Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

Knoppix und Ubuntu

Ubuntu und Knoppix basieren auf Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Distributionen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu: Live is live

Wenn Sie die EasyLinux-Heft-DVD aus Ausgabe 01/2009 mit Kubuntu 8.10 Ihr Eigen nennen oder von den Servern die Desktop-Edition (CD) oder DVD heruntergeladen haben, verwenden Sie das Medium nicht nur zur Installation, sondern auch als Live-Distribution. Sobald Sie den Bootbildschirm (Abbildung 1) sehen, genügt ein beherzter Druck auf [Eingabe], um das System von der CD/DVD zu starten.

Abbildung 1: Sowohl die Desktop-Edition als auch die DVD-Variante (hier die EasyLinux-Heft-DVD aus Ausgabe 01/2009) bieten an, Kubuntu direkt von der CD/DVD zu starten.

384 MByte RAM geben die Ubuntu-Entwickler als Mindestvoraussetzung an – mehr Arbeitsspeicher ist für einen flüssigen Betrieb allerdings empfehlenswert, da die Systemkomponenten der Live-Variante komplett ins RAM geladen werden und so die Festplatte des Rechners unangetastet lassen.

Das System hat nach dem erfolgreichen Start noch ein paar kleine Kinderkrankheiten (so ist die Sprache einiger Anwendungen noch Englisch) und arbeitet nicht so schnell wie eine richtige Installation – zum Ausprobieren reicht es aber allemal. Gefällt Ihnen das System, klicken Sie auf das Desktopsymbol Install, beantworten ein paar Fragen, und der Installer spielt das System ein. Andernfalls fahren Sie den Rechner einfach herunter, entnehmen die CD/DVD, und alles ist wie gehabt.

Der grafische Installer des Live-Systems bietet nicht besonders viel Entscheidungsspielaum, und auf etwas betagteren Computern werden Sie auch nicht viel Freude daran haben. Die Ubuntu-Entwickler bieten für diesen Fall die so genannte Alternate-Installation an. Auch für diese Ubuntu-Variante finden Sie im Netz CD-Images zum Download; alternativ verwenden Sie unsere Heft-DVD. Der nächste Tipp erklärt ausführlich die Installation im Textmodus.

Tipp: Ubuntu auf älteren Rechnern installieren

Wählen Sie im Bootmenü (Abbildung 1) den dritten Punkt von oben (Kubuntu im Textmodus installieren) aus und drücken Sie [Eingabe]. Den textbasierten Installer verwenden Sie ohne Maus und ausschließlich über die Tastatur:

  • [Pfeil nach rechts] / [Tab]: Springt vorwärts.
  • [Pfeil nach links] / [Umschalt]+[Tab]: Springt rückwärts.
  • [Pfeil nach oben] / [Pfeil nach unten]: Blättert durch die Menüeinträge.
  • [Bild nach oben] / [Bild nach unten]: Blättert seitenweise auf und ab.

Abhängig von der zuerst gewählten Sprache schlägt der Installer mehrere Länder vor (Abbildung 2). Danach bietet das System an, die Tastatur automatisch zu erkennen, und fordert Sie im Zuge dessen auf, verschiedene Tasten zu drücken und Fragen zu beantworten. Alternativ wählen Sie das Layout selbst aus einer Liste aus.

Abbildung 2: In welchem Land leben Sie?

Weiter geht's mit der automatischen Hardware-Erkennung. Der Installer entdeckt nicht nur angeschlossene Laufwerke und bindet die CD/DVD als Paketquelle ein, sondern sucht auch nach Netzwerkkarten. Nur wenn der Rechner mehr als eine besitzt (z. B. eine WLAN- und eine Ethernet-Karte), erscheint ein Auswahldialog, der nach dem primären Anschluss fragt. Ist im Netz ein DHCP-Server verfügbar, erhält der Rechner automatisch eine IP-Adresse, und Sie müssen lediglich den Hostnamen (und eventuell einen Domainnamen) eintippen. Sollte der Installer keinen DHCP-Server finden, tragen Sie eine IP-Adresse (z. B. 192.168.0.1) ein, übernehmen die vorgeschlagene Netzwerkmaske und tragen eventuell noch ein Default-Gateway und einen Nameserver ein. Wenn Sie sich in einem Netzwerk mit Router befinden; finden Sie weitere Hinweise im Artikel Bin ich schon drin?[1].

Nach einem erneuten Hardware-Erkennungs-Durchlauf präsentiert das Installationssystem eine Auflistung der gefundenen Festplatten und einen Assistenten, der beim Aufteilen (Partitionieren) hilft. In den meisten Fällen passt einer der beiden folgenden Punkte:

  • Geführt (verwende vollständige Festplatte): Falls der Rechner mehr als eine Platte enthält, wählen Sie hier die richtige aus, andernfalls geht es mit [Eingabe] weiter. Der Assistent zeigt das Ergebnis seiner Berechnungen an und bietet an, eine große Root-Partition (/) und eine Swap-Partition einrzurichten. (Vorsicht: Diese Variante ist für eine leere Festplatte, etwa eine neu eingebaute Zweitplatte, gedacht: Sie löschen hiermit die ganze ausgewählte Platte.)
  • Manuell: Wollen Sie den Platz lieber selbst verteilen, um beispielsweise eine separate /home-Partition einzurichten, sind Sie hier richtig. Hier bearbeiten Sie entweder vorhandene Partitionen (z. B. verändern deren Größe oder Einhängepunkt) oder teilen ganze Festplatten neu auf.

In beiden Varianten steht am Schluss die Bestätigung über Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen und eine erneute Sicherheisabfrage, ob Sie die Änderungen wirklich auf die Platte schreiben wollen.

Der Installer spielt nun das Grundsystem ein (Abbildung 3). Danach geht es an die Einrichtung eines Benutzeraccounts (vollständiger Name, Loginname und Passwort). Direkt im Anschluss bietet das System an, ein privates verschlüsseltes Verzeichnis anzulegen. Dieses bindet Ubuntu automatisch wie ein Laufwerk ein; für die Verschlüsselung der Daten ist das Dateisystem eCryptfs (Enterprise Cryptographic Filesystem) zuständig. Wie Sie mit diesem Ordner namens Private arbeiten und ein solches "Schließfach" auch für andere Benutzer des Systems einrichten, lesen Sie im Tipp Schotten dicht mit eCryptfs.

Abbildung 3: Viele Pakete wandern im Verlauf der Grundsystem-Installation auf den Rechner.

Der Installer kümmert sich danach um die Paketquellen und spielt weitere Software ein. Nach der Einrichtung der Uhrzeit wirft das System das Installationsmedium aus und fordert zum Neustart auf. Danach begrüßt Sie der KDE-Anmeldedialog – fertig. Einen guten Artikel mit vielen weiterführenden Erklärungen zur Ubuntu-Installation im Textmodus finden Sie auch im Ubuntuusers-Wiki [2].

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