Aufmacher Artikel

Besser arbeiten mit KDE

KDE-Tipps

09.07.2009 Viele Programme, tonnenweise Einstellungsmöglichkeiten und schicke Optik haben dem KDE-Desktop zu seiner Beliebtheit verholfen. Wo es so viel zu entdecken gibt, ist es jedoch manchmal schwer, sich auf Anhieb zurechtzufinden. Unsere Kniffe helfen weiter.

Tipp: Okular: DRM-geschützte Dateien drucken

Das PDF-Format bietet dem Autor die Möglichkeit, Dokumente mit DRM (Digital Rights Management) gegen unerwünschte Zugriffe zu schützen. So kann er beispielsweise festlegen, dass die PDF-Datei nicht ausgedruckt werden kann oder dass es nicht möglich ist, Text zu markieren und in die Zwischenablage zu kopieren. Sehr oft bauen Anbieter einen solchen Schutz bei E-Books ein, aber gelegentlich findet man ihn auch bei PDF-Formularen, die Behörden zum Download anbieten.

In der Standardeinstellung beachtet der KDE-Dokumentenbetrachter Okular solche Beschränkungen und weigert sich z. B., DRM-geschützte Dokumente zu drucken. Die Entwickler haben sich für diese Standardeinstellung entschieden, da die DRM-Beschränkungen Teil der PDF-Spezifikation sind und Okular diese so gut wie möglich unterstützen soll. Über das Einstellungsmenü können Sie jedoch Okular dazu bringen, die DRM-Einschränkungen zu ignorieren, so dass Sie auch geschützte Dokumente drucken und Text daraus kopieren können.

Wählen Sie dazu im Menü Einstellungen den Eintrag Okular einrichten und entfernen Sie im Abschnitt Allgemein das Häkchen vor der Option DRM-Beschränkungen beachten (Abbildung 1). Künftig zeigt Okular beim Versuch, Text in geschützten PDF-Dateien zu markieren oder diese zu drucken, keine Fehlermeldung mehr an.

Abbildung 1

Abbildung 1: Deaktivieren Sie im Okular-Einrichtungsdialog die Option "DRM-Beschränkungen beachten", um auch PDF-Dateien mit Zugriffsschutz ausdrucken zu können.

Tipp: Suche in PDF-Dateien in Okular beschleunigen

Wenn Sie in einem langen PDF-Dokument eine bestimmte Stelle suchen, müssen Sie ein wenig Wartezeit einplanen. Das liegt unter anderem daran, dass Okular standardmäßig nur die aktuelle und jeweils nächste Seite eines Dokuments lädt. Dadurch können Sie angenehm schnell im Dokument blättern, die Suche nach einem Textabschnitt dauert aber länger, da das Programm dafür erst alle Seiten der Datei laden muss. Stecken in Ihrem Computer mindestens 512 MByte Arbeitsspeicher, können Sie die Suche in PDF-Dateien beschleunigen: Dafür weisen Sie Okular über seinen Einstellungsdialog an, PDF-Dateien komplett in den Arbeitsspeicher zu laden.

Öffnen Sie den Konfigurationsdialog über Einstellungen / Okular einrichten und wechseln Sie in der linksbündigen Leiste zum Abschnitt Leistung. Im Bereich Speicherausnutzung rechts im Einstellungsdialog aktivieren Sie nun die Option Aggressiv und bestätigen Ihre Wahl mit einem Klick auf Anwenden (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Mit der Option "Aggressiv" im Abschnitt "Speicherausnutzung" geht Okular bei der Suche in PDF-Dateien flinker zu Werke.

Tipp: Neue Kalender für Korganizer

Termine in den Kalender einzupflegen, ist eine lästige Aufgabe. In Korganizer ersparen Sie sich eine Menge Arbeit, wenn Sie bestimmte Ereignisse wie die Schulferien Ihres Bundeslandes, die Spieltage der Bundesliga oder Formel-1-Renntermine einfach importieren.

Im Internet finden Sie eine ganze Reihe .ics-Kalenderdateien zu allen möglichen Anlässen. So gibt es beispielsweise unter http://www.erweiterungen.de fertige Kalender mit Ferienterminen für Deutschland, Österreich und die Schweiz, einen Mondkalender und welche, die nationale Feiertage enthalten. Links auf der Seite finden Sie außerdem eine Liste weiterer Quellen für Kalenderdateien wie die Seite http://www.icals.de (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: Korganizer können Sie mit Kalendern im ".ics"-Format füttern, was Ihnen die manuelle Eingabe von Terminen wie Schulferien erspart.

Haben Sie dort einen Kalender gefunden, den Sie verwenden möckten, klicken Sie den Download-Link mit der rechten Maustaste an, wählen Ziel speichern unter aus dem Kontextmenü und geben im folgenden Dialog einen Speicherordner an. Bei einem Linksklick auf den Download-Link bietet unter anderem Kubuntu zwar an, die .ics-Datei direkt in Korganizer zu öffnen, doch dann haben Sie nicht lange Freude an Ihrem Kalender: Wie andere Dateien, die Sie aus dem Browser heraus öffnen, wird diese im Verzeichnis /tmp/ für temporäre Dateien abgelegt und beim Schließen des Browsers gelöscht.

Liegt die gewünschte .ics-Datei auf der Festplatte, können Sie diese einfach im KDE-Dateimanager Dolphin anklicken. Daraufhin startet Korganizer und lässt Ihnen die Wahl, den Kalender als neu hinzuzufügen oder ihn mit den Daten eines schon vorhandenen Kalenders zusammenzuführen. Hier sollten Sie sich für die erste Option entscheiden. Korganizer blendet auf diese Weise importierte Kalender unten links im Programmfenster ein, und Sie haben dort die Möglichkeit, einzelne Kalender per Mausklick zu deaktivieren. Das sorgt vor allem, wenn Sie viele Kalender importiert haben, für mehr Übersicht.

Tipp: Korganizer und Kalender im Web

Einige der im Netz verfügbaren Kalender können Sie nicht herunterladen , da es sich um so genannte Webcal-Links handelt. Das ist bei allen Kalendern der Fall, bei denen es nur wenig nützlich wäre, sie lokal zu speichern, da sich ihr Inhalt häufig ändert. So stellen z. B. viele Museen oder Fremdenverkehrsverbände Kalender ins Netz, um auf kommende Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Sobald der Herausgeber einen Termin ändert oder ergänzt, liegen die Termine auch im lokalen Kalenderprogramm vor.

Korganizer kann schon lange mit solchen Web-Kalendern umgehen, und der Import ist kinderleicht. Wenn Sie auf einen Webcal-Link klicken, öffnet sich ein Dialog, der fragt, mit welcher Anwendung Sie den Link öffnen wollen. Sollte Korganizer nicht in der Auswahlliste stehen, klicken Sie auf Auswählen und markieren im Dateiauswahldialog die Datei /usr/bin/korganizer. Nach einem Klick auf OK finden Sie den Kalender in Korganizer.

Web-Kalender erkennen Sie in der Kalenderübersicht unten links in Korganizer an der Zeichenfolge webcal:// am Anfang. Sollte Sie einmal keinen Internetzugang haben, bietet es sich an, die Webkalender durch Entfernen des Häkchens zu deaktivieren, damit Korganizer Sie nicht mit Fehlermeldungen über die unerreichbaren Kalender bombardiert.

Tipp: Korganizer: Monatsansicht fensterfüllend anzeigen

Beim Umschalten auf die Monatsansicht wird es in Korganizer oft eng: Haben Sie viele Termine angelegt, ist der Platz in der rechten Fensterhälfte zu gering, um alle Beschreibungen vollständig anzuzeigen. Damit Sie auch in der Monatsansicht den vollen Überblick haben, können Sie dort den linken Fensterbereich mit Monatsauswahl, Aufgaben- und Kalenderliste ausblenden und so dem Kalender den gesamten Platz im Korganizer-Fenster spendieren (Abbildung 4).

Öffnen Sie dazu über Einstellungen / Korganizer einrichten den Konfigurationsdialog der KDE-Terminverwaltung. Markieren Sie in der linksbündigen Leiste den Eintrag Ansichten und setzen Sie auf dem Reiter Monatsansicht ein Häkchen vor Monatsansicht fensterfüllend anzeigen.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die Monatsansicht von Korganizer gestalten Sie mit der fensterfüllenden Anzeige übersichtlicher.

Tipp: Eigenes Tastenkürzel fürs K-Menü

In der Standardeinstellung klappen Sie mit der Tastenkombination [Alt]+[F1] jederzeit das KDE-Menü aus. Diese Vorgabe können Sie leicht anpassen, etwa um wie unter Windows das Kürzel [Strg]+[Esc] oder die Windows-Taste zum Ausklappen des Menüs zu nutzen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Menü-Button und wählen Sie im Kontextmenü K-Menü einrichten. Im Abschnitt Tastenzuordnung legen Sie fest, mit welchem Tastenkürzel Sie das K-Menü öffnen. Klicken Sie dafür auf das Feld mit der aktuellen Tastenkombination, das daraufhin den Text Eingabe anzeigt, und drücken Sie die gewünschte Tastenkombination. Sollte diese schon belegt sein, blendet KDE einen Warnhinweis ein und lässt Ihnen die Wahl, den Shortcut neu zu vergeben oder die Aktion abzubrechen.

Tipp: Kategorien im Menü per Mausklick wechseln

Das Startmenü von KDE 4 bietet Ihnen mehrere Kategorien an, unter anderem Favoriten, Programme und Rechner. Sobald Sie den Mauszeiger unten im Menü über eine Kategorie bewegen, schaltet KDE automatisch zu diesem Abschnitt um. Wollen Sie, dass stattdessen ein Mausklick nötig ist, erreichen Sie das über das Einrichtungsmenü, das Sie per Rechtsklick auf den K-Menü-Button und Auswahl von K-Menü einrichten öffnen. Wechseln Sie dort zum Eintrag Allgemein und deaktivieren Sie die Option Kategorien durch Überfahren mit der Maus wechseln.

Tipp: Schnellstarter als Taschenrechner

Der praktische KDE-Schnellstartdialog KRunner, den Sie mit der Tastenkombination [Alt]+[F2] auf den Plan rufen, kann mehr als nur Programme starten: Unter KDE 4 haben die Entwickler ihm eine ganze Reihe weiterer Funktionen spendiert, so dass Sie ihn beispielsweise für einfache Berechnungen nutzen können. Geben Sie einfach die gewünschte Rechnung, gefolgt von einem Gleichheitszeichen ein, zeigt der Schnellstarter das Ergebnis an (Abbildung 5). Er beherrscht auch Klammerrechnung, scheitert aber, sobald Sie eine Prozentrechenaufgabe wie 50-5%= eingeben. Dafür müssen Sie weiterhin zum KDE-Taschenrechner KCalc greifen.

Abbildung 5

Abbildung 5: Mit dem Schnellstarter KRunner können Sie nicht nur Programme aufrufen, sondern auch einfache Berechnungen durchführen.

Weigert sich der Schnellstarter bei Ihnen, einfache Berechnungen durchzuführen, haben Sie die Funktion eventuell versehentlich deaktiviert. Um sie wieder einzuschalten, klicken Sie auf das Schraubenschlüssel-Symbol links neben dem Eingabefeld und setzen im folgenden Dialog ein Häkchen vor die Option Rechner.

Tipp: Einheiten umrechnen mit dem Schnellstarter

Neben dem Lösen einfacher Mathematikaufgaben beherrscht der Schnellstarter auch das Umrechnen von Einheiten – zumindest ein wenig. Geben Sie beispielsweise 11km in das Eingabefeld ein, zeigt der Schnellstarter an, dass das 11.000 Metern entspricht. Ebenso rechnet er Kilogramm in Gramm um. Schade ist, dass er nur innerhalb nationaler Einheiten umrechnet, denn oft will man eher wissen, wie viel Kilometer 50 Meilen sind, wie viel Gramm eine Unze hat und ob man für Außentemperaturen von 45 Grad Fahrenheit besser einen Koffer voll Pullover oder T-Shirts packt.

Tipp: Schnelle Suche mit Konqueror

Der KDE-Browser Konqueror bringt mit den so genannten Webkürzeln ein ausgesprochen praktisches Feature mit. Tippen Sie ein Kürzel gefolgt vom Doppelpunkt und einem Suchbegriff in die Adresszeile ein, und schon geht es los: Je nach verwendetem Kürzel fragt der Browser die Suchmaschine Google, die Online-Enzyklopädie Wikipedia oder den Übersetzungsdienst Leo ab.

Welche Kuerzel aktiv sind und wie sie lauten, erfahren Sie im Konfigurationsdialog des Browsers. Rufen Sie ihn über Einstellungen / Konqueror einrichten auf und wechseln Sie in der Baumansicht links im Fenster zum Eintrag Surfen im Web / Webkürzel. In der rechten Fensterhälfte sehen Sie nun alle vordefinierten Kürzel, von denen die aktiven mit einem Häkchen versehen sind. Links steht der Name des Dienstes, rechts das Kürzel, für eine Wikipedia-Suche beispielsweise wp. Die Eingabe von wp:München in die Konqueror-Adresszeile bringt Sie sofort auf die deutsche Wikipedia-Seite zur Stadt München. Eine Google-Suche stoßen Sie mit gg, die Google-Bildersuche mit gi an (Abbildung 6).

Abbildung 6

Abbildung 6: Konqueror bringt eine ganze Reihe vordefinierter Web-Kürzel mit.

Es lohnt sich, die Liste der inaktiven Kürzel nach nützlichen Ergänzungen zu durchforsten: So finden beispielsweise Perl-Programmierer in den CPAN-Archiven Module für nahezu jeden Zweck, Sie können in der Akronym-Datenbank nach der Bedeutung von Abkürzungen wie GNU und FUD oder in der KDE-Anwendungssammlung nach Programmen suchen. Haben Sie eine für Sie nützliche Suche gefunden, aktivieren Sie das zugehörige Webkürzel mit einem Häkchen.

Tipp: Eigene Webkürzel für Konqueror definieren

Nutzen Sie oft eine Suche, für die Konqueror kein Webkürzel kennt, definieren Sie es einfach selbst. Um z. B. eines für den Kartendienst Google Maps zu erstellen, gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie das Einrichtungsmenü über Einstellungen / Konqueror einrichten und wechseln Sie zum Abschnitt Surfen im Web / Webkürzel.
  2. Klicken Sie auf Neu, um den Dialog zum Einrichten einer neuen Suchmaschine zu öffnen.
  3. Tragen Sie dort unter Name der Suchmaschine einen frei wählbaren Namen, etwa Google Maps ein. Das Feld Webkürzel nimmt das gewünschte Kürzel auf, das Sie sich gut merken können sollten. Für unser Beispiel bietet sich woist an.
  4. Etwas komplizierter ist es, die Suchadresse herauszufinden. Hier reicht es nicht aus, einfach nur http://maps.google.de einzutragen, da Sie so immer auf der Startseite des Dienstes landen würden. Weil der Konqueror nicht weiß, wie er der Seite die Suchbegriffe übergeben soll, müssen Sie das selbst herausfinden: Starten Sie für unser Beispiel dazu eine Maps-Suche. Die Adresszeile ändert sich nicht, aber über Link auf der Maps-Seite finden Sie heraus, was Sie wissen müssen. Die Koordinaten im Link können Sie ignorieren, entscheidend ist, was hinter der Hauptadresse folgt, hier maps?q=. Dahinter kommt der Suchbegriff, etwa München,Einsteinstr. Anstelle des Suchbegriffs geben Sie im Dialog für neue Webkürzel den Platzhalter \{@} ein. Ihn ersetzt Konqueror später automatisch durch die von Ihnen eingegebene Anfrage. Für das Google-Maps-Beispiel muss die komplette Zeile im Feld Suchadresse

    http://maps.google.de/maps?q=\{@}

lauten (Abbildung 7).

Geben Sie jetzt woist:München,putzbrunner str. in die Konqueror-Adresszeile ein, können Sie sich anschauen, wo EasyLinux entsteht.

Abbildung 7

Abbildung 7: In diesem Dialog erweitern Sie Konqueror um eigene Webkürzel.

Genauso einfach definieren Sie weitere Webkürzel, etwa für Telefonbuchseiten, die Flickr-Bildersuche oder die EasyLinux-Homepage.

Tipp: Web-Kürzel auch im Schnellstarter nutzen

Die praktischen Konqueror-Webkürzel können Sie auch im KDE-Schnellstartdialog nutzen, allerdings müssen Sie die Option zunächst einschalten. Klicken Sie dazu auf das Schraubenzieher-Symbol links neben dem Eingabefeld des Schnellstarters und setzen Sie auf dem Reiter Module ein Häkchen vor die Funktion Webkürzel. Geben Sie nun im Schnellstarter gg:easylinux ein, startet ein Druck auf [Eingabe] den Konqueror mit einer Google-Suche nach dem Begriff easylinux. Haben Sie kurz zuvor ein eigenes Webkürzel angelegt, kann es sein, dass es im Schnellstarter nicht sofort funktioniert: Während der Konqueror die neuen Kürzel direkt nutzt, benötigt KRunner manchmal einen KDE-Neustart, um die neue Schnellsuche zur Kenntnis zu nehmen.

Tipp: Konqueror: Neuen Tab neben dem aktuellen öffnen

Öffnen Sie in Konqueror einen Link mit einem Klick der mittleren Maustaste in einem neuen Tab, platziert der Browser diesen rechts hinter allen anderen Reitern in der Tab-Leiste. Das ist gerade bei vielen geöffneten Tabs lästig. Mit einer Option im Einstellungsmenü sorgen Sie dafür, dass Konqueror neue Reiter direkt rechts vom aktuellen Tab öffnet. Aktivieren Sie dazu im Abschnitt Allgemein des Einrichtungsdialogs die Option Neues Unterfenster neben aktuellem öffnen und bestätigen Sie Ihre Wahl mit einem Klick auf OK.

Tip a friend    Druckansicht beenden Bookmark and Share
Kommentare