Jede Menge Applikationen und Einrichtungsdialoge finden Sie in den Standardmenüs des Gnome-Desktops. Während sich unter Anwendungen Programme nach Kategorien sortiert tummeln, erreichen Sie über Orte bestimmte Verzeichnisse im Dateimanager Nautilus und über System Einrichtungsdialoge für die persönlichen und systemweiten Einstellungen. Um eigene Menüs, etwa für die Lieblingsprogramme oder -orte, anzulegen, gehen Sie wie folgt vor:
/bin/, /usr/bin/, /usr/X11R6/bin/ sowie in den verschiedenen Unterordnern von /opt/. Die Felder Name und Befehl sind optional.Über OK schließen Sie die Einrichtung ab. Alle neuen Menüs und Menüeinträge sind sofort aktiv und tauchen in den entsprechenden Menüs auf.
In der Standardeinstellung klappt ein Druck auf [Alt]+[F1] das Menü Anwendungen aus. Um den Shortcut zu ändern, öffnen Sie aus dem Menü System / Einstellungen den Dialog Tastenkombinationen. Wandern Sie dort zum Bereich Desktop und dort weiter runter zu Show the panel's main menu (Zeige das Hauptmenü des Panels). Klicken Sie mit der linken Maustaste auf die Zeile und drücken Sie eine neue Tastenkombination oder eine einzelne Taste (etwa die Windows-Taste). Die Änderung ist sofort aktiv, und Sie können den Dialog mit einem Druck auf Schließen beenden.
Sollte die Taste oder Tastenkombination schon belegt sein, zeigt Gnome einen Warnhinweis und lässt Ihnen die Wahl: Klicken Sie auf Zuweisen, um die bisher zugeordnete Aktion zu überschreiben und Ihren Kopf durchzusetzen, oder auf Abbrechen, um einen neuen Shortcut zu wählen.
Sind die Kontrollleisten erstmal eingerichtet und mit den Lieblings-Applets bestückt, wäre es schön, eine weitere (unabsichtliche) Konfiguration der Taskleisten zu verhindern. In neueren Gnome-Versionen verhindern Sie eine Anpassung der Leisten über den GConf-Editor:
gconf-editor.Starten Sie die Panels neu. Dazu öffnen Sie ein Terminal oder den Schnellstarter über [Alt]+[F2] und tippen den folgenden Befehl ein:
killall gnome-panel
Anschließend sind die gewohnten Einträge des Kontextmenüs der rechten Maustaste (zum Beispiel Zum Panel hinzufügen oder Eigenschaften) nicht mehr vorhanden, und auch das Verschieben mit [Alt] und der linken Maustaste funktioniert nicht mehr. Die Sperrung heben Sie wieder auf, indem Sie das Häkchen bei der Option locked_down entfernen. Können Sie auch danach einzelne Applets oder Starter im Panel nicht verschieben, überprüfen Sie mit einem rechten Mausklick auf das Icon, ob die Option Auf dem Panel sperren aktiviert ist, und entfernen gegebenenfalls das Häkchen.
Der Einrichtungseditor GConf bietet ein praktisches Feature, mit dem Sie die letzten Änderungen schnell wiederfinden. Nach dem Start rufen Sie im Menü Bearbeiten / Zuletzt bearbeitete Schlüssel auf oder drücken [Strg]+[R]. GConf blendet dann im unteren Fensterbereich eine Liste ein. Klicken Sie auf einen der Einträge, bringt Sie das Programm direkt zum entsprechenden Schlüssel (Abbildung 2). Über das kleine Symbol mit dem Kreuz neben der Liste schließen Sie das Fenster, mit dem Icon darunter kopieren Sie den Schlüsselpfad in die Zwischenablage, und per Klick auf das Symbol mit dem Besen löschen Sie die Liste der zuletzt besuchten Schlüssel.
Verwenden Sie einen Laptop, lohnt sich ein Blick auf die Gnome-Energieverwaltung (Menü System / Einstellungen). Auf dem Reiter Allgemein im Bereich Benachrichtigungsfeld wählen Sie, ob Gnome im Systemabschnitt des oberen Panels immer oder nur bei bestimmten Akkuzuständen ein Symbol einblenden soll.
In diesem Dialogfenster stellen Sie außerdem ein, was beim Drücken des Ein-/Ausschalters passiert (Nachfragen, Ruhezustand oder Ausschalten) und welche Aktion die Bereitschaftstaste (z. B. [Mond] auf einigen Tastaturen) auslöst (Ignorieren oder Ruhezustand). Die anderen beiden Reiter bieten Konfigurationsmöglichkeiten für die Energieverwaltung im Netz- und Akkubetrieb des Laptops.
Diesen Einrichtungsdialog öffnen Sie übrigens alternativ, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Batteriesymbol klicken und im Kontextmenü den Eintrag Einstellungen wählen.
Je nachdem, ob das Ladekabel steckt oder nicht, verändert sich das Aussehen des Batteriesymbols. Wenn Sie im Akkubetrieb den Mauszeiger über das Icon mit der Batterie bewegen, erscheint ein kleiner Hinweis mit der Information, ob der Rechner im Akku- oder Netzbetrieb arbeitet, und einer Schätzung, wie lange die Akkuleistung voraussichtlich noch ausreicht (Abbildung 3). Im Netzbetrieb zeigt das Hinweisfenster die geschätzte Zeit, die noch nötig ist, bis der Akku vollständig geladen ist.
Eine Kurzinfo zum Akkuladezustand sowie einen Knopf, der den Laptop in den Ruhezustand versetzt, blenden Sie ein, indem Sie mit der linken Maustaste auf die Batterie klicken. Öffnen Sie hingegen per Rechtsklick das Kontextmenü, finden Sie die bereits erwähnten Einstellungsmöglichkeiten und auch den Dialog Energieverbrauch, in dem Sie den Erfolg verschiedener Energiesparmaßnahmen beobachten (Abbildung 4). Dieser zeigt unter anderem Verlaufsanzeigen für den Energieverbrauch in Watt und verschiedene zeitliche Verläufe (Energie-, Lade- und Spannungschronik) an.
Gibt es auf Ihrem Rechner mehrere Benutzeraccounts, bietet der Gnome-Desktop ein praktisches Panel-Applet, über das Sie schnell einen anderen Benutzer anmelden können, ohne die eigene Sitzung schließen zu müssen. Über einen Rechtsklick auf das Panel und Hinzufügen starten Sie den Auswahldialog für die Panel-Erweiterungen; das Applet finden Sie unter Benutzerwechsel.
Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf das neue Symbol klicken, haben Sie die Möglichkeit, die eigenen Angaben zu ändern, Benutzer und Gruppen zu bearbeiten und den Anmeldebildschirm einzurichten. Die beiden letztgenannten Optionen erfordern Administratorrechte. Über Einstellungen öffnen Sie ein Dialogfenster, in dem Sie einstellen, wie das Applet aussieht (Symbol oder Name des Accounts), ob Gnome den Bildschirm beim Accountwechsel sperrt und ob das System um Bestätigung bittet, wenn Sie einen Benutzer abmelden, den Rechner neu starten oder ausschalten wollen.
Mit der linken Maustaste erreichen Sie in der Voreinstellung nicht nur sämtliche Accounts, sondern auch Funktionen zum Sperren des Bildschirms, zum Abmelden, Rebooten und so weiter.
Noch mehr Konfigurationsmöglichkeiten für das Applet finden Sie im GConf-Editor ([Alt]+[F2] und Eingabe von gconf-editor). Wechseln Sie links zu apps / fast-user-switch-applet. Wenn Sie ein Häkchen bei show_active_users_only setzen, zeigt das Applet nur noch die aktuell am Rechner angemeldeten Benutzer an. Auf Ubuntu-Systemen ist in der Voreinstellung die Anzeige des Gastaccounts aktiviert (show_guest_login). Möchten Sie im Applet keine Funktionen zum Abmelden, Neustarten und so weiter anbieten, deaktivieren Sie den Eintrag show_session_commands.
Sie haben vor Ewigkeiten mehrere Konten im Gnome-Mailprogramm eingerichtet und die Checkbox An Passwort erinnern angeklickt, erinnern sich jetzt aber nicht mehr an die Kennwörter? Kein Problem, der Gnome-Schlüsselbund und das Programm Seahorse helfen weiter:
seahorse in ein Schnellstart- oder Terminalfenster oder über das Menü Anwendungen / Zubehör / Passwörter und Verschlüsselung.Anschließend klappen Sie im Eigenschaften-Dialogfenster den Bereich Passwort auf. Wenn Sie in die Checkbox Passwort anzeigen klicken, blendet das Feld das Kennwort im Klartext ein (Abbildung 5).
Der Feed-Aggregator Liferea (Linux Feed Reader) behält RSS- und Atom-Feeds für Sie im Blick und präsentiert die Nachrichten intern im Programmfenster oder extern im Lieblingsbrowser [1]. Ist das Gnome-Programm erstmal eingerichtet und mit zahlreichen Feeds gefüttert, wäre es schade, diese Liste bei einem Systemcrash oder einem Wechsel zu einem anderen Reader zu verlieren. Liferea bietet (wie die meisten anderen Feed Reader) an, die eigene Abonnement-Sammlung im OPML-Format zu sichern.
Rufen Sie dazu den Menüpunkt Abonnements / Feed-Liste exportieren auf und geben Sie im folgenden Dialog der Datei einen Namen. (Voreingestellt ist feedlist.opml.) Abschließend klicken Sie auf Export, um die Liste zu speichern.
Auch andere Feed Reader, wie zum Beispiel Akregator oder Newsbeuter, bieten an, die Feed-Liste als OPML-Datei zu exportieren. Um eine solche Sammlung in den Gnome-Reader zu importieren, rufen Sie im Menü Abonnements / Feed-Liste importieren auf und wählen die OPML-Datei aus. Die neue Feed-Liste taucht im linken Bereich des Liferea-Fensters anschließend unter Importierte Abonnements auf.
Auf verschiedenen Mailinglisten [2] zu (Open)Suse, Mandriva Linux und Ubuntu unterhalten sich EasyLinux-Leser über Artikel der letzten Ausgaben und allgemeine Probleme mit diesen Distributionen. Immer mal wieder mischen sich so genannte Off-Topic-Themen in die Diskussionsbeiträge – so lernen sich die Teilnehmer kennen und tauschen so manche Anekdote abseits von (Easy)Linux-Themen aus.
Wer noch privater und in Echtzeit plaudern möchte, findet einige bekannte Gesichter der Mailinglisten im EasyLinux-Chatroom im IRC [3]. So nehmen Sie mit dem Gnome-Client XChat Kontakt zum EasyLinux-Chat auf:
xchat.In separaten Reitern öffnet XChat auch private Unterhaltungen, so genannte Queries. Um einen privaten Chat mit einem Channel-Mitglied zu starten, klicken Sie den Nicknamen in der rechten Liste doppelt an, XChat öffnet dann einen neuen Tab. (hge)
Glossar
OPML
Die Outline Processor Markup Language ist ein XML-Format, das beim Austausch strukturierter Informationen hilft. Häufig wird OPML zum Austausch von Feedlisten zwischen RSS-Readern eingesetzt.
Off-Topic
Kurz OT, bedeutet etwa "ohne Bezug zum Thema" oder "abseits des eigentlichen Themas"; auf Mailinglisten und in Foren erkennen Benutzer am Kürzel "OT" im Betreff, dass hier ein Beitrag folgt, der sich nicht mit dem eigentlichen Thema der Liste oder Gruppe befasst.
Infos
[1] Artikel zu Liferea: Kristian Kißling, "Feed your head", EasyLinux 04/2007, S. 70 ff., http://www.easylinux.de/2007/04/070-liferea/
[2] EasyLinux-Mailinglisten: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten
[3] Artikel zu IRC und XChat: Hans-Georg Eßer, "Mehr als Instant Messaging", EasyLinux 10/2003, S. 46 ff., http://www.easylinux.de/2003/10/046-xchat/