PostScript-Viewer

Die schon erwähnten Allesbetrachter von KDE und Gnome, also Okular und Evince, öffnen auch problemlos PostScript-Dateien. Eine ältere Alternative, die sich auf PostScript-Dateien spezialisiert hat, ist gv[5]. Das Tool ist vor allem dann interessant, wenn Sie ausgewählte Seiten aus einer PostScript-Datei zu einem neuen ps-Dokument zusammenstellen möchten. Dazu markieren Sie in der linken Seitenübersicht mit der mittleren Maustaste bestimmte Seiten und wählen dann im Menü File / Save Marked Pages (Datei / ausgewählte Seiten speichern).

Abbildung 4: Der PostScript-Viewer "gv" hilft beim Erstellen eines kleineren Dokuments, das nur ausgewählte Seiten enthält.

Drucken können Sie PostScript- und PDF-Dateien aus allen Viewern heraus – oder auch direkt auf der Kommandozeile, indem Sie dem Drucktool lpr den Dateinamen übergeben. Welche Schritte und eventuelle Umwandlungen dafür nötig sind, weiß das Drucksystem selbst.

Konverter

Die vielleicht am häufigsten benötigte Umwandlung ist die von PostScript- in PDF-Dateien. Das Kommandozeilentool, das dies bewerkstelligt, heißt ps2pdf und gehört unter OpenSuse zum Paket ghostscript-library, unter Ubuntu zu ghostscript und unter Mandriva Linux zu ghostscript-common. Sie geben beim Aufruf aus der Shell heraus einfach den Dateinamen der PostScript-Datei an, und ps2pdf erzeugt daraus eine PDF-Datei, bei der sich nur die Dateiendung ändert. Aus dokument.ps wird also dokument.pdf. Die Originaldatei bleibt dabei erhalten.

Für die andere Richtung, also vom PDF- ins PostScript-Format, gibt es entsprechend das Tool pdf2ps, das allerdings oft unbefriedigende Ergebnisse liefert, weil es Schriften in Bitmapgrafiken umwandelt. Die sehen am Bildschirm nicht gut aus und erschweren eine sinnvolle Weiterverarbeitung. Abhilfe schafft hier der Adobe Reader, den Sie auf der Kommandozeile zum Konvertieren ins PostScript-Format verwenden können. Die Befehlssyntax dafür ist:

acroread -toPostScript Datei.pdf

Über diesen Aufruf erzeugt der Adobe Reader eine PostScript-Datei Datei.ps, die in der Regel von etwas besserer Qualität ist als die mit pdf2ps erstellten Dateien.

Neben dem Umwandeln von PostScript und PDF ineinander dienen die meisten Tools dazu, Dinge an einer Datei zu ändern. So fasst z. B. psnup mehrere Seiten einer PostScript-Datei auf einer zusammen, psselect wählt einzelne Seiten aus und setzt sie zu einer neuen Datei zusammen, und psresize ändert das Seitenformat einer Datei – hilfreich, wenn Sie etwa eine in den USA erstellte Datei im US-Letter-Format vorliegen haben. Details zu vielen dieser Konverter verrät ein älterer EasyLinux-Artikel [6].

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Zu Befehl: gs & psutils
    PostScript ist eine plattformunabhängige Programmiersprache, in der Texte und Grafiken an Drucker übermittelt werden. Neben den bekannten Viewern für diese Formate gibt es auch auf der Kommandozeile viele nützliche und schnelle Tools, die .ps-Dateien bearbeiten und anzeigen. Wir zeigen, wie Sie mit Ghostscript und den PSUtils "geistreich" arbeiten.
  • Das PDF-Format
    Die meisten Computer-Besitzer stolpern früher oder später über PDF-Dokumente. Handbücher zu Software findet man heutzutage oft nur noch in diesem Format auf den zugehörigen CD-ROMs vor. In diesem Artikel zeigen wir, was PDF ist, welche Programme es rund um das "Portable Document Format" unter Linux gibt, und was auch Sie selbst alles damit anfangen können.
  • Ansichtssache
    PDF-Erfinder Adobe hat den Adobe Reader 8.1 freigegeben. Kann das proprietäre Anzeigeprogramme mehr als freie Software wie Xpdf und Evince?
  • Es muss nicht immer PowerPoint sein
    Ansprechende Präsentationen benötigen kein StarImpress, PowerPoint & Co., denn die Slides lassen sich genauso flexibel mit freier Software erstellen. Dank des Satzsystems TeX/LaTeX und dem PDF-Ausgabeformat muss man dabei nicht auf die Effektvielfalt der Konkurrenz verzichten.
  • Bild und Druck
    Durch seine reiche Ausstattung an Werkzeugen eignet sich Linux wie kaum ein anderes Betriebssystem zum Umgang mit Postscript- und PDF-Dokumenten. Wir stellen die besten Tools zur Anzeige und Konvertierung vor.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2015: Distributionen im Test

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Empfehlung gesucht Welche Dist als Wirt für VM ?
Roland Fischer, 31.07.2015 20:53, 0 Antworten
Wer kann mir Empfehlungen geben welche Distribution gut geeignet ist als Wirt für eine VM für Win...
Plugins bei OPERA - Linux Mint 17.1
Christoph-J. Walter, 23.07.2015 08:32, 2 Antworten
Beim Versuch Video-Sequenzen an zu schauen kommt die Meldung -Plug-ins und Shockwave abgestürzt-....
Wird Windows 10 update/upgrade mein Grub zerstören ?
daniel s, 22.07.2015 08:31, 5 Antworten
oder rührt Windows den Bootloader nicht an? das ist auch alles was Google mir nicht beantw...
Z FUER Y UND ANDERE EINGABEFEHLER AUF DER TASTATUR
heide marie voigt, 10.07.2015 13:53, 2 Antworten
BISHER konnte ich fehlerfrei schreiben ... nun ist einiges drucheinander geraten ... ich war bei...
PCLinuxOS lässt sich nicht installieren
Arth Lübkemann, 09.07.2015 18:53, 6 Antworten
Hallo Leute, ich versuche seit geraumer Zeit das aktuelle PCLinuxOS KDE per USB Stick zu insta...