Gimp [1] gilt seit Langem als die Killer-Applikation unter den freien Bildbearbeitungsprogrammen. Nicht ohne Grund, bleibt es doch in seinen Möglichkeiten nur unwesentlich hinter den kommerziellen Konkurrenten wie Adobe Photoshop zurück. Auch der seit Jahren geäußerte Kritik an der umständlichen Bedienung trugen die Entwickler in den neueren Versionen Rechnung,und gestalteten das Programm deutlich benutzerfreundlicher.
Das Konzept
Eine Gemeinsamkeit beider Programme: Sie besitzen Schnittstellen, die es ohne Mühe erlauben, Erweiterungen einzupflegen und damit den Funktionsumfang der Software beinahe beliebig zu erweitern. Gimp geht hier allerdings noch einen Schritt weiter und bringt neben der Plug-in-API zusätzlich eine Scripting-Schnittstelle namens Script-Fu mit, welche die relativ leicht zu erlernende Skriptsprache Scheme unterstützt. Sie erlaubt es nicht nur, geskriptete Erweiterungen einzubinden, sondern auch sich wiederholende Arbeitschritte über ein Skript zu automatisieren. Eine große Auswahl dieser Plug-ins stellt die Webseite GIMP Plugin Registry [2] zum Download bereit.
Allerdings haftet allen Skripten ein nicht unerheblicher Makel an, der vor allem bei solchen zum Tragen kommt, die wie Plug-ins arbeiten: Sie besitzen keine Vorschaufunktion und arbeiten vergleichsweise langsam. Entsprechend ist es oft nötig, ein Skript mit verschiedenen Einstellungen aufs Bild anzuwenden, bis die optimale Konfiguration gefunden ist. Da aber die Verarbeitung der Skripte je nach Bildgröße zuweilen mehrere Minuten in Anspruch nimmt, artet diese Prozedur nicht selten in ein nerviges Geduldspiel aus.
Eine gänzlich anderes Konzept verfolgen die "echten" Gimp-Plug-ins. Sie sind Binärdateien, die entsprechend ohne Interpreter auskommen und deren Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich über denen der Skripte liegt. Allerdings stellt die GIMP Plugin Registry diese fast ausschließlich als Quellcode zum Download bereit, was ein oft mühsames Kompilieren der Erweiterungen unumgänglich macht. Um Ihnen diese Arbeit abzunehmen, haben wir zwei der besten Kandidaten für Sie vorkompiliert. Sie finden Sie auf der Heft-DVD im Verzeichnis /programme/andere/gimp-plugins/.
Installation
Um die Extensions zu installieren, öffnen Sie Ihr Home-Verzeichnis im Dateimanager und wechseln in den versteckten Ordner .gimp-2.6. Beachten Sie, dass Sie diesen nur sehen, wenn Sie zuvor unter Ansicht den Menüpunkt Versteckte Dateien anzeigen aktiviert haben. Wechseln Sie danach ins Verzeichnis plug-ins und kopieren Sie die Erweiterungen dort hinein. Verwenden Sie keine Unterverzeichnisse, da Gimp die Plug-ins sonst nicht mehr findet. Um Skripte zu installieren, wechseln Sie im Gimp-Verzeichnis in scripts und kopieren die gewünschten Skripte an diese Stelle. Wie die Plug-ins dürfen sie nicht in einem Unterordner liegen.
Nach einem Neustart des Programms stehen Ihnen die Erweiterungen zur Verfügung. Sie erreichen sie in der Regel über den Menüeintrag Filter. Hier kommt allerdings ein Nachteil von Gimp zum Vorschein: Die Zusatzmodule befinden sich nicht immer in einer separaten Kategorie, sondern sind zuweilen quer über die Einträge verstreut. So fanden wir die auf der Heft-DVD enthaltene Erweiterung Wavelet denoise erst nach einigem Suchen im Menüpunkt Filter / Verbessern / Wavelet denoise... wieder.



