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Bankschalter adé

Internet-Banking mit Moneyplex 2009

01.07.2009 Kontostand abrufen und Überweisungen ausführen – dazu müssen Sie nicht zur Bank gehen, diese Aufgaben können Sie ganz bequem vom heimischen PC aus erledigen. Komfortabel wird es mit dem Programm Moneyplex und einem Kartenleser.

Wer unter Linux ein Finanzprogramm sucht, mit dem er online sein Konto führen kann, kommt an Moneyplex nicht vorbei. Das Programm ist einfach einzurichten, dank HBCI sicher und bietet alle nötigen Funktionen, um den Kontostand einzusehen, Überweisungen auszuführen und Geldbestände auszuwerten. Matrica [1] entwickelt das Programm ständig weiter. Die Version 2009 bringt einige Neuerungen und Verbesserungen mit, und die Entwickler haben viele Wünsche und Vorschläge der Benutzer umgesetzt.

Die verschiedenen Versionen

Moneyplex gibt es in fünf verschiedenen Versionen. Für einen ersten Blick auf das Programm können Sie die free&easy-Edition [2] nutzen und verschiedene Programmfunktionen ausprobieren. Für ein ernsthaftes Arbeiten genügt sie jedoch nicht.

Die Moneyplex Suse Edition ist frei verfügbar. Wer sich für die kostenlose Version entscheidet, muss einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Sie können mit ihr nur einen Benutzer (Mandanten) und nur ein Girokonto einrichten, und sie unterstützt keine PIN-Eingabe am Kartenleser oder Kartenleser mit Fingerabdrucksensor (biometrische Erkennung). Die Suse Edition ist in der Verkaufsversion von OpenSuse und in OpenSuse VorKon enthalten.

An die Bedürfnisse des Privatanwenders richtet sich die Standard-Edition. Damit können Sie einen Mandanten einrichten und mehrere Konten verwalten. Dabei unterstützt Sie ein Assistent, der in der Suse-Edition fehlt. Die Standard-Edition kostet knapp 40 Euro.

Zwei Mandanten erlaubt die Pro-Version, währende die Business-Version die Zahl der Mandanten gar nicht eingeschränkt. Letztere richtet sich an alle Anwender, die Depots, Fonds und Währungskonten mit dem Programm führen wollen. Nur in der Business-Version können Sie mit Sammelüberweisungen und Sammellastschriften arbeiten. Auch gibt es nur dort einen Skonto-Assistenten. Diese Funktionen sind für Selbstständige und kleine bis mittlere Firmen interessant. Die Pro-Version schlägt mit knapp 50 Euro zu Buche, und für die Business-Version fallen 140 Euro an. Mehr Informationen zu den Versionen liefert Tabelle 1.

Moneyplex-Versionen im Vergleich

Unterstützte Funktionen

OpenSUSE-Edition

Standard-Edition

Pro-Edition

Business-Edition

Anzahl der möglichen Mandanten 1 1 2 beliebig viele
Anzahl der möglichen Konten 1 mehrere mehrere mehrere
Assistent für Kontoeinrichtung nein ja ja ja
Passwortschutz für Kontoeinstellungen nein ja ja ja
PIN-Eingabe am Kartenleser (Klasse 2 und 3) nein ja ja ja
Kartenleser mit biometrischem Sensor nein ja ja ja
Sammelüberweisungen und Sammellastschriften nein nein nein ja
Preis kostenlos 39,90 Euro 49,90 Euro 139,90 Euro

Installation und Einrichtung

Wer HBCI-Internetbanking nutzen will, benötigt neben einem Internetanschluss einen Kartenleser. Matrica unterstützt offiziell die Linux-Distributionen OpenSuse, Ubuntu, Mandriva, Debian und Fedora.

Für die Installation öffnen Sie ein Terminalfenster. Legen Sie die CD mit Moneyplex 2009 in das CD-/DVD-Laufwerk. Wechseln Sie in das Verzeichnis ~/mpx200x/linux. Mit dem Befehl ./setup.sh starten Sie die Installation, Eingaben sind dabei nicht notwendig. Das vorgegebene Verzeichnis bestätigen Sie mit [Eingabe]. Das Programm landet dann in /home/benutzer/moneyplex. Nach der Installation finden Sie sowohl unter KDE als auch Gnome ein Schnellstartsymbol auf Ihrem Desktop und einen neuen Eintrag im Startmenü.

Warum HBCI

HBCI ist ein Übertragungsstandard. Das 1995 entwickelte Verfahren erlaubt eine sichere, verschlüsselte Übertragung von Kontodaten zum Bankserver und zurück. Je nach HBCI-Version sind verschiedene Transaktionen möglich. Den Sicherheitsschlüssel liest der Kryptoprozessor der Chipkarte aus; das Passwort durch Ausprobieren herauszufinden, ist kaum möglich. Gibt ein Benutzer dreimal eine falsche PIN ein, sperrt das System die Chipkarte automatisch. Dank der HBCI-Karte ist keine PIN-/TAN-Liste mehr notwendig. Chipkartenlesern der Klasse 2 oder höher lesen das Passwort über eine Tastatur im Kartenleser ein, so dass Trojaner (auf dem PC) es nicht auslesen können. Die Sparkassen bieten das Verfahren HBCI+ an, das HBCI mit dem PIN-/TAN-Verfahren kombiniert.

HBCI verwendet ein Schlüsselpaar, das einen Anwender authentifiziert. Die Daten sind mit 768 Bit verschlüsselt. Ab FinTS 3.0 (mit Version 3.0 wurde das HBCI-Verfahren in FinTS, Financial Transcation Service, umbenannt) haben die Schlüssel eine Länge von 1024 bis 2048 Bit. Den öffentlichen Schlüssel druckt der Anwender bei der Erstinitialisierung aus und schickt ihn per Post an die Bank. Zugleich überträgt er ihn an den Bankserver. Die vergleicht dann beide Schlüssel und erkennt schließlich den Kunden (authentifiziert ihn). Ein Bankmitarbeiter schaltet dann dann HBCI-Zugang frei.

Mitteilungen an die Bank und Transaktionen (Überweisungen, Daueraufträge etc.) werden mit dem RDH-Verfahren verschlüsselt und an den Bankserver übertragen. RDH kombiniert die Verschlüsselungsverfahren RSA und DES.

Die Banken verwenden in der Regel die HBCI-Versionen 2.01 und 2.1. FinTS 3.0 unterstützen nur sehr wenige Banken.

Beim ersten Start überprüft Moneyplex, ob ein Update verfügbar ist (Abbildung 1). Ist dies der Fall, wird es auf den Rechner geladen und installiert. Das Programm beendet sich nach dem ersten Update und startet neu. Sie finden sich nun im Einrichtungsassistenten wieder. Hier tragen Sie Ihre Benutzerdaten ein und geben die Lizenznummer ein. Anschließend können Sie einen neuen "Mandanten" einrichten, unter Mandanten versteht man in der Finanzwelt Benutzer. Wer mag, kann seine Daten mit einem Passwort schützen.

Abbildung 1: Nach der Installation können Sie erste Updates herunterladen.

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