Rauschen verboten

Das Modul Wavelet denoise bietet eine interessante Alternative zu den bereits vorhandenen Entrauschungswerkzeugen von Gimp, etwa dem Standardwerkzeug, Gaußscher Weichzeichner. Es besticht durch seine unkomplizierte Bedienung und überzeugende Resultate (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Gimp-Modul "Wavelet denoise" erlaubt auf eine überaus leichte Art, das Rauschen in Bildern zu reduzieren.

Wie bei Plug-ins üblich, erscheint in der linken Fensterhälfte eine Vorschauansicht, die zeigt, wie sich die Einstellungen aufs Bild auswirken. Klicken Sie auf das Kreuz in der rechten unteren Ecke des Vorschaufensters, öffnet sich eine Miniatur des geladenen Bilds, in der Sie den gewünschten Bildausschnitt wählen. Eine Möglichkeit, diesen zu vergrößern, um das Ergebnis besser beurteilen zu können, fehlt jedoch. Als effektivste Methode wählen Sie folgende Einstellungen: Als Kanal-Vorschaualle, als KanalauswahlY und als FarbmodellYCbRc. Der so genannte Lumineszenz-Kanal (Y) enthält den größten Anteil an Detailinformationen eines Bilds. Auf ihn wirkt sich der Rauschfilter entsprechend am stärksten aus. Abhängig vom gewählten Farbmodell ändern sich die Einträge in der Kanal-Auswahl. Aktivieren Sie RGB erscheinen dort die Felder R (rot), G (grün), und B (blau). Das erlaubt es Ihnen, die Rauschunterdrückung für jeden Farbkanal getrennt vorzunehmen. Mit dem Schieberegler Grenzwert bestimmen Sie, wann das Plug-in Rauschen als solches wahrnimmt. Je weiter Sie ihn nach rechts schieben, desto stärker fällt die Wirkung aus. Der Regler Weichheit darunter legt die Übergangsgrenzwerte zwischen verschiedenen Bildbereichen fest. Je weiter Sie diesen nach rechts verschieben, desto schwächer wirkt die Einstellung. Generell gilt jedoch für alle derartigen Methoden, dass beim Entrauschen von Bildern zwangsläufig Detailinformationen verloren gehen. Deswegen sollten Sie das Werkzeug sehr behutsam einsetzen um die Balance zwischen Detailreichtum und Bildrauschen zu wahren.

Tausendsassa "G'MIC for Gimp"

Wer seine Bilder nicht nur verbessern, sondern auch künstlerisch aufbereiten möchte, findet im Plug-in G'MIC for Gimp das ideale Werkzeug. Sie öffnen es nach der Installation über Filter / G'MIC for GIMP. (Anwender von Mandriva müssen vor dem Verwenden der Erweiterung über RPMDrake das Paket libfftw nachinstallieren, das sich auf der Installations-DVD befindet). Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, das Ihnen 124 verschiedene Filter zur Verfügung stellt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Gimp-Plug-in "G'MIC" bietet eine Unzahl verschiedener Filter, viele davon aus der Kreativabteilung.

Reicht Ihnen die Auswahl nicht aus, genügt ein Klick auf Update filter mit aktiviertem Internet Update, um den Bestand zu ergänzen. Im Anschluß verfügt die Erweiterung im Ganzen über 409 Filter. Allerdings stellten sich danach auch Darstellungsfehler ein. So wurden die Rubriken nicht mehr korrekt und einzelne Filter teilweise gar nicht mehr angezeigt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Nach dem Internet-Update zeigt das Plug-in die Einträge nicht mehr korrekt an.

Die Erweiterung verwaltet die Filter in verschiedenen Kategorien, etwa Artistic, Colors oder Deformations. Ein Klick darauf öffnet sie und zeigt die enthaltenen Effekte an. Sofern die Checkbox Vorschau aktiviert wurde, sehen Sie in Echtzeit, wie sich die verschiedenen Filter auf das Bild auswirken. Anders als Wavelet denoise kann die Vorschauversion dieses Plug-ins den Bildausschnitt vergrößern oder verkleinern. Im unteren Bereich des Fensters finden Sie den Eintrag Input layers. Aus dem Drop-down-Menü links daneben wählen Sie, auf welchen Layer (Ebene) das Modul die Filter anwendet. Über den zweiten Eintrag Output links daneben wählen Sie, wie G'MIC die Änderungen speichert. Replace ersetzt Originalbild durch das modifizierte, New layer(s) sichert die Änderungen in einer neuen Ebene, und New image erstellt ein neues Bild, das die Änderungen enthält.

Auch jenseits der künstlerischen und verfremdenden Filter bietet das Modul einiges, was Gimp von Hause aus in dieser Form fehlt. So ermöglicht Ihnen der Filter Colors / Black & White das zielgenaue Umwandeln von Farb- in Schwarz-Weiß-Bilder mit einer Reihe von Einstellmöglichkeiten. Dazu zählen unter anderem die Intensität der verschiedenen Farbkanäle sowie das Einstreuen von Rauschen in den unterschiedlichen Helligkeitsbereichen, was dem Bild einen antiken Touch verleiht.

Wer es etwas verspielter mag, findet unter Deformations eine Reihe von Renderfiltern. Diese erzeugen nicht nur perspektivische Verzerrungen der unterschiedlichsten Arten, sondern simulieren im Bild auch verschiedene Formen der Wasserbewegung, deren Verhalten Sie über Schieberegler frei einstellen.

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