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Office-Booster

Erweiterungen für OpenOffice

09.07.2009 Zum freien Office-Paket OpenOffice gibt es viele praktische Erweiterungen, die zusätzliche Funktionen einbauen und vorhandene Features verbessern. Welche davon Sie unbedingt ausprobieren sollten, verrät Ihnen dieser Artikel.

OpenOffice's schon in der Grundausstattung beträchtliche Featureliste können Sie durch zusätzliche Module noch ergänzen: Zahlreiche praktische Helfer sind als so genannte Extensions erhältlich. Damit Sie bei der Suche sofort ins Schwarze treffen, stellen wir Ihnen die besten Vertreter dieser Gattung vor.

Direkt integriert und stets aktuell

Während in früheren OpenOffice-Versionen der Extension-Mechanismus noch schwer zugänglich war, ist er seit einer Weile direkt und komfortabel in die Oberfläche integriert. Um das Hauptprogramm nicht unnötig mit Funktionen zu überladen, die nicht jeder Anwender braucht, gibt es viele neue Funktionen nur in Form herunterladbarer Erweiterungen, die bei OpenOffice "Extensions" heißen. Was sich zunächst umständlich anhört, ist bei näherem Hinsehen ein großer Vorteil: Jeder Anwender kann sein OpenOffice um genau die Funktionen erweitern, die er benötigt. Das spart Platz und Ladezeit und hält die Oberfläche übersichtlich. Zudem sind die Extensions unabhängig vom Veröffentlichungsrhythmus des Gesamtpakets, so dass Sie Aktualisierungen und Fehlerbehebungen viel schneller erhalten. Für die Version 3.0 von OpenOffice wurden beispielsweise die Wörterbücher in separate Extensions ausgelagert und schon mehrfach, auch zwischen zwei Programmversionen, auf den aktuellen Stand gebracht.

OpenOffice und das ".org"

Die offizielle Bezeichnung des Programms und des Open-Source-Projekts lautet "OpenOffice.org", mit dem angehängten ".org". In der Alltagssprache und auch beim Lesefluss wirkt der Anhang eher störend, deswegen verzichtet EasyLinux in den Artikeln zur besseren Lesbarkeit darauf – denn auch ohne ihn weiß jeder, welches Programm gemeint ist.

Doch warum eigentlich das umständliche ".org"? Das Projekt OpenOffice.org wurde im Jahr 2000 gegründet, und von Anfang an sollte der Name geschützt werden, um einen Missbrauch Dritter zu vermeiden. Leider gab es bereits zum damaligen Zeitpunkt einige ähnliche Wortkombinationen – daher wurde bewusst die Variante mit dem ".org"-Anhang gewählt, um Verwechslungen zu vermeiden.

Aber der Zusatz steht noch für einiges mehr: Das OpenOffice.org-Team entwickelt als offene Open-Source-Gemeinschaft freie Software. Im Vergleich zum kommerziellen ".com" drückt das ".org" genau diesen Gedanken der Offenheit und Freiheit aus.

Die Schaltzentrale für alle Extensions befindet sich unscheinbar versteckt im Menü Extras | Extension Manager (Abbildung 1). Dort können Sie zum Beispiel neue Erweiterungen installieren oder vorhandene entfernen. Am Anfang kommt Ihnen aus der Dialogbox noch gähnende Leere entgegen, doch das lässt sich ändern. Für den schnellen Zugriff auf das "OpenOffice.org Extensions Repository" [1] klicken Sie auf den blauen Schriftzug Hier erhalten Sie weitere Extensions, und nach kurzer Zeit startet Ihr Browser. Ähnlich wie der Add-on-Katalog bei Mozilla, ist dieses Repository für OpenOffice-Anwender die zentrale Anlaufstelle, um Extensions herunterzuladen.

Abbildung 1: Diese unscheinbare Dialogbox ist die zentrale Verwaltung für alle installierten Extensions.

Plattformunabhängigkeit und Systemvoraussetzungen

Beim Download der Erweiterungen müssen Sie lediglich auf zwei Dinge achten: erstens auf die Versionsnummer Ihres OpenOffice-Pakets und zweitens darauf, ob Sie Linux als 32- oder 64-Bit-Variante benutzen. Ihre OpenOffice-Version erfahren Sie ganz einfach auf dem Startbildschirm oder über Hilfe | Info über OpenOffice.org. Als Faustregel gilt: Linux-Distributionen, die ab November 2008 in den Handel gekommen sind, setzen sehr wahrscheinlich OpenOffice 3.0 oder höher ein. Die Frage, ob Sie die 32- oder 64-Bit-Variante von Linux einsetzen, beantwortet Ihnen die Aufschrift der Installations-DVD Ihrer Distribution. Im Zweifel gilt: Probieren Sie es einfach aus – Extensions warnen Sie, falls sie nicht installierbar sind. Kaputt machen können Sie dabei nichts.

Einige Erweiterungen sind direkt in der Programmierspache Java geschrieben, die unter Kubuntu standardmäßig nicht installiert ist. Java können Sie aber immer gebrauchen, deswegen sollten Sie dessen Installation schnell nachholen, indem Sie beispielsweise das Paket sun-java6-jre über die Systemverwaltung einspielen. Aber auch hier gilt: Wenn eine Extension Java benötigt und es nicht installiert ist, weist OpenOffice Sie darauf hin, ohne dass etwas passieren kann.

Haben Sie im Repository Ihre gewünschte Erweiterung gefunden, laden Sie durch einen Klick auf die Schaltfläche Get it! eine Datei herunter, die die Endung .oxt (OpenOffice Extension) trägt. Ein Doppelklick darauf aktiviert OpenOffice und startet die Installation. Je nach System und Konfiguration fragt ein Dialog nach, ob Sie die Extension nur für den aktuellen Benutzer oder für alle Benutzer installieren wollen. Am besten wählen Sie die Variante Für den aktuellen Benutzer: Dann können Sie die Erweiterung in Ruhe testen und sie erst dann den übrigen Benutzern Ihres PCs zugänglich machen, wenn alles so funktioniert, wie es soll.

Auch Vorlagen haben's in sich

Seit neuestem gibt es nicht nur für Extensions, sondern auch für Vorlagen eine zentrale Anlaufstelle bei OpenOffice. Aus dem OpenOffice Template Repository [2] können Sie viele Vorlagen herunterladen – angefangen von Briefbögen über Etiketten bis hin zu Jahreskalendern. Im Gegensatz zu den unten genannten Extensions können Sie hier gezielt einzelne Dateien auswählen.

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Infos zum Autor

Florian Effenberger

Florian Effenberger

Florian Effenberger engagiert sich seit vielen Jahren für freie Software und ist ehrenamtlich Vorstandsvorsitzender der The Document Foundation. Zuvor war er fast sieben Jahre im Projekt OpenOffice.org aktiv, zuletzt als Marketing Project Lead. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen darüber hinaus in der Konzeption von Unternehmens- und Schulnetzwerken samt Softwareverteilungslösungen auf Basis freier Software. Zudem schreibt er regelmäßig für zahlreiche deutsch- und englischsprachige Fachpublikationen und beschäftigt sich dabei auch mit rechtlichen Fragestellungen.


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