Neue Software

01.04.2009

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor, und auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise.

DirSync pro

Festplatten sind Verschleißteile und die fehleranfälligsten Bauteile im Computer – deren Ausfall durch den potenziellen Datenverlust auch mit Abstand am meisten Schaden verursacht. Davor schützen Sie sich am besten mit regelmäßigen Sicherungen der für Sie wichtigen Daten. Der bequemste Weg ist, diese regelmäßig auf einer externen Festplatte zu spiegeln. Nur hier beginnt das Problem: Welche Daten sind neu, welche wurden modifiziert und bei welchen ist eine Sicherung nicht nötig. Einsteigerfreundlicher als Kommandozeilenprogramme wie rsync erledigt diesen Job das Java-Programm DirSync pro (Abbildung 1).

Es erlaubt das Anlegen mehrerer Jobs, wovon jeder ein bestimmtes Verzeichnis und optional die darin enthaltenen Unterverzeichnisse zum angegebenen Ziel kopiert. Über einen Ein- und Auschlussfilter legen Sie fest, welche Dateitypen das Programm kopieren oder ignorieren soll. Um vor dem Backup den reibungslosen Durchlauf sicherzustellen, verfügt DirSync pro über eine Funktion, die zunächst einen Probelauf startet. Im Logfenster sehen Sie damit schon im Vorfeld, ob es zu Problemen kommt. Symbolische Links kopiert das Programm auf Wunsch gar nicht, oder es sichert die damit verknüpfte Datei. Konflikte, etwa Dateien neueren Datums im Zielverzeichnis, erkennt das Programm automatisch und bietet verschiedene Lösungsansätze, etwa das Kopieren der vorhandenen Zieldatei in den Quellordner. Benötigen Sie die Dateien und Verzeichnisse im Quellordner nicht mehr, löscht sie das Tool optional nach dem Kopieren. Um sicherzugehen, dass alle Dateien fehlerfrei übertragen wurden, aktivieren Sie das Verifizieren der synchronisierten Dateien.

Abbildung 1: Das Java-Programm DirSync pro erleichtert Ihnen das Synchronisieren von Dateien und Verzeichnissen.

JBidWatcher

Wer übers Internet etwas er- oder versteigern möchte, kommt kaum ums Auktionsportal eBay herum. Hier erreichen Sie mit Abstand die meisten Kaufinteressenten und Gebote. Allerdings verliert man angesichts der Fülle an Angeboten leicht den Überblick darüber, wann welche Auktion endet und wie hoch das aktuelle Gebot dafür ist. Mit dem Java-Programm JBidWatcher (Abbildung 2) behalten Sie nicht nur laufende Auktionen im Auge, sondern bieten auch noch sekundengenau bei deren Ende. Im so genannten Snipertool legen Sie neben Ihrem Höchstgebot fest, wie viele Sekunden vor Ende der Auktion das Programm für Sie bieten soll. Möchten Sie aus einer Auswahl an Artikeln den günstigsten ersteigern, legen Sie Artikelgruppen an. Hat das Programm die von Ihnen festgelegte Anzahl an Auktionen gewonnen, annulliert es automatisch das Mitbieten für die restlichen der Gruppe.

Da dem Tool ein integrierter Browser fehlt, übernimmt es die beobachteten Auktionen aus Ihrer persönlichen eBay-Seite ("Mein eBay"). Unabhängig davon fügen Sie dem Programm mit der Eingabe von Artikelnummern zusätzliche Auktionen hinzu.

Abbildung 2: Mit dem Sniper-Tool JBidWatcher geben Sie erst Sekunden vor dem Ende einer Auktion Ihr Gebot ab und erhöhen damit die Chance auf ein Schnäppchen beträchtlich, da Sie niemand mehr überbieten kann.

RawTherapee

Bereits letztes Jahr sorgte Gabor Horvath mit seiner freien Bildbearbeitungssoftware RawTherapee (Abbildung 3) für Furore. Nicht ohne Grund: steht der kostenfreie RAW-Konverter kommerziellen Konkurrenten, etwa Bibble oder LightZone, in vielen Belangen kaum nach. Das optisch an Adobe Lightroom angelehnte Programm eignet sich aber nicht nur zum Entwicklen von RAW-Bildern aller bekannten Hersteller, sondern auch zum Nachbearbeiten von Aufnahmen in anderen Formaten, beispielsweise PNG oder JPEG. Es arbeitet dabei verlustfrei und speichert Änderungen zunächst in einer Textdatei. Erst beim Erstellen eines Abzugs wendet es diese Auf die Kopie an – das Original bleibt davon stets unberührt. Als eigentliches Konvertierungsprogramm verwendet RawTherapee im Hintergrund Dcraw, das bekanntermassen hervorragende Ergebnisse liefert.

Als erste wichtige Neuerung bietet das Programm jetzt einen rudimentären Stapelverarbeitungsmodus. Dazu genügt es, ein Bild zu bearbeiten und das damit erstellte Profil per Mausklick auf andere zu übertragen. Das Verwenden des selektiven Modus erlaubt es Ihnen darüber hinaus, nur bestimmte Änderungen Sie übertragen. Die zweite Neuerung betrifft das Auslesen und Bearbeiten von EXIF- und IPTC-Metainformationen. Gegenüber dem Vorgänger erlaubt die neue Version eine detaillierte Beschreibung und Verschlagwortung von Bildern – allerdings fehlt bislang die Möglichkeit, nach diesen Texten zu suchen, wodurch die Funktion an Wert verliert.

Abbildung 3: Der RAW-Konverter RawTherapee bildet den gesamten Workflow – vom Importieren übers Bearbeiten und Archivieren von Aufnahmen – in einem Programm an.

Qwit

Twittern ist in: Das haben sogar Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens erkannt. Die Philosophie hinter Twitter ist so banal wie genial: Schicke eine Kurznachricht im Stile einer SMS an einen Verteiler, der allen, die es möchten, das Lesen der Nachricht ermöglicht. Mit dem Benutzen von Qwit (Abbildung 4) erübrigt sich weitgehend die Bedinung von Twitter über den Webbrowser, da es die meisten Funktionen des Dienstes abbbildet. Mit der Software, die nicht nur optisch an einen Instant-Messenger erinnert, lesen und erstellen damit nicht nur Broadcasts, sondern auch persönliche Nachrichten. Eine Funktion, sich als so genannter Follower eines Beitragerstellers einzutragen, fehlt derzeit aber noch. (Thomas Leichtenstern/tle)

Abbildung 4: Mit dem Instant-Messenger-ähnlichen Tool Qwit lesen und erstellen Sie Nachrichten im Mikro-Blogging-Portal Twitter.

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