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Nachrichten

09.07.2009

Google-Dienste unsicher

Google Mail, Calendar und Docs sind unsicher. Das stellen Wissenschaftler in einem offenen Brief an Googles CEO Eric Schmidt fest und fordern, HTTPS als Standard zu verwenden [1].

Die Forscher aus den Bereichen Informatik, Informationssicherheit und Privatrecht werfen Google vor, die Sicherheit und Privatssphäre seiner Nutzer unnötig zu gefährden, und fordern Schmidt auf, die eigenen Datenschutzrichtlinien umzusetzen.

Konkret geht es um die Privatsphäre der Nutzer von Google Mail, Docs und Calendar. Anders als die Google-Web-Anwendungen Voice, Health, AdSense und Adwords überträgt Google die Daten in Sitzungen mit Google Docs, Calendar und Mail nicht automatisch HTTPS-verschlüsselt. Das ist schlecht, wenn Nutzer etwa an öffentlichen WLAN-Access-Points (in Bibliotheken oder Cafés) Mails, Dokumente und Termine abrufen: Mit einem Paketsniffer können Angreifer den gesamten Datenverkehr mitschneiden und Passwörter sowie andere private Informationen mitlesen.

Dabei unterstützen die Google-Dienste durchaus HTTPS, Google aktiviert es nur nicht standardmäßig: Über Einstellungen / Allgemein / Browserverbindung / Immer https verwenden stellen Sie z. B. Google Mail auf HTTPS um.

Google hat bereits auf den offenen Brief geantwortet [2]. Man prüfe den Schritt hin zu HTTPS als Standard, wolle das aber erst mit ein paar Anwendern testen, um die Performance zu prüfen. (Kristian Kißling/hge)

[1]http://www.cloudprivacy.net/letter/

[2]http://googleonlinesecurity.blogspot.com/2009/06/https-security-for-web-applications.html

Windows 7 ohne Internet Explorer

Das Urteil der Europäischen Kommission zeigt Folgen: Microsoft will Windows 7 in Europa ohne IE ausliefern. Um das angepeilte Startdatum 22. Oktober zu halten, will das Unternehmen nun die Computerhersteller informieren. Zur Unterscheidung sollen die Versionsbezeichnungen für Windows 7 mit einem "E" ergänzt werden. Damit europäische Anwender dennoch sofort im Internet surfen können, sollen die PC-Hersteller einen Browser ihrer Wahl auf den Windows-7-Rechnern installieren.

Im Interview mit der Juristenplattform Groklaw bezeichnet ein Mitarbeiter der Europäischen Kommission diese Lösung als "Schritt in die richtige Richtung, aber längst nicht ausreichend" [1].

Im Februar 2008 hatte die Europäische Kommission den Konzern wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht zu der Rekordstrafe von 900 Millionen US-Dollar verdonnert [2]. Anlass war die enge Verknüpfung des Betriebssystems mit Programmen, die es Wettbewerbern erschwert, Alternativen anzubieten. Im Januar 2009 bemängelte die Europäische Kommision erneut, dass der Internet Explorer zu eng mit Windows verknüpft sei. Anlass war die Beschwerde des Browser-Herstellers Opera, die bei der Free Software Foundation Europe, Google und Mozilla Unterstützung fand. (Britta Wülfing/hge)

[1]http://www.groklaw.net/article.php?story=20090611180848163

[2]http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Microsoft-muss-899-Millionen-Euro-Geldstrafe-zahlen

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