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Kunterbuntes Spielzeug

Miniprogramme von Google unter Linux nutzen

14.05.2009 Wird es heute schönes Wetter? Wann geht der nächste Flug nach New York? Was ist ein Filou? Wie spät ist es? Antworten auf diese Fragen geben Ihnen die Google Gadgets.

Gadget bedeutet auf Deutsch ungefähr so viel wie Dingsbums oder kleines Spielzeug. Genau darum handelt es sich auch bei den Google Desktop Gadgets, die Ihren Schreibtisch mit allerlei mehr oder weniger nützlichen Miniprogrammen befüllen.

Installation

Die Google Gadgets gehören mittlerweile zum Standardumfang der meisten Linux-Distributionen. Die Installation bereitet deshalb keine größeren Schwierigkeiten. OpenSuse-Nutzer gehen folgendermaßen vor:

  1. Starten Sie YaST über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu yast.
  2. Öffnen Sie das Modul Software / Software installieren oder löschen.
  3. Geben Sie im Suchfeld das Stichwort google ein und markieren Sie die drei Pakete google-gadgets, google-gadgets-qt (bzw. google-gadgets-gtk für Gnome) und kdebase4-workspace-google-gadgets zur Installation (Abbildung 1).
  4. Klicken Sie auf Akzeptieren, um die Software einzuspielen.

    Abbildung 1: Das Programm "Google Gadgets" installieren Sie bequem über YaST vor.

Auch unter Ubuntu und Mandriva Linux installieren Sie die Desktop-Programme von Google bequem über den Paketmanager. Benutzen Sie Mandriva Linux, dann starten Sie das Mandriva-Kontrollzentrum aus dem Hauptmenü über Werkzeuge / Systemwerkzeuge / Den Computer konfigurieren und klicken hier auf Installieren & entfernen von Software. Über die Suchfunktion finden Sie mit dem Stichwort "google" drei Treffer. Auf unserem Testrechner mit Mandriva 2009.1 war das Paket google-gadgets-qt bereits vorinstalliert, die Gadgets funktionierten jedoch erst, nachdem wir auch das Paket google-gadgets-gtk zur Installation auswählten und per Anwenden einspielten.

Arbeiten Sie mit Ubuntu, installieren Sie die Google-Spielzeuge am einfachsten über den neuen Paketmanager KPackageKit. Alternativ nutzen Sie Adept oder Synaptic zur Installation. KPackageKit starten Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kdesu kpackagekit. Geben Sie im Suchfeld das Stichwort "google" ein und markieren Sie anschließend die Einträge google-gadgets-common und google-gatgets-qt zur Installation. Nutzen Sie den Gnome-Desktop bei Ubuntu, wählen Sie anstelle des Pakets google-gatgets-qt den Eintrag google-gatgets-gtk. Ein Mausklick auf Apply richtet die Software ein.

Das Dingsbums

Um ein paar Miniprogramme auf Ihren Desktop zu zaubern, starten Sie das Google-Tool nach der Installation über [Alt]+[F2] und den Befehl ggl-qt. Gnome-Nutzer rufen den Befehl ggl-gtk auf. Der sichtbare Unterschied zwischen den beiden Versionen besteht darin, dass die Qt-Version die Miniprogramme in der Grundeinstellung quasi frei auf dem Desktop platziert (Abbildung 2), während die GTK-Variante die Gadgets in einer Seitenleiste am rechten Bildschirmrand ablegt (Abbildung 3).

Abbildung 2: Google Gadgets sind in der Qt-Version unter OpenSuse 11.1 auf dem KDE-4-Desktop verstreut.

Abbildung 3: Die Gtk-Variante der Google-Gadgets legt die Miniprogramme in einer separaten Seitenleiste ab.

Falls Sie nach dem Start des Programms unter OpenSuse keine bunten Miniprogramme sondern nur eine Fehlermeldung bezüglich jscript-Support sehen, dann fehlt noch das Paket mozilla-xulrunner181. Installieren Sie in diesem Fall das Paket über YaST nach.

In der Grundeinstellung sehen Sie zwei Gadgets auf dem Bildschirm: eine analoge Uhr und einen Nachrichtenticker. Das eigentliche Hauptprogramm nistet sich indes in der KDE-Kontrollleiste beziehungsweise im Gnome-Panel ein. Sie erkennen es am vierfarbigen Google-Symbol. Per Rechtsklick auf dieses Symbol öffnet sich ein kleines Menü. Hier wählen Sie den Eintrag Add Gadget aus, um weitere Miniprogramme auf den Desktop zu zaubern. Im neuen Fenster haben Sie nun die Auswahl zwischen zahlreichen Kategorien (Abbildung 4).

Abbildung 4: Weitere Miniprogramme fügen Sie einfach über den Google Gadget Browser hinzu.

Über das Aufklappmenü oben links stellen Sie die Sprache auf Deutsch um. Der Browser zeigt dann von den Miniprogrammen den deutschen Namen und die deutsche Beschreibungen an, soweit vorhanden. Die Spracheinstellung wirkt sich in erster Linie auf die Nachrichtenticker aus. So erhalten Sie bei der Spracheinstellung German zum Beispiel die Newsfeeds von Spiegel Online oder Computerbild zur Auswahl, während sich zum Beispiel bei English (US) die BCC im Angebot befindet.

Halten Sie den Mauszeiger über einem Gadget, zeigt der Gadget Browser am unteren Fensterrand eine kurze Beschreibung an. Unter dem Vorschaubild sehen Sie einen grünen Knopf mit der Aufschrift Add. Je nach Miniprogramm erscheint nach einem Klick darauf sogleich das Gadget auf dem Desktop oder ein Hinweis, dass das Programm nicht von Google stammt und welche Berechtigungen das Miniprogramm benötigt, zum Beispiel Zugriff aufs Netzwerk oder bestimmte Hardware (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der schöne Blumentopf möchte unter anderem lokale Dateien anlegen, aufs Netzwerk zugreifen und Hardware-Informationen auslesen.

Haben Sie Ihren Desktop erst einmal mit den diversen Gadgets geschmückt, möchten Sie diese vielleicht auch irgendwann wieder los werden. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Google-Gadget-Symbol und wählen Hide all. Die Gtk-Version bietet etwas mehr Komfort. Hier genügt ein einfacher Linksklick auf das Symbol, um die Miniprogramme ein- und auszublenden. Zudem lässt sich per Rechtsklick und der Auswahl von Change Hotkey auch eine Schnellstarttaste für die Widgets festlegen, zum Beispiel [F12].

Der Gadget Browser installiert die gewünschten Miniprogramme direkt aus dem Internet. Falls Sie den Offline-Weg bevorzugen oder sich den Quellcode eines Gadgets vor der Installation anschauen möchten, finden Sie sämtliche Anwendungen auch auf der Projektseite [1].

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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