Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

Ubuntu und Knoppix basieren auf Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Knoppix: Einige Extras nachrüsten

Wenn Sie unter der aktuellen Knoppix-Version 6.1 in ein Terminal oder einen mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstarter den Befehl sudo knoppix-install-extras eingeben, startet ein kleines Skript, das anbietet, verschiedene unter einer nicht-freien Lizenz stehenden Programme nachzurüsten. Das Skript prüft dabei, welche Komponenten auf dem System vorhanden sind, und schlägt nur fehlende Programme vor. Dazu gehören in der Voreinstellung Amarok, Audacity, der Flash Player, Kaffeine, MPlayer und verschiedene unfreie Fonts (Abbildung 1). Voraussetzung ist eine funktionierende und ausreichend schnelle Internetverbindung – je nach ausgewählten Komponenten dauert das Herunterladen der Software und der davon abhängigen Pakete ein bisschen.

Nach dem Anklicken eines oder mehrerer Pakete bestätigen Sie Ihre Wahl über Installieren. Ein Terminalfenster öffnet sich, in dem Sie den Fortschritt verfolgen können: Erst lädt der Paketverwalter die Liste der verfügbaren Pakete herunter, dann die Software selbst, und danach installiert er die ausgesuchten Komponenten. Je nach Paket bittet das Konfigurationstool, das im Hintergrund seine Arbeit verrichtet, um Ihre Mithilfe. In der Regel können Sie dann mit der Eingabetaste die angebotene Voreinstellung übernehmen. Ein Dialog informiert Sie abschließend darüber, dass alles korrekt installiert und eingerichtet wurde.

Abbildung 1: Auf Wunsch installiert das Skript Pakete nach, die wegen Lizenzproblemen nicht Teil der offiziellen Knoppix-Distribution sind.

Tipp: Knoppix: Standardterminal für LXDE auswählen

Wenn Sie im unteren Panel auf das Terminal-Icon klicken, startet in der Voreinstellung LXTerminal, die LXDE-Konsolenanwendung. Welches Terminal hier bei Mausklick den Dienst aufnimmt, regelt der symbolische Link /etc/alternatives/x-terminal-emulator.

Knoppix als Debian-Ableger verwendet auch das Alternativen-System von Debian. Die Idee dahinter ist die folgende: Für die meisten Einsatzbereiche stehen gleich mehrere Anwendungen zur Verfügung. So buhlen zahlreiche Windowmanager, Texteditoren, Browser oder Konsolenprogramme um die Gunst der Benutzer. Um dem Anwender die Wahl zu erleichtern, bestimmen Debian-basierte Systeme wie auch Knoppix und Ubuntu über so genannte Alternativen für eine solche Programmgruppe eine Standardanwendung, die startet, wenn der Benutzer nichts anderes angibt.

Wie erwähnt sind die Dateien in /etc/alternatives/ symbolische Links auf die jeweils zu startenden Standardprogramme. Um einen solchen Link zu verändern und die Prioritäten innerhalb einer Gruppe von Alternativen zu verändern, passen Sie die Verlinkungen aber nicht von Hand an, denn für diese Aufgabe gibt es das Konfigurationswerkzeug update-alternatives. Sie bedienen es auf der Konsole. Geben Sie den Befehl mit dem Aufrufparameter --display in ein Terminalfenster ein, zeigt das Tool den Status, die Priorität und weitere Alternativen an (erster Befehlsaufruf in Listing 1).

Listing 1

"update-alternatives"

sudo update-alternatives --display x-terminal-emulator
 Link verweist zur Zeit auf /usr/bin/lxterminal
…
sudo update-alternatives --config x-terminal-emulator
Es gibt 4 Alternativen, die »x-terminal-emulator« bereitstellen.
  Auswahl      Alternative
———————————————–
          1    /usr/bin/urxvtcd
          2    /usr/bin/urxvt
*+        3    /usr/bin/lxterminal
          4    /usr/bin/gnome-terminal.wrapper
Drücken Sie die Eingabetaste, um die Vorgabe[*] beizubehalten,
oder geben Sie die Auswahlnummer ein:

Ersetzen Sie die Option --display durch --config, können Sie einen neuen Standard für die Gruppe definieren (zweiter Befehlsaufruf in Listing 1). Um nun beispielsweise das Gnome-Terminal auszuwählen, geben Sie die Zahl 4 ein und drücken die Eingabetaste. Künftig startet beim Klick auf das Terminal-Icon im Panel die Gnome-Konsole.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

EL 08-10/2017: BACKUP

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

Samsung VG-KBD1500 - Bluetooth-Tastatur mit Touchpad mit Xubuntu 16.04.2 LTS
Linux- & BSD-UserGroup im Weserbergland, 16.08.2017 19:16, 0 Antworten
Bin grad mit "meinem Latein am Ende" darum hier mal so in den Raum geworfen. Samsung VG-KBD1500 -...
Tails verbindet nicht mit WLan
Georg Vogel, 30.07.2017 15:06, 5 Antworten
Hallo zusammen! Habe mir von Linux Mint aus einen Tails USB-Stick erstellt. Läuft soweit gut,...
Genivi for Raspberry Pi 3
Sebastian Ortmanns, 28.07.2017 10:37, 1 Antworten
I try to build a Genivi Development Platform for Rasberry Pi 3. But I always get the failures bel...
Bash awk Verständnis-Frage
Josef Federl, 22.07.2017 17:46, 2 Antworten
#!/bin/bash # Skriptdateiname = test.sh spaltennummer=10 wert=zehner awk '{ $'$spaltennummer'...
Bash - verschachtelte Variablenersetzung, das geht doch eleganter als meine Lösung?
Josef Federl, 18.07.2017 20:24, 3 Antworten
#!/bin/bash #Ziel des Skriptes wird sein die ID zu extrahieren hier nur als Consolentest: root@...