PO-10739-Security_Alert-Brand-X-Hand_Scan.jpeg

© Brand-X

Direktzugriff

Paket-Datenbank mit "rpm" und "dpkg" abfragen

25.03.2009
Alle Linux-Distributionen benutzen eine Paketdatenbank, in der Informationen zu den installierten Softwarepaketen gespeichert sind. Diese können Sie mit den Kommandozeilenprogramm "rpm" und "dpkg" abrufen.

In der vergangenen Ausgabe haben wir im Guru-Training die Kommandos zypper, apt-get / apt-cache und urpmi vorgestellt [1], mit denen Sie unter OpenSuse, Ubuntu und Mandriva Linux auf die Paketdatenbanken zugreifen. All diese Tools sind komfortable (Textmodus-)Frontends für elementarere Tools: rpm (OpenSuse, Mandriva) und dpkg (Ubuntu). Jetzt liefern wir noch ergänzende Informationen, die Ihnen helfen, einige Dinge mit rpm oder dpkg zu erledigen, wo die anderen Tools versagen.

Wo liegt die Software?

Wenn Sie damit beginnen, die zahlreichen unbekannten Verzeichnisse Ihres Linux-Systems jenseits des Home-Verzeichnisses in /home zu erforschen, stellt sich früher oder später die Frage: Wo bringt eigentlich Linux all die Dateien unter, die zu den verschiedenen Softwarepaketen gehören, und wie kann man einzelne Programme wieder entfernen?

Während sich die erste Frage noch übersichtlich beantworten lässt (ausführbare Programme liegen meist in /usr/bin/, /bin/, /usr/X11R6/bin/ oder einem Unterverzeichnis von /opt, ihre Konfigurationsdateien finden sich im zentralen Verzeichnis /etc/), ist für das Entfernen eines Programmpakets manchmal ein wenig Recherche notwendig. In vielen Fällen führt der kürzeste Weg über die Softwareverwaltung Ihrer Linux-Distribution. In der jeweiligen Detailansicht sehen Sie alle installierten Pakete und können diese abwählen.

Unbekannte Pakete

Schwieriger wird es aber, wenn Sie den Paketnamen gar nicht kennen, weil dieser nicht mit dem Programmnamen identisch ist. Haben Sie etwa ein Programm über das Startmenü aufgerufen, kennen Sie damit noch nicht unbedingt dessen Namen.

Mit einem der beiden Kommandozeilenprogramme rpm und dpkg, die unter OpenSuse und Mandriva Linux bzw. unter Ubuntu (und Debian) zur Verwaltung der Softwarepakete verwendet wird, sowie mit einigen zusätzlichen Shell-Tools können Sie die gesuchten Informationen schnell finden.

Haben Sie nun zum Beispiel unter SuSE Linux über Grafik / Anzeige / Bildbetrachter (Eye of Gnome) einen Bildbetrachter gestartet, den Sie löschen wollen, können Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Öffnen Sie zunächst ein Terminalfenster. Am schnellsten geht das mit dem Schnellstarter [Alt]+[F2] – im Befehlsfenster geben Sie konsole (unter KDE) oder gnome-terminal (unter Gnome) ein, jeweils komplett in Kleinbuchstaben. Im neuen Terminalfenster erwartet Sie ein Shell-Prompt.
  2. Mit dem Befehl ps ax | tail lassen Sie sich die zuletzt gestarteten Programme anzeigen (Abbildung 1, oben). In der Liste finden Sie auch einen Eintrag eog. Nun wissen Sie schon einmal, dass das Programm, welches Sie über den Menüpunkt Eye of Gnome gestartet haben, als Programmdatei eog heißt. War das Programm nicht in der Liste, dann versteckt es sich in einem der weiter vorne liegenden Programmeinträge. Geben Sie dann ps ax (ohne den tail-Zusatz) ein: Die Liste ist nun deutlich länger und scrollt vielleicht aus dem Fenster heraus. Mit dem Scrollbalken können Sie aber zurück blättern und die gesamte Prozessliste durchsuchen.
  3. Im nächsten Schritt gilt es herauszufinden, in welchem Verzeichnis sich das Programm versteckt. Dazu dient der Befehl which eog, der die Frage mit /opt/gnome/bin/eog beantwortet.
  4. Jetzt kommt erstmals rpm oder dpkg zum Einsatz. Sie wollen aus der Paketdatenbank auslesen, in welchem RPM- oder Debian-Paket die Datei steckt – der Befehl lautet dann rpm -qf /opt/gnome/bin/eog (query file: Anfrage nach Datei) oder dpkg -S /opt/gnome/bin/eog (search: Suche). Die Ausgabe (Abbildung 1) ist nicht weiter überraschend: Das Paket heißt auch eog; die dahinter folgenden Ziffern geben die Programmversion an. Die Namensgleichheit von Programm und Paket ist oft, aber nicht immer gegeben.
  5. Wollen Sie das Paket nun löschen, sind noch zwei Schritte notwendig: Zuerst werden Sie mit su und darauf folgender Eingabe des Administratorpassworts (OpenSuse, Mandriva) oder mit sudo su und anschließender Eingabe Ihres eigenen Passworts (Ubuntu) zum Systemverwalter root,
  6. und schließlich entfernen Sie das Paket mit rpm -e eog bzw. dpkg -r eog. Die jeweiligen Optionen stehen dabei für die englischen Worte "erase" (löschen) bzw. "remove" (entfernen). Ubuntu-Anwender können statt dpkg -r eog auch apt-get remove eog schreiben und damit das Tool aus dem letzten Guru-Training einsetzen.

    Abbildung 1: Wie heißt der Grafikbetrachter und zu welchem Paket gehört er? Die letzten zwei Befehle löschen das Paket.

Die Befehle which und rpm bzw. which und dpkg können Sie übrigens bequem zu einer einzigen Befehlszeile zusammenfassen, wie das Beispiel im Listing-Kasten zeigt.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Urgestein
    Schon 1993 schuf Debian mit Dpkg ein solide Basis zur einfachen Paketverwaltung. Deren flexible Methoden und Konzepte bewähren sich bis heute – auch im Debian-Ableger Ubuntu.
  • Komfortabel Pakete managen mit der Apt-Shell
    Die Apt-Shell bietet eine Bedienoberfläche für viele Tools rund um das ausgefeilte Debian-Paketmanagement. Mit ihr nutzen Sie die vielfältigen Funktionen über ein zentrales Interface.
  • Was ist es?
    Dateitypen erkennen die meisten Anwendungen an den Endungen der Datei – gehen die einmal verloren, ist guter Rat teuer. Einige Linux-Tools helfen bei der Recherche.
  • Ubuntu von alter und unbenutzter Software befreien
    Ubuntu-Systeme werden sehr regelmäßig aktualisiert. Bei Upgrades von einer Version auf die nächste bleiben viele Pakete auf dem System, die Sie nicht mehr benötigen. Wir helfen Ihnen dabei, den Ballast loszuwerden.
  • Zu Befehl: Alien
    Mit dem Programm Alien können Sie für das eigene Linux fremde Pakete umwandeln und installieren. Das Tool läuft auf sämtlichen bekannten Distributionen und kann mit vielen verbreiteten Paketformaten umgehen. In dieser "Zu Befehl"-Folge zeigen wir Ihnen, wie Sie unter Debian außerirdische Software in bekannte Paketformate wandeln.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_04

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

WLAN-Signalqualität vom Treiber abhängig
GoaSkin , 29.10.2014 14:16, 0 Antworten
Hallo, für einen WLAN-Stick mit Ralink 2870 Chipsatz gibt es einen Treiber von Ralink sowie (m...
Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 6 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...