu einer Option und drücken die Leertaste, oder Sie drücken direkt mit gehaltener Alt-Taste den hervorgehobenen Buchstaben der Option, zum Beispiel [Alt]+[S] für Groß-/Kleinschreibung. Mcedit hebt den ersten Treffer hervor, und zum nächsten Treffer springen Sie über Druck auf [F17]. Leider haben die meisten Tastaturen keine 17. Funktionstaste, darum suchen Sie den nächsten Treffer mit [F7],[Eingabe]: Das ruft den Suchdialog erneut auf, Ihr letzter Suchbegriff steht noch in der Maske.

Mcedit bietet darüber hinaus über [F4] einen Dialog, in dem Sie gefundene Zeichenketten direkt durch etwas anderes ersetzen können. Tipp: Die Suchchronik mit vergangenen Suchbegriffen öffnen Sie aus dem Suchdialog heraus über [Alt]+[H] (oder [Esc] und dann [H]).

Mit [F10] verlassen Sie Mcedit. Ist die Datei unverändert, quittiert der Editor seinen Dienst sofort, und Sie sehen wieder den Shell-Prompt. Haben Sie die Datei hingegen bearbeitet, fragt ein Dialogfenster nach, ob Sie speichern möchten. Dann können Sie zwischen Doch nicht beenden, Ja und Nein wählen.

Auch in Mcedit können Sie die aktuelle Datei sichern, ohne den Editor zu beenden: [F2] speichert das Werk unter demselben Namen, [F12] (oder [F9] und Auswahl des Menüeintrags Datei / Speichern unter) unter einem neuen.

Anpassungsfähig

Als Bestandteil des Midnight Commanders teilt sich Mcedit mit diesem auch die Konfigurationsdateien im versteckten Verzeichnis ~/.mc/ in Ihrem Home-Verzeichnis. Dort liegen gleich mehrere Dateien, unter anderem eine Chronik Ihrer letzten Arbeitsschritte (~/.mc/history) und die allgemeinen Einstellungen (~/.mc/ini). Diese Datei müssen Sie aber nicht mit einem Texteditor bearbeiten, um Mcedit an Ihre Wünsche anzupassen. Über das Menü im Mcedit (Taste [F9]) und dort in den Optionen richten Sie den Dateimanager und den Texteditor bequem ein.

Mcedit bietet von Haus aus Syntax-Highlighting an und stellt für zahlreiche Dateiformate bereits fertige Farbschemata bereit. Diese finden Sie auf allen von uns unterstützten Distributionen im Verzeichnis /usr/share/mc/syntax. Ubuntu-Anwender sehen hier einige zusätzliche Highlighting-Dateien für Debian-spezifische Konfigurationsdateien, zum Beispiel debian-changelog.syntax oder auch debian-sources-list.syntax. Erkennt Mcedit den Dateityp nicht korrekt, suchen Sie über das Menü ([F9]) / Optionen / Syntaxhervorhebung selbst ein Farbschema aus (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auf Debian-basierten Systemen (hier Ubuntu) bietet Mcedit spezielle Highlighting-Dateien an. Über das Menü schalten Sie manuell zu einer anderen Ansicht um.

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