Die Kontrollleiste

Die Kontrollleiste, auch Panel genannt, ist seit KDE 4 fester Bestandteil des Desktops, und nicht mehr wie bei KDE 3 ein separates Programm. Das Panel ist selbst ein Plasmoid, fungiert aber mehr als eine Art Behälter, der weitere Plasmoide aufnehmen kann. Neben dem Startmenü befinden sich nach einer frischen Installation meist weitere Programmstarter, der Arbeitsflächenumschalter, die Fensterleiste und ein Systemabschnitt in der Kontrollleiste.

Momentan halten sich die Möglichkeiten der Konfiguration des Panels noch in Grenzen, vor allem in älteren KDE-4-Versionen, wie sie OpenSuse 11.0 mitbringt. Hier erreichen Sie die wenigen Einstellungen nur über das Kontextmenü des Panels und die Einträge Kontrollleiste-Optionen und Kontrollleiste einrichten. Mandriva 2009, OpenSuse 11.1, Ubuntu 9.04 und 8.10 stellen aktuellere Versionen von KDE 4 bereit. Anpassungen nehmen Sie über einen Klick auf die Cashewnuss am rechten Rand des Panels vor: Damit versetzen Sie die Kontrollleiste in den Konfigurationsmodus. Alternativ rufen Sie aus dem Kontextmenü der Kontrollleiste den Eintrag Kontrollleisten-Einstellungen auf. Jetzt sehen Sie die Konfigurationsmöglichkeiten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die aktuellen Panel-Konfigurationsmodi im Vergleich: Oben KDE 4.1.3 (OpenSuse 11.1) und unten KDE 4.1.2 (Kubuntu 8.10, Mandriva 2009).

Sie können die Kontrollleiste unter OpenSuse 11.1 und Ubuntu 9.04 jetzt an einen beliebigen Rand des Desktops schieben, indem Sie auf den Knopf Bildschirmrand bzw. Bildschirmecke klicken und die Maus anschließend bewegen. Unter Ubuntu 8.10 und Mandriva 2009 klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Konfigurationsanzeige über dem Panel und verschieben es. Auch auf die Ausmaße haben Sie Einfluss: Neben der Höhe, die Sie über den gleichnamigen Knopf justieren, steuern die beiden in entgegengesetzte Richtungen zeigenden Pfeile die minimale und maximale Ausdehnung der Kontrollleiste. Der nach unten zeigende Pfeil ist für die waagerechte Position zuständig, zeigt aber nur Wirkung, wenn das Panel nicht die volle Bildschirmbreite ausnutzt. Auch hier unterscheidet sich die Vorgehensweise unter Ubuntu 8.10 und Mandriva etwas von der für OpenSuse 11.1 und Ubuntu 9.04: Die Höhe passen Sie an, indem Sie auf die drei Punkte der Konfigurationsanzeige klicken. Für die Breite und Position sind der grüne, blaue und graue Pfeil zuständig.

Zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten finden Sie bei OpenSuse 11.1 und Ubuntu 9.04 unter Weitere Einstellungen. Mit den Knöpfen für rechts-, linksbündig und zentriert steuern Sie die Ausrichtung der Kontrollleiste wie in einer Textverarbeitung. Die Funktion Miniprogramme sperren verhindert das Verschieben und Löschen der Kontrollleiste und ihres Inhalts, also der Plasmoide.

Fahren Sie mit der Maus über das Panel, nachdem Sie es in den Konfigurationsmodus versetzt haben, erscheint an vielen Stellen des Panels ein Kreuz. Genau an diesen Punkten befindet sich ein Plasmoid. Wie Sie feststellen können, nehmen diese mal mehr und mal weniger Platz ein. Um ein Miniprogramm zu verschieben, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und bewegen das Element.

Plasmoide hinzufügen

KDE 4 bringt einige Plasmoide bzw. Miniprogramme von Haus aus mit, die Sie zusätzlich in das Panel integrieren können. Am einfachsten bewerkstelligen Sie das im Konfigurationsmodus des Panels. Hier klicken Sie auf den Knopf Miniprogramme hinzufügen. KDE zeigt Ihnen jetzt alle auf dem Computer installierten Plasmoide an (Abbildung 4). Wählen Sie das gewünschte aus und aktivieren Sie es. Alle Miniprogramme in dieser Übersicht, die mit einem roten Minus versehen sind, befinden sich bereits im Panel, und Sie können sie durch einen Klick auf dieses Zeichen entfernen.

Abbildung 4: KDE 4 bringt schon eine Reihe vorinstallierter Plasmoide mit.

Achten Sie darauf, dass nicht jedes Miniprogramm für die Kontrollleiste geeignet ist. Weitere Plasmoide holen Sie sich nach einem Klick auf den Knopf Neue Miniprogramme installieren und Aus dem Internet herunterladen auf die heimische Festplatte. Das klappt aber nur selten fehlerfrei. Schuld sind meist fehlende Abhängigkeiten oder Versionskonflikte.

Eine bestehende Kontrollleiste umzukonfigurieren, ist eine Möglichkeit, den Desktop an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Eine andere ist, ein zweites Panel auf den Desktop zu zaubern und nach eigenen Wünschen mit Plasmoiden zu füllen. So können Sie beispielsweise die Fensterleiste ganz aus der bestehenden Kontrollleiste entfernen und in eine zweite auslagern, die Sie am oberen Bildschrimrand positionieren. Jetzt haben Sie im unteren Panel mehr Platz für weitere Programmstarter (Abbildung 5). Um eine zweite Kontrollleiste zu erstellen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen aus dem Kontextmenü den Eintrag Kontrollleiste hinzufügen aus. Verschieben Sie die Leiste an den oberen Bildschirmrand und fügen Sie danach im Konfigurationsmodus das Plasmoid Fensterleiste hinzu. Zwei Panels direkt übereinander beherrscht KDE 4 noch nicht.

Abbildung 5: Ein Desktop mit zwei Kontrollleisten: Unten das Hauptpanel mit verschiedenen Miniprogrammen und oben nur mit dem Fensterleisten-Plasmoid.

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