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Rettungsring für Ihre Daten

Daten sicher verwahren

24.09.2009
Beinahe jedem sind aus den verschiedensten Gründen schon wichtige Daten abhanden gekommen – in den meisten Fällen hätte ein Backup geholfen, einen solchen Verlust zu verhindern.

Die Festplatte ist das fehleranfälligste Bauteil eines Rechner und zugleich sein wichtigstes. Enthält sie doch alle Daten, die Sie mit dem PC erzeugen, verarbeiten oder vorhalten. Festplatten reagieren mehr oder weniger empfindlich auf thermische oder mechanische Belastungen, unter ungünstigen Umständen genügt ein Stoß gegen den Rechner, um sie zu beschädigen.

Diesen Aspekten gilt es Rechnung zu tragen und die wichtigen Daten in regelmäßigen Abständen zu sichern. Allerdings ist die Empfindlichkeit von Festplatten nicht das einzige Argument für eine Datensicherung. Mindestens genauso häufig wie durch defekte Festplatten sorgen kaputte Dateisysteme, Schädlingsbefall der Windows-Partition oder versehentliches Löschen dafür, dass Daten im Nirvana verschwinden. Mit einfachen Mitteln sorgen Sie für Abhilfe.

Speichermedien

Generell eignet sich jeder Datenträger, der das nötige Fassungsvermögen mitbringt, als Backup-Medium. Der wohl unkomplizierteste Weg ist es, dem Rechner eine zweite Festplatte zu spendieren und die relevanten Daten in regelmäßigen Abständen von der einen auf die andere Platte zu kopieren. Geht eine davon kaputt, sind immer noch alle Daten auf der anderen vorhanden. Wem das Kopieren der Dateien auf Dauer zu umständlich ist, der bildet aus den Platten einen RAID-1-Verbund. Die Installationsroutinen von Distributionen wie OpenSuse enthalten bereits die notwendigen grafischen Konfigurationselemente, um das einfach zu bewerkstelligen.

Das System schreibt dann die Daten jeweils auf beide Platten gleichzeitig. Fällt eine aus, müssen Sie diese lediglich durch eine neue ersetzen und sie in den RAID-Verbund aufnehmen. Diese Methode hat jedoch mehrere Nachteile: Ereignisse, die den Rechner beschädigen oder zerstören, etwa Überspannung durch Blitzeinschläge, ziehen unter Umständen beide Platten in Mitleidenschaft. Des Weiteren hilft RAID-1 lediglich gegen Festplattenausfälle. Fehler im Dateisystem oder das versehentliche Löschen von Dateien fängt diese Methode der redundanten Datenspeicherung nicht ab. Des weiteren sinkt die Performance der Platten speziell beim Einsatz im Soft-RAID unter Umständen um 30- oder mehr Prozent.

Diese potentiellen Gefahrenquellen für Ihre Daten umgehen Sie mit dem Einsatz einer externen Festplatte, die Sie ausschließlich zum Zweck der Datensicherung an den Rechner anstecken und nach dem Backup wieder in den Schrank legen. Speziell für kleinere Datenmengen gilt als alternative Speichermethode inzwischen der deutlich robustere USB-Stick. Je nach Hersteller liegt der GByte-Preis zwischenzeitlich bei etwa 1,50 bis 3 Euro. Sie gibt es in den Größen von 1 bis 256 GByte. Beim reinen Einsatz als Backup-Medium fällt die limitierte Anzahl der Schreibzyklen je Speicherzelle nicht ins Gewicht. Allerdings müssen Sie gegenüber den Festplatten eine deutlich niedrigere Transferrate in Kauf nehmen.

Als weitere Backup-Medien wurden in der Vergangenheit oft CDs und DVDs eingesetzt. Das war jedoch zu einer Zeit, als noch keine brauchbaren Erkenntnisse über die Haltbarkeit der Medien vorlagen. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass es bereits nach drei bis fünf Jahren zu Datenverlusten auf gebrannten Rohlingen kommen kann. Bei wiederbeschreibbaren DVDs liegt die Haltbartkeit unter Umständen noch deutlich darunter. Deswegen eignet sich diese Art der Datensicherung nur für einen relativ kurzen Zeitraum. Sie sollten darüber hinaus die Medien mit dem Erstellungsdatum versehen und alle zwei bis drei Jahre umkopieren.

Übermorgen

Ein Thema, das seit Jahren eng mit dem der Datensicherung verwoben ist und das bei den Anwendern immer wieder für Verunsicherung sorgt, ist die Haltbarkeit von Speichermedien. Wie erwähnt eignen sich optische Datenträger wie CDs und DVDs nur für einen relativ begrenzten Zeitraum zum Sichern von Daten. Geht es darum, diese zehn Jahre oder länger zu verwahren, wird die Luft schon dünn. Mangels Langzeiterfahrung kann man derzeit über die Haltbarkeit von USB-Sticks nur spekulieren. Erste Prognosen deuten jedoch darauf hin, dass sie sich sehr gut zum längerfristigen Speichern von Daten eignen. Eine immer größere Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch die Solid State Drives, die zwischenzeitlich schon zu einem GByte-Preis von 1,50 Euro erhältlich sind.

Als relativ haltbares Speichermedium gilt die Festplatte, beim Einsatz für Backups deutlich länger als zehn Jahre hält. Allerdings kommen bei längeren Lagerzeiten Unwägbarkeiten ins Spiel, nämlich der rasante Wandel der IT und damit verbunden der Wechsel von Standards. Galt beispielsweise vor wenigen Jahren die IDE-Schnittstelle als der Standard schlechthin, hat ihn heute SATA weitgehend abgelöst. Hauptplatinen der nächsten und übernächsten Generation werden eine IDE-Schnittstelle vermutlich schon nicht mehr enthalten. Ähnlich sieht es bei Dateiformaten aus. So wechseln Kamerahersteller nicht selten bei jedem Modellwechsel auch das verwendete RAW-Format, was dazu führen kann, dass es in zehn Jahren keine Software mehr gibt, welche die Bilder anzeigt. Abhilfe schafft in diesem Fall das Konvertieren der Bilder in Adobes Standard-Format DNG [1]. Für langfristig aufzubewahrende Textdokumente empfiehlt sich das Konvertieren ins PDF- oder RTF-Format, die aller Voraussicht auch in zehn Jahren noch Bestand haben werden.

Eine alternative Speichermethode bietet das Online-Backup. Dank der zwischenzeitlich beinahe flächendeckend erhältlichen Breitbandanschlüsse ans Internet ist es heute kein Problem mehr, auch mehrere GByte große Daten zu transferieren. Anbieter, die Online-Storage für wenig Geld anbieten, gibt es inzwischen genügend. Allerdings ist auch dieses Verfahren nicht frei von Gefahren, da Sie zum einen Ihre Daten aus der Hand geben müssen und es zum anderen keine Gewähr dafür gibt, dass die Firma in zehn Jahren noch existiert. Sie sollten Online-Backups immer verschlüsseln, um sie vor Fremdzugriffen zu schützen.

Der Königsweg bei der digitalen Datensicherung ist gerade für die Langzeitarchivierung die Bandsicherung, die nach wie vor die meisten Firmen nutzen. Wegen der hohen Anschaffungskosten und der umständlichen Rekonstruktion der Daten spielt diese Art des Backups im privaten Umfeld nur selten eine Rolle.

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