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Ungebunden

Per WLAN ins Internet

13.03.2009 Kabel sind out, WLAN ist in. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie unter den EasyLinux-Distributionen OpenSuse, Ubuntu und Mandriva mit Bordmitteln eine drahtlose Verbindung aufbauen.

Wer heute ein Heimnetz baut, plant in der Regel keine Kabelschächte mehr ein, sondern verbindet die einzelnen Rechner per WLAN. Das drahtlose Netzwerk kommt von der Geschwindigkeit her schon fast an traditionelle Ethernet-Netze heran, und WLAN-Router mit integriertem DSL-Modem gibt es schon für 50 Euro.

Für das WLAN-Setup nutzen die meisten Distributionen inzwischen den Networkmanager, der neben WLAN-Verbindungen auch die Ethernet-Schnittstelle und UMTS-Verbindungen handhabt. Alternativ dazu gibt es verschiedene auf WLAN spezialisierte Tools.

OpenSuse und Ubuntu

Beide Distributionen starten nach einer Standardinstallation automatisch den Netzwerkmanager bzw. das entsprechende Miniprogramm für KDE oder Gnome. Sie finden es in der Kontrollleiste als Weltkugel- oder Computersymbol (Abbildung 1). Der größte Unterschied zwischen den Tools besteht darin, dass die Gnome-Version per Linksklick gleich die gefundenen WLAN-Netze anzeigt, während Sie beim KDE-Applet zunächst über Neue Verbindungen nach WLAN-Netzen suchen müssen. Mit dieser Beschreibung für die KDE-Variante sollten Sie aber auch unter Gnome problemlos klarkommen.

Abbildung 1: Der Networkmanager unter Ubuntu und Gnome (links) bzw. OpenSuse und KDE (rechts).

Das KDE- und das Gnome-Miniprogramm unterscheiden sich leicht im Aussehen und auch ganz leicht in der Handhabung. Klicken Sie mit der Maus auf das Networkmanager-Symbol, erscheint unter Gnome eine Liste der gefundenen WLAN-Netzwerke (Abbildung 1, links). Hier wählen Sie den gewünschten Eintrag aus und das Miniprogramm versucht, sich am zugehörigen Access Point anzumelden (zu den Fachbegriffen siehe Kasten WLAN-Grundlagen). Falls dieser eine Verschlüsselung benutzt, erscheint ein Dialog zur Passworteingabe. Hier geben Sie das Kennwort ein und klicken auf Verbinden & Speichern. Nach wenigen Sekunden steht die WLAN-Verbindung, das Symbol ändert sich dann zu einem Balkendiagramm, das gleichzeitig die Signalstärke anzeigt. Im optimalen Fall dauert der ganze Vorgang somit nur ein paar Sekunden und ist über wenige Mausklicks erledigt.

Benutzen Sie die KDE-Variante, wählen Sie unter Neue Verbindung das WLAN-Gerät aus (je nach Hardware wlan0, ath0 oder eth1). Sie sehen dann den Dialog Verbindungen, der die WLAN-Netze aus der Umgebung anzeigt (Abbildung 2). Hier markieren Sie den gewünschten Eintrag und klicken auf Verbinden & Speichern. Um sich mit einem versteckten WLAN-Netz zu verbinden, tragen Sie die ESSID ins entsprechende Feld ein und wählen ebenfalls Verbinden & Speichern. Bei einem verschlüsselten Netz erscheint danach eine Passwortabfrage, und der Networkmanager verbindet Sie mit dem WLAN.

Abbildung 2: Die KDE-Variante des Netzwerkmanagers zeigt die gefundenen drahtlosen Netze in einem separaten Dialog an.

Möchten Sie die Einstellungen ändern, klicken Sie anstelle von Verbinden & Speichern auf Weiter. Sie können dann unter anderem die Verschlüsselung genau festlegen und angeben, ob Sie eine dynamische oder statische Netzwerkadresse verwenden möchten. Im letzten Dialog des KDE-Networkmanagers finden Sie zudem eine Checkbox. Ist sie aktiviert, meldet sich der Networkmanager beim Access Point automatisch an. Im Unterschied zum Gnome-Applet zeigt der KDE-Networkmanager beim einfachen Klick auf das Symbol nur die WLAN-Netze an, die Sie schon einmal benutzt haben. Das macht zwar die Einrichtung zu Hause um ein paar Mausklicks komplizierter, erhöht aber die Übersichtlichkeit, wenn Sie in einem Umfeld mit sehr vielen WLAN-Netzen arbeiten.

WLAN-Grundlagen

Um sich an einem WLAN anzumelden, braucht man einen so genannten Hot Spot oder Access Point. Hinter den beiden Begriffen verbirgt sich in der Regel ein kleines Gerät, das Sie zu Hause bestimmt auch besitzen, wenn Sie WLAN nutzen: der WLAN-Router. Er wickelt den Übergang vom drahtlosen zum Drahtnetz ab und legt dabei fest, welche Rechner seine Dienste in Anspruch nehmen dürfen, ob und welche Art der Verschlüsselung bei der WLAN-Nutzung zum Einsatz kommt und über welche Frequenz der Funkverkehr läuft. Diese Art des WLAN-Zugangs über einen Access Point nennt man den verwalteten (managed) Modus. So wie Sie zwei Rechner über ein Crossover-Kabel miteinander verbinden können, lässt sich auch eine unmittelbare WLAN-Verbindung zwischen zwei Rechnern aufbauen. Diesen Modus nennt man Ad-hoc. Er wird selten benutzt und verursacht eventuell Probleme, wenn sich nicht in beiden Rechnern das gleiche WLAN-Gerät befindet.

Das Setup des Routers geschieht in der Regel über ein Webinterface im Browser. Hier vergeben Sie neben den erwähnten Parametern auch einen Namen für das eigene Funknetz, die so genannte ESSID. Normalerweise besteht ein WLAN-Netz aus einem Access Point und beliebig vielen Clients. Über mehrere Access Points, welche die gleiche ESSID benutzen, lässt sich aber auch ein größeres Funknetz betreiben.

Auf welcher Frequenz der Router sendet, legt man über den Kanal fest. Sie sollten die Frequenz aber nur ändern, wenn Sie in einer Umgebung mit sehr vielen Funknetzen arbeiten und es zu Problemen kommt. Linux wählt bei der Verbindung automatisch den vom Access Point angebotenen Kanal aus. Je nach Land sind allerdings nur bestimmte Freuenzen für den privaten Gebrauch erlaubt. Selbst wenn ein WLAN-Stick theoretisch eine bestimmte Frequenz beherrscht, darf ihm der Access Point diese nicht zur Verbindung anbieten, falls die Frequenz in diesem Gebiet nicht erlaubt ist und umgekehrt. So können Sie sich zum Beispiel mit einem in Deutschland gekauften WLAN-Stick in Japan nicht unbedingt am WLAN anmelden. Aktuelle Linux-Versionen achten bereits bei der Installation eines WLAN-Sticks auf diese Beschränkungen, je nachdem, welches Land Sie bei den Regionaleinstellungen auswählen. Als Lösung für sehr frequentierte WLAN-Plätze bietet sich ein kombinierter Router an, der neben den üblichen Netzen 802.11b/g und 802.11n auch 802.11a unterstützt. A-Netze sind gleich schnell wie G-Netze, benutzen aber einen komplett anderen Frequenzbereich und sind deutlich seltener, so dass es hier nicht zu Problemen kommt. Kombirouter mit A-Support und passende Adapter kosten allerdings in der Regel etwas mehr.

Der drittwichtigste Parameter nach der Funknetz-ID (ESSID) und dem Kanal ist die Verschlüsselung. Ein unverschlüsseltes WLAN-Netz lässt sich von jedem Rechner im Umkreis von ca. 100 Metern (je nach Sendeleistung des Routers) für den Internetzugang nutzen. Die heute am weitesten verbreitete Verschlüsselungsmethode für den Heimgebrauch ist WPA. Sie basiert auf der einfachen WEP-Verschlüsselung, erstellt aber in regelmäßigen Abständen ein neues Schlüsselpaar, wodurch das Knacken eines Schlüssels anders als bei WEP sehr schwierig ist. Während WEP allgemein als sehr unsicher gilt und deshalb nicht mehr benutzt werden sollte, ist Ihr Funknetz mit WPA gegen Angriffe sehr gut geschützt. Den zugehörigen Schlüssel gibt man entweder als Passwort oder Passphrase an (mein geheimes passwort) oder in der hexadezimalen Schreibweise 0d0093625ddc7f5e595fde. Bei Problemen mit der Verschlüsselung sollten Sie überprüfen, ob eventuell der Router nur die Hex-Schreibweise versteht und anstelle des Passwortes den Hex-Schlüssel notieren.

Mandriva

Im Unterschied zu OpenSuse und Ubuntu setzt Mandriva auf eine eigene Lösung bei der Netzwerkverbindung. Sie funktioniert jedoch sehr ähnlich zu den oben beschriebenen. Rechts in der Kontrollleiste finden Sie ein Symbol mit zwei blauen Bildschirmen. Halten Sie den Mauszeiger für eine Sekunde darüber, zeigt Ihnen Mandriva den aktuellen Status der Netzwerkverbindung an. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf das Symbol, öffnet sich das Mandriva-Netzwerkcenter. Hier finden Sie sämtliche LAN- und WLAN-Geräte aufgelistet. Um eine neue WLAN-Verbindung aufzubauen, klicken Sie auf den Wireless-Eintrag, markieren das gewünschte Netz (Abbildung 3) und wählen Verbinden.

Abbildung 3: Mandriva setzt anstelle des Networkmanagers ein eigenes Netzwerkcenter ein.

Im folgenden Dialog (Abbildung 4) müssen Sie in der Regel nur noch das Passwort eingeben, die übrigen Parameter lassen Sie unverändert. Das Mandriva-Tool bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten an, darunter die Konfiguration einer statischen IP-Adresse. In der Regel benötigen Sie diese jedoch nicht.

Abbildung 4: Der Mandriva-Assistent erkennt die Verschlüsselungsmethode automatisch, Sie müssen nur noch das Passwort eingeben.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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