Ungebunden
Per WLAN ins Internet
Problemfälle
Zeigt Linux zwar ein WLAN-Gerät an, findet aber keine Funknetze, dann fehlt in der Regel die Firmware-Datei zum Adapter. Einige Geräte mit Ralink-Chipsatz und einige von Broadcom benötigen eine proprietäre Firmware, welche die meisten Distributionen in separaten Repositories ablegen. Mandriva-Nutzer finden die passenden Dateien im Repository non-free, unter OpenSuse heißt das entsprechende Repository non-oss. Einzig Ubuntu liefert die passenden Firmware-Dateien normalerweise auf der DVD mit aus. Für einen Stick mit Rt73-Chipsatz installieren sie zum Beispiel unter Mandriva 2009 das Paket rt73-firmware (Abbildung 5), bei OpenSuse befinden sich alle Ralink-Firmware-Dateien im Paket ralink-firmware.
In der Regel klappt das WLAN-Setup über den Networkmanager am einfachsten. Es gibt jedoch ein paar ältere WLAN-Sticks und -Karten, die nicht mit ihm zusammenarbeiten. In einem solchen Fall oder bei Problemen mit dem Networkmanager können Sie immer noch auf die distributionsspezifischen Tools ausweichen. Unter Mandriva verhält es sich umgekehrt: Die Distribution nutzt in der Grundeinstellung nicht den Networkmanager, die Repositories halten aber passende Pakete bereit.
OpenSuse-Nutzer starten für das manuelle WLAN-Setup YaST und wählen Netzwerkgeräte / Netzwerkeinstellungen. Hier wechseln Sie zunächst auf den Reiter Globale Optionen und kreuzen unter Methode für den Netzwerkaufbau die Checkbox Traditionelle Methode mit ifup an. Danach klicken Sie auf den Reiter Übersicht, markieren das WLAN-Gerät und wählen Bearbeiten (Abbildung 6).
Wenn Sie dem WLAN-Gerät eine feste Netzwerkadresse zuteilen möchten, markieren Sie im folgenden Dialog die Checkbox Statisch zugewiesene IP-Adresse und geben die entsprechenden Daten ein. Für eine dynamische Adresse (Normalfall) klicken Sie einfach auf Weiter. Im nächsten Dialog (Abbildung 7) legen Sie den Betriebsmodus fest (siehe Kasten WLAN-Grundlagen) und tragen danach Ihre Netzwerk-ID ein (ESSID). Unter Authentifizierungsmodus wählen Sie den gewünschten Verschlüsselungstyp aus und geben danach den zugehörigen Schlüssel im Textformat oder als Hex-Key ein.
Über den Button Einstellungen für Experten können Sie zudem noch den Kanal, die Bitrate und die Hardware-Adresse des Access Points einstellen. In der Regel benötigt YaST diese Angaben für das Setup jedoch nicht. Mit Weiter / Beenden schließen Sie die Einstellungen ab, und YaST baut die WLAN-Verbindung auf.
Anders als der Networkmanager speichert YaST nur eine Konfiguration. Möchten Sie sich also an einem anderen WLAN anmelden, müssen Sie den kompletten Setup-Vorgang wiederholen.
Auch Ubuntu bietet alternativ zum Networkmanager eine manuelle Einstellung an. Dazu klicken Sie auf das Networkmanager-Symbol und wählen Manuelle Konfiguration. Hier klicken Sie zunächst auf Entsperren und geben Ihr Benutzerkennwort ein. Markieren Sie nun den Punkt Funkverbindungen und klicken Sie auf Eigenschaften, um die Einstellungen zu ändern. Im neuen Dialog entfernen Sie die Checkbox vor Enable automatic mode und tragen dann die nötigen Parameter ein (Abbildung 8).
Fazit
Ist der Adapter erst mal eingerichtet, bereitet der Verbindungsaufbau über WLAN keine nennenswerten Schwierigkeiten. Arbeiten Sie oft an verschiedenen Standorten, dann bietet der Networkmanager am meisten Komfort, weil er sich die einzelnen Verbindungen merkt und sich nach Möglichkeit automatisch anmeldet.



