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K wie KDE und Komfort

KDE-Startmenü und Kontrollleiste konfigurieren

09.07.2009 Um KDE 4 zu steuern, stellt der neue Desktop wie bei KDE 3 die Kontrollleiste und das K-Menü bereit. Unterschiede zum Vorgänger in der Bedienung und Konfiguration gibt es dennoch, da KDE 4 mit Plasmoiden arbeitet.

Seit der ersten KDE-4-Version hat sich nicht nur beim Erscheinungsbild von Startmenü und Kontrollleiste einiges getan, auch die Konfiguration und der Handhabung der beiden grundlegenden Bedienelemente der neuen Desktopumgebung haben die Entwickler verändert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Startmenü an Ihre Wünsche anpassen können und die Möglichkeiten der Kontrollleiste ausreizen.

Plasma ist die neue Arbeitsoberfläche von KDE 4 und ersetzt Kdesktop und Kicker, die noch unter KDE 3 ihre Dienste verrichteten. Die Kontrollleiste sowie das K-Menü sind Plasmoiden, auch Miniprogramme genannt. Genauer gesagt, ist die Kontrollleiste ein Container, der verschiedene Plasmoide enthalten kann. Dazu gehören beispielsweise neben verschiedenen Programmstartern in Form von Icons die Fensterleiste, eine Uhr oder eben auch das K-Menü.

Das Startmenü

Das KDE-Startmenü (K-Menü) hat beim Übergang von KDE 3 zu Version 4 sein Aussehen verändert. Standard ist jetzt das Kickoff-Menü. Daneben gibt es aber noch den klassichen Menüstil (Abbildung 1). OpenSuse-Anwender kennen Kickoff bereits seit Version 10.2. Als Vorbild dienten den Entwicklern verschiedene Startmenüs, u. a. das Gnome-Menü für Suse Linux Enterprise 10 und jenes von Windows Vista Beta 2. Die Gründe, ein neues Menü zu entwickeln, waren damals vielfältig: Ganz vorne stand die Verbesserung der Funktionalität, aber auch die Gestaltung sollte modernen Gesichtspunkten Rechnung tragen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Menüstile in KDE 4: Links das neue Kickoff und rechts das klassische KDE-Startmenü.

Vor allem der Zugriff auf regelmäßig benutzte Anwendungen und die Suche nach Programmen gelingen mit Kickoff schneller als mit dem alten Startmenü unter KDE 3. Das Menü befindet sich bei OpenSuse, Ubuntu und Mandriva jeweils an gleicher Stelle links unten auf dem Desktop, wenn auch hinter verschieden aussehenden Icons. Sechs Elemente gibt es in Kickoff: Der Bereich Favoriten, den Sie immer als erstes angezeigt bekommen, enthält bereits einige Programmstarter oft benutzter Anwendungen. Hinter Programme verbergen sich alle auf dem System installierten Anwendungen. Zugriff auf die Systemeinstellungen, angeschlossene Speichermedien, wie z. B. die Festplatte oder USB-Sticks, und auf bevorzugte Orte erhalten Sie unter Rechner. Der schnelle Aufruf von kürzlich genutzten Programmen oder Dateien gelingt im Abschnitt Verlauf bzw. Kürzlich verwendete. Leider führt dieser Teil von Kickoff nur die Anwendungen auf, die Sie direkt aus dem Startmenü heraus geöffnet haben. Im Bereich Verlassen gibt es neben dem Abmelden der Sitzung und dem Herunterfahren verschiedene Ruhezustände, falls der Computer diese unterstützt.

Zuoberst im Startmenü befindet sich die Suchbox, in der Sie nach Programmen fahnden können, ohne sich durch die hierarchischen Strukturen des Bereichs Programme hangeln zu müssen.

Startmenü anpassen

Eigene Programme der Favoritenübersicht hinzuzufügen, gelingt nur im Kickoff-Menü. Suchen Sie sich zunächst die gewünschte Anwendung oder Datei z. B. aus dem Bereich Programme heraus und wählen Sie aus dem Kontextmenü dieses Eintrags (Klick mit der rechten Maustaste) Zu Favoriten hinzufügen aus. Um einen Favoriteneintrag zu entfernen, nutzen Sie ebenfalls das Kontextmenü und wählen dort Aus Favoriten entfernen.

Im Bereich Rechner befindet sich der Abschnitt Orte. Hier legt Kickoff alle im Dateimanager Dolphin hinzugefügten Schnellzugriffe auf Ordner und Speichermedien ab. Möchten Sie die vorhandenen Einträge um weitere ergänzen, geht das nur über Dolphin. Öffnen Sie den KDE-Dateimanager, rufen Sie mit einem Klick mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Ordner dessen Kontextmenü auf und wählen Sie Zu "Orte" hinzufügen aus. Der Ordner erscheint jetzt in der Seitenleiste Orte von Dolphin und auch in Kickoff.

Die Größe des Startmenüs können Sie auch verändern. Ziehen Sie mit gedrückter linker Maustaste an der Ecke oben rechts von Kickoff und verändern Sie die Ausmaße wie gewünscht. Es ist aber nicht möglich, die Icongröße anzupassen.

Da der Umstieg von KDE 3 auf die neue Version für jeden Anwender leicht sein soll, haben die KDE-Entwickler auch das alte Standard-KDE-Menü integriert. Die Umstellung gelingt im Handumdrehen: Klicken Sie dazu auf das K-Menü-Symbol in der linken unteren Ecke und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Zum klassischen Menüstil wechseln aus. Mit welchem Startmenü Sie auch immer arbeiten möchten, die Konfiguration bleibt im Großen und Ganzen gleich.

Zum Anpassen des Startmenüs stellt KDE den K-Menü-Editor bereit. Mit ihm können Sie bestehende Programmstarter ansehen und verändern, Einträge kopieren, ausschneiden und an anderer Stelle einfügen. Dabei ist es möglich, sowohl neue Starter als auch neue Ordner innerhalb des Startmenüs anzulegen. Am folgenden Beispiel zeigen wir Ihnen, wie Sie den Programmstarter des Programms Phun dem Unterordner Spiele hinzufügen.

  1. Öffnen Sie den Editor mit dem Befehl kmenuedit in einem Schnellstartfenster ([Alt]+[F2]). Alternativ rufen Sie ihn über den Eintrag Menü-Editor aus dem Kontextmenü des K-Menüs auf.
  2. Markieren Sie zunächst in der Liste links im Fenster den Ordner Spiele. Danach wählen Sie aus dem Menü Datei den Punkt Neues Element aus oder klicken auf den gleichnamigen Knopf unter der Menüleiste.
  3. Geben Sie jetzt einen Namen für den neuen Programmstarter ein, z. B. Phun-Physiksimulation, und bestätigen Sie mit OK. Der Eintrag ist jetzt schon angelegt, funktioniert aber noch nicht, da keine Verknüpfung zur eigentlichen Startdatei besteht.
  4. Klicken Sie im rechten Teil des Fensters auf das Ordnersymbol neben der Eingabezeile Befehl und navigieren Sie zum Speicherort, an dem Sie Phun entpackt haben, z. B. /home/karsti/bin/Phun. Hier klicken Sie auf die Datei phun.
  5. Wenn Sie möchten, fügen Sie dem Eintrag noch eine Beschreibung und ein anderes Icon hinzu (Abbildung 2). Diese sehen Sie danach im Startmenü. Die Icons von Phun befinden sich im Unterordner data/textures/logos im Phun-Stammverzeichnis.

    Abbildung 2

    Abbildung 2: Mit dem K-Menü-Editor legen Sie im Handumdrehen einen neuen Programmstarter im K-Menü an.

  6. Im Reiter Erweitert tragen Sie abschließend den Pfad zum Arbeitsverzeichnis des Programms ein, also /home/karsti/bin/Phun. (In OpenSuse 11.0 nehmen Sie diesen Schritt im aktuellen Reiter vor.) Diese Angabe ist nicht immer notwendig. Bei regulär über den Paketmanager installierten Anwendungen entfällt die Eingabe in der Regel. Sichern Sie die Änderungen im Startmenü mit einem Klick auf den Knopf Speichern.

Solche Starteinträge können Sie im K-Menü-Editor auch einfach per Drag & Drop in andere Ordner/Untermenüs verschieben. Ebenso leicht erstellen Sie zusätzliche Ordner. Verwenden Sie dazu den Knopf Neues Untermenü. Löschen können Sie diese Elemente, indem Sie aus ihren Kontextmenüs den Punkt Entfernen auswählen. Enthält ein Untermenü keine Einträge oder Programmstarter, zeigt Kickoff diese auch nicht an.

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