Knoppix und Ubuntu

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

09.07.2009
Ubuntu Linux und Knoppix basieren auf Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Distributions-Upgrade (Gnome)

Ubuntu 9.04 ist da. Die neue Version der Distribution trägt den Namen "Jaunty Jackalope", was so viel heißt wie "lebhafter Jackalope". Mit einer schnellen Internetverbindung (ohne Volumenbeschränkung) aktualisieren Sie das System per Mausklick. Beachten Sie dazu, dass Sie nur ein Upgrade von einer Version auf die nächst höhere Version durchführen können, also nur von 8.10 auf 9.04. Setzen Sie eine ältere Ubuntu-Version, z. B. 8.04 ein, aktualisieren Sie zunächst auf 8.10 und dann auf 9.04 [1].

Unter Gnome starten Sie zunächst das Tool zur Paketquellen-Verwaltung (System / Systemverwaltung / Software-Paketquellen, Eingabe des eigenen Kennworts). Wechseln Sie zum Reiter Aktualisierungen und wählen Sie aus dem Drop-down-Menü Freigabe-Aktualisierung den Eintrag übliche Freigaben. Danach starten Sie den Update Manager über das Menü System / Systemverwaltung / Aktualisierungsverwaltung oder über [Alt]+[F2] und Eingabe von gksu update-manager. Das Programm zeigt an, dass eine neue Ubuntu-Version verfügbar ist (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die neue Ubuntu-Version (9.04) steht in den Startlöchern.

Bringen Sie zunächst die Version 8.10 auf den aktuellsten Stand. Der Update Manager sollte die Meldung "Ihr System ist auf dem aktuellen Stand" zeigen, bevor Sie das Distributionsupgrade durchführen. Sehen Sie im Bereich Wichtige Sicherheitsaktualisierungen noch Pakete in der Warteschlange, spielen Sie diese zunächst über Aktualisierungen installieren ein. Anschließend stoßen Sie das Distributions-Upgrade über einen Klick auf die Schaltfläche Aktualisieren an. Der folgende Dialog zeigt weitere Informationen zur neuen Ubuntu-Version, die so genannten Release Notes. Nach einem Klick auf System aktualisieren passt das Programm automatisch die Liste der Paketquellen an und lädt die benötigten Informationen herunter. Der folgende Dialog präsentiert eine Zusammenfassung; über Details blenden Sie eine ausführliche Paketliste ein. Klicken Sie nun auf Aktualisierung beginnen, um das Upgrade zu starten.

Tipp: Ubuntu: Upgrade unter KDE (Kubuntu)

Anwender von Kubuntu starten zunächst das Paketverwaltungstool Adept über das K-Menü / Programme / Add/Remove Software (Adept Installer) oder über [Alt]+[F2] und Eingabe von kdesudo adept. Bringen Sie die Vorgängerversion (8.10) auf den aktuellsten Stand. Dazu aktualisieren Sie zunächst die Paketliste über das Menü Adept / Fetch package list. Wechseln Sie in der linken Ansicht zum Punkt Changes. Stehen aktuelle Programmversionen bereit, so spielen Sie diese über Upgrade und Änderungen anwenden ein. Danach beenden Sie Adept.

Das Distributions-Upgrade starten Sie aus einem Terminalfenster heraus oder über den Schnellstarter [Alt]+[F2]; der Befehl heißt:

update-notifier-kde -u

Das folgende Dialogfenster präsentiert die Release Notes, danach passt das Programm die Paketquellen an und analysiert das System. Der nächste Dialog zeigt eine Zusammenfassung (Abbildung 2). Über einen Klick auf Aktualisierung beginnen starten Sie das Upgrade.

Abbildung 2: Klicken Sie auf "Details", zeigt das Tool an, welche Pakete zum Entfernen, Installieren und Aktualisieren vorgemerkt sind.

Tipp: Ubuntu: [Strg-Alt-Rückschritt] für den X-Server

Die neue Ubuntu-Version aktiviert in der Voreinstellung die Option "Don't Zap". Diese bewirkt, dass Sie den X-Server nicht mehr über die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Rückschritt] (gewaltsam) beenden und neu starten können. Stattdessen empfehlen die Entwickler den Shortcut [Alt]+[Druck]+[K], der alle Programme der aktuellen Konsole beendet. Drücken Sie alle drei Tasten in der grafischen Umgebung, beendet der Shortcut also den X-Server. Als Grund für diese Neuerung geben die Ubuntu-Macher an, dass ein Anwender eher aus Versehen [Strg]+[Alt]+[Rückschritt] als [Alt]+[Druck]+[K] betätigt. Gefällt Ihnen das neue Verhalten nicht, kehren Sie mit den folgenden Schritten zum alten zurück:

  1. Starten Sie den Paketverwalter und spielen Sie das Paket dontzap ein, falls dieses noch nicht installiert ist.
  2. Öffnen Sie ein Terminalfenster, zum Beispiel das Gnome-Terminal oder KDEs Konsole. Geben Sie am Prompt den folgenden Befehl ein:

    sudo dontzap -d

    Tippen Sie auf Aufforderung Ihr Passwort; ein visuelles Feedback in Form von Sternchen erhalten Sie nicht, Sie tippen also "blind".

  3. Anschließend beenden Sie die laufende X-Sitzung und melden sich neu an. Die alte Tastenkombination steht nun wieder zur Verfügung.

Wenn Sie einen Blick in die Datei /etc/X11/xorg.conf werfen, sehen Sie einen neuen Eintrag am Ende der Einrichtungsdatei des X-Servers (Abbildung 3). Im Abschnitt ServerFlags ist die Option DontZap auf False gesetzt. Um zur Originaleinstellung von Ubuntu zurückzukehren, geben Sie hinter dem dontzap-Kommando aus der vorhergehenden Schritt-für-Schritt-Anleitung die Option -e ein. In der Konfigurationsdatei des X-Servers steht die Option DontZap nun auf True.

Abbildung 3: Das Programm "dontzap" erstellt einen passenden Eintrag in der Konfigurationsdatei des X-Servers.

Tipp: Knoppix: Bildschirmauflösung für Notebooks

Wenn Knoppix die Bildschirmauflösung auf Laptops nicht richtig erkennt, hilft eine Bootoption (ein so genannter Cheatcode) weiter. Starten Sie die Live-DVD und erzwingen Sie am Prompt boot: explizit die Verwendung des Framebuffers mit einer bestimmten Auflösung, zum Beispiel über:

boot: fb1024x768

Andere mögliche Auflösungen sind fb800x600 und fb1280x1024.

Tipp: Knoppix: Erste Schritte unter LXDE

Die aktuelle Version der Live-Distribution (6.1) setzt in der Voreinstellung auf den LXDE-Desktop. Das Lightweight X11 Desktop Environment [2] ist eine flinke und ressourcenschonende Desktopumgebung und eignet sich nicht nur für die neueren Netbooks, sondern macht auch auf älterer Hardware eine gute Figur (Abbildung 4).

Der LXDE-Start dauert nur wenige Sekunden. Am unteren Bildschirmrand sehen Sie ein Panel, das die folgenden Symbole (von links nach rechts) enthält: Startmenü, Dateimanager PCManFM, LXTerminal, Iceweasel (Firefox), LXRandR (Bildschirmauflösung einstellen), Knopf zum Minimieren der Fenster, Taskbar (Fensterliste), Lautstärkeregler, NetworkManager, Prozessorlast-Monitor und Uhr. Das Panel richten Sie über einen Klick mit der rechten Maustaste ein. LXDE bietet zahlreiche weitere Applets, die Sie bequem per Mausklick zur Kontrollleiste hinzufügen. Um diese auf der Leiste anzuordnen, nehmen Sie die beiden Pfeiltasten im Einrichtungsdialog zur Hilfe.

Auf dem Desktop sehen Sie ein Symbol mit einem Haus; ein einfacher Klick auf dieses Icon startet den LXDE-Dateimanager PCManFM. Vom Aussehen und Verhalten her erinnert der Dateimanager an Nautilus, so dass sich Fans des Gnome-Dateimanagers hier schnell zurechtfinden dürften.

Abbildung 4: Der LXDE-Desktop mit dem Dateimanager PCManFM, dem LXTerminal, LXAppearance und dem Editor Leafpad.

Tipp: Knoppix: Gnome oder KDE statt LXDE

Wenn Ihnen die Standardumgebung LXDE nicht gefällt, starten Sie die Live-Distribution einfach mit Gnome oder KDE. Dazu geben Sie wieder einen Cheatcode am Bootprompt ein, entweder

knoppix desktop=kde

oder

knoppix desktop=gnome

Nach kurzer Zeit sehen Sie die gewünschte Arbeitsumgebung. Die aktuelle Knoppix-Version liefert KDE in Version 4.2.0 aus; Gnome ist in Version 2.22.3 dabei.

Tipp: Knoppix: Screensaver unter Gnome

Während die KDE- und LXDE-Umgebungen so konfiguriert sind, dass keine automatische Bildschirmsperre oder ein Screensaver das Knoppix-Vergnügen schmälert, ist für den Gnome-Desktop eine automatische Sperre eingerichtet. Nach zehn Minuten Inaktivität des Benutzers sperrt das System den Bildschirm und fordert zur Eingabe des Passworts auf. Dieses ist in der Voreinstellung für den Benutzer knoppix aber nicht gesetzt. Den kleinen Schönheitsfehler beheben Sie mit einer der folgenden drei Methoden.

Öffnen Sie über das Menü System / Preferences / Screensaver den Einrichtungsdialog für den Gnome-Bildschirmschoner. Klicken Sie in die Checkbox Lock screen when screensaver is active ("sperre den Bildschirm, wenn der Bildschirmschoner aktiv ist") und entfernen Sie das Häkchen für diese Option.

Setzen Sie alternativ direkt nach dem Einloggen ein Kennwort für den Benutzer knoppix. Eine Möglichkeit bietet der Menüpunkt Preferences / About Me: Klicken Sie im folgenden Dialogfenster rechts oben auf die Schaltfläche Change Password. Im nächsten Dialogfenster lassen Sie das Feld Current password leer (der Benutzer hat ja standardmäßig kein Kennwort gesetzt) und klicken daneben auf Authenticate. Danach geben Sie in die beiden Felder New password und Retype new password ein Kennwort für den Benutzer ein. Sie schließen den Vorgang über einen Klick auf Change password ab. Alternativ starten Sie über [Alt]+[F2] und Eingabe von gnome-terminal ein Terminal und tippen am Prompt den Befehl passwd gefolgt von [Eingabe]. Danach geben Sie zweimal das neue Kennwort ein; beachten Sie, dass Sie "blind" tippen, also kein visuelles Feedback in Form von Sternchen oder Ähnlichem erhalten (Abbildung 5). Bei der nächsten Bildschirmsperre können Sie dieses Kennwort nun verwenden, um den Bildschirm wieder freizuschalten.

Abbildung 5: Setzen Sie ein Kennwort für den Benutzer "knoppix" – hier einmal im grafischen Gnome-Programm und einmal im Terminal.

Die dritte Möglichkeit ist vor allem dann praktisch, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und der Bildschirm gesperrt wurde, bevor Sie ein Kennwort setzen konnten. In einem solchen Fall wechseln Sie mit der Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[F1] zur ersten virtuellen Konsole. Am dortigen Prompt nehmen Sie wiederum das Kommando passwd zur Hilfe; allerdings übergeben Sie beim Start zusätzlich den Benutzernamen, um für den Benutzer knoppix das Kennwort zu setzen:

root@Microknoppix:/# passwd knoppix
Enter new UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully

Zurück zur grafischen Oberfläche geht's mit [Alt]+[F5], wo Sie nun den Bildschirm entsperren können.

Tipp: Kubuntu: Neuer Paketverwalter

Das Softwaretool Adept hat ausgedient – Kubuntu-Anwender finden die Paketverwaltung (KPackageKit) nun direkt in den KDE-Systemeinstellungen (K-Menü / Rechner / Systemeinstellungen, Abteilung Systemverwaltung / Add and Remove Software). Im Bereich Software Management gibt es eine äußerst mächtige Suchfunktion, mit der Sie nach Namen, Beschreibungen oder Dateinamen in Paketen suchen und die Ergebnisse mit zahlreichen Filtern eingrenzen können. In der Ergebnisliste zeigt KPackageKit mit verschiedenen Symbolen deutlich an, ob ein Paket installiert ist oder nicht. Über einen Klick auf das Plussymbol merken Sie ein Paket zur Installation vor; das Symbol leuchtet nun grün. Wählen Sie bereits installierte Komponenten mit einem Klick auf das Minus aus, um das oder die Pakete zu entfernen. Um alle vorgemerkten Änderungen durchzuführen, klicken Sie auf Anwenden. Ein Dialogfenster zeigt noch einmal eine detaillierte Liste aller geplanten Änderungen, die Sie bestätigen müssen. Sollte es ungelöste Abhängigkeiten geben, informiert Sie ein weiterer Dialog darüber. Eventuell fordert das Programm Ihr Kennwort an, um mit der Arbeit zu beginnen.

Wählen Sie im linken Bereich Software Updates an, zeigt der Paketverwalter die Anzahl der aktualisierbaren Pakete an, wenn Updates auf den Servern verfügbar sind. Über die Schaltfläche Aktualisieren laden Sie die aktuelle Paketliste herunter, und mit Apply all available updates spielen Sie alle verfügbaren Aktualisierungen ein. Um nur einzelne Pakete zu aktualisieren, klicken Sie auf das Pluszeichen neben dem Warnsymbol und klappen so die Liste aus. Nun können Sie einzelne Komponenten aussuchen und über Anwenden einspielen. Sofern nach dem Aktualisieren ein Neustart des Rechners erforderlich ist, benachrichtigt das System Sie.

Abbildung 6: Die neue Kubuntu-Version bietet ebenfalls ein neues Paketverwaltungstool.

KPackageKit bietet über den Punkt Settings außerdem an, die Softwarequellen zu verwalten. Klicken Sie auf Edit Software Sources und authentifizieren Sie sich mit Ihrem eigenen Kennwort. Über den Reiter Software von Kubuntu richten Sie die Standardquellen ein. Die Quellen main, universe, restricted und multiverse sind in der Voreinstellung aktiviert. Auf dem Reiter Third-Party Software fügen Sie Fremdquellen und auch CDs/DVDs hinzu. Unter Updates richten Sie die Aktualisierungsverwaltung ein, und der Reiter Authentication lässt Sie die Signaturschlüssel für die Repositories verwalten. Sollten Sie das Ubuntu-Team unterstützen wollen, indem Sie übermitteln, welche Pakete auf Ihrem System installiert sind, aktivieren Sie die Option auf dem letzten Reiter Statistics.

Infos

[1] Hinweise zum Distributions-Upgrade: http://wiki.ubuntuusers.de/Upgrade

[2] LXDE-Homepage: http://lxde.org/

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