Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Kurzhilfe auf der Shell anzeigen

Die meisten Kommandozeilentools sind äußerst kommunikativ und antworten auch dann, wenn Sie beim Aufruf Optionen falsch oder gar nicht angeben. Abbildung 1 zeigt den Versuch, mit more, man und grep zu arbeiten. Alle drei Befehle verraten, dass sie mit dem einfachen Aufruf nicht zufrieden sind und etwas mehr vom Benutzer erwarten:

  • Der Pager more zeigt Dateien seitenweise an. Als zusätzliche Angabe erwartet das Programm also mindestens einen oder auch mehrere Dateinamen. In den eckigen Klammern stehen weitere Aufrufoptionen, also optionale Parameter, mit denen Sie das Verhalten des Pagers steuern. Diese können, müssen Sie aber nicht definieren.
  • Das Programm man zeigt die Hilfetexte der Shell-Programme, die so genannten Manpages, an. Die Frage "Welche Manual-Seite wollen Sie haben?" weist Sie darauf hin, dass Sie hinter dem Befehl man den Programmnamen tippen sollten, zu dem Sie Hilfe benötigen.
  • Die Ausgabe des grep-Befehls hingegen ist etwas kryptischer. Das Programm durchsucht Textdateien nach Mustern [1]. Außer dem Kurzhinweis zur Bedienung verrät die Ausgabe des Kommandos auch, dass Sie mit dem Parameter --help mehr Informationen erhalten.
Abbildung 1: Viele Shell-Programme bieten über den Aufrufparameter "--help" eine Kurzeinführung.

Viele Shell-Tools bieten diese Option; manchmal reicht auch die Kurzfassung -h. Sie ersetzt zwar nicht das Studium der Manpage, bietet aber erfahrenen Nutzern schnell eine Übersicht über die Optionen der Programme. Wenn Sie also einmal einen Parameter vergessen haben und nicht lange in der ausführlichen Manpage blättern möchten, hilft --help oder -h Ihrem Gedächtnis schnell auf die Sprünge.

Tipp: Kurzhilfe für grafische Programme

Der Parameter --help funktioniert nicht nur bei Kommandozeilentools. Auch viele Gnome- und KDE-Programme bieten diese Option und verraten so, welche Aufrufoptionen sie bieten. Geben Sie beispielsweise am Shell-Prompt

gnome-terminal --help

ein, verrät die Ausgabe u. a., dass Sie über --help-all alle Hilfeoptionen, über --help-terminal die Terminal-Optionen und über --help-gtk die GTK+-Optionen anzeigen. Auf diese Weise erfahren Sie, wo es sich lohnt, weiterzuforschen. Um die Terminal-Optionen in Erfahrung zu bringen, tippen Sie also:

gnome-terminal --help-terminal

Das Programm informiert Sie nun darüber, dass es Optionen zum Öffnen von neuen Fenstern und Reitern gibt, z. B. --window zum Öffnen eines neuen Programmfenster im Standardprofil und --tab zum Öffnen eines Reiters mit dem Vorgabeprofil im zuletzt geöffneten Gnome-Terminal.

Auch die KDE-Programme geben sich gesprächig. Den KDE-Dateimanager Dolphin befragen Sie auf die gleiche Weise:

dolphin --help

Die Antwortet lautet, dass es Aufrufparameter für Qt (--help-qt) und für KDE (--help-kde) gibt.

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