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Opera 10.0

Zehn ist Trumpf

Gleich bündelweise Neuerungen hat Version 10 des Opera-Browsers im Gepäck: Er integriert Web-Dienste, bringt eine konfigurierbare Schnellwahl mit und wurde von den Entwicklern ordentlich aufgehübscht.

Fast sechs Monate nach der ersten Testversion hat Opera Software Version 10 seines Browsers freigegeben [1] und nicht mit neuen Features gespart. Unter der Haube werkelt die HTML-Rendering-Engine Presto 2.2, die das Surfen mit Opera noch schneller machen soll – und tatsächlich bauten sich aufwendig gestaltetete Seiten wie Facebook-Profile in unserem Test flotter auf als mit der letzten 9er-Version des Browsers.

Einen extra Geschwindigkeitsschub erhalten Sie, wenn Sie den "Opera Turbo" über das Icon links unten in der Statusleiste zünden: Dann leitet Opera alle Seitenanforderungen (außer verschlüsselten Verbindungen) über einen Proxy und liefert die Bilder komprimiert aus. Inhalte, die Plug-ins erfordern, wie etwa Flash-Applets, müssen Sie in diesem Modus manuell aktivieren. Das Surfen im Turbo-Modus ist wesentlich schneller, Sie müssen jedoch bei Bildern häufig störende Artefakte in Kauf nehmen. Auf Wunsch lässt sich Opera so einstellen, dass er automatisch den Turbo-Modus aktiviert, wenn er eine langsame Verbindung erkennt.

Surf-Komfort

Eine Neuerung, die ins Auge fällt und noch dazu ausgesprochen praktisch ist, sind die visuellen Tabs. Die eher schlichte Reiterleiste können Sie per Drag & Drop nach unten aufziehen, so dass Opera anstelle von beschrifteten Reitern Vorschaubilder der geöffneten Webseiten zeigt (Abbildung 1). Anwender, die die Tab-Leiste am linken Fensterrand platziert haben, sehen automatisch die Vorschaubilder, solange nicht mehr als 14 Reiter offen sind. Ist die Zahl höher, wechselt Opera aus Gründen der Übersichtlichkeit automatisch wieder zur normalen Schaltflächendarstellung. Bei Seiten mit viel JavaScript-Code zeigten sich aber im Test bei den visuellen Tabs Grafikfehler, die durch Überfahren mit der Maus verschwanden.

Abbildung 1: Die neuen visuellen Tabs in Opera 10 zeigen eine Vorschau der geöffneten Seiten an.

Version 10 des Browsers integriert eine Reihe Webdienste für Mail und RSS-Feeds. Klicken Sie auf einen RSS- oder mailto:-Link, bietet Opera an, ihn über einen der voreingestellten Web-Dienste zu verarbeiten. Während bei den Newsfeeds populäre Angebote wie der Google Reader oder Yahoo mit an Bord sind, fehlen diese bei den Webmail-Diensten komplett – dort stehen gerade einmal vier hierzulande eher unbekannte Anbieter zur Auswahl.

Sehr gut gelungen sind die erweiterten Einstellungen bei der Schnellwahl, die Opera anzeigt, wenn Sie einen neuen Tab öffnen. Die Ansicht lässt sich jetzt anpassen, und Sie können bis zu 25 Schnellwahlseiten definieren und ein eigenes Hintergrundbild verwenden. Die dort hinterlegten Seiten sortieren Sie nach eigenen Wünschen, und beim Layout wählen Sie zwischen mehreren Varianten vom klassischen Schema 3 x 3 über 4 x 3 oder 3 x 4 bis hin zu 5 x 5.

Ebenfalls neu ist die eingebaute, auf Hunspell [2] basierende Rechtschreibprüfung, die sowohl beim Verfassen von E-Mails als auch beim Schreiben im Browser – etwa bei Forenbeiträgen – zur Verfügung steht. Das Opera-Mailprogramm kann nun auch RTF- und HTML-formatierte Mails erstellen. Wenn Sie über das POP-Protokoll auf Ihre Mailbox zugreifen, können Sie die Mails zunächst auf dem Server liegen und nach einer frei wählbaren Anzahl von Tagen dort löschen lassen.

Fazit

Mit Opera 10 haben die Entwickler wieder einen Browser mit vielen durchdachten Funktionen herausgebracht. Besonders die Idee mit den visuellen Tabs hat noch kein Konkurrent so umgesetzt. Die Integration von Mail- und RSS-Diensten ist nicht ganz so neu, aber trotzdem sehr praktisch. Für die kommenden Versionen stehen nun für das Opera-Team noch einige Schönheitskorrekturen an: So sollten sie die Grafikfehler bei den visuellen Tabs in den Griff bekommen und mehr bzw. bekanntere Webdienste integrieren. Auch wäre es ergonomischer, bei einer vertikalen Tab-Leiste nur dann visuelle Tabs einzublenden, wenn nicht mehr als fünf bis sieben Reiter geöffnet sind. Bei 14 Tabs ist die Vorschau so schmal, dass man fast nichts erkennen kann.

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