Nachrichten

01.04.2009

Neue Versionen von Crossover Games und Cedega

Codeweavers hebt seine kommerzielle und auf Windows-Spiele ausgerichtete Wine-Variante CrossOver Games [1] auf die Version 7.2. Laut Changelog wurden dabei jedoch nur kleinere Verbesserungen und Optimierungen vorgenommen. Von diesen profitieren vor allem Besitzer der Spiele City of Heroes, Spore und World of Warcraft sowie Nutzer der Steam-Plattform. Alle anderen Spieler freuen sich über allgemeine Verbesserungen bei der DirectX-Emulation. Zudem kommt nun die aktuelle Wine-Version als Unterbau zum Einsatz.

Konkurrent Transgaming schlägt mit seinem Produkt Cedega [2] in eine ähnliche Kerbe: Die neue Version 7.1 soll gegenüber ihrem Vorgänger performanter, stabiler und benutzerfreundlicher sein. Für die flottere Gangart sorgen die Unterstützung von VBO (Vertex Buffer Object) und eine bessere Ausnutzung von Mehrkern-Prozessoren. Oben drauf gab es noch spezielle Verbesserungen für Elder Scrolls IV: Olivion, F.E.A.R. 2, Medal of Honor Airborne, Sins of a Solar Empire und Unreal Tournament 3. Ab sofort zählt Bioshock zu den offiziell unterstützten Spielen.

Einen Workshop zur Einrichtung von Crossover Games und Cedega finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 72. (Tim Schürmann/hge)

[1]http://www.codeweavers.com/products/cxgames/

[2]http://www.cedega.com/

Französische Polizei spart dank Open Source

Laut Oberstleutnant Xavier Guimard hat die französische Gendarmerie durch die Migration hin zu einem kompletten Open-Source-Desktop geschätzte 50 Millionen Euro gespart. Das berichtet OSOR [1], das Open Source Observatory and Repository. "Dieses Jahr wird das IT-Budget um 70 Prozent reduziert werden. Unsere IT-Systeme wird das nicht betreffen", zitiert OSOR den Polizisten, der bei einer Veranstaltung in Utrecht über die Migration von Microsoft zu Ubuntu berichtete.

Am meisten sparte die Behörde bei den proprietären Softwarelizenzen. Ein Großteil des eingesparten Geldes wäre sonst in gewöhnliche Office-Anwendungen geflossen. Bis 2004 erwarb die Gendarmerie jährlich 12.000 bis 15.000 solcher Lizenzen, im Jahr 2005 waren es gerade einmal 27. "Seit Juli 2007 haben wir 200 Microsoft-Lizenzen gekauft. Wenn jemand einen neuen PC will, kommt der mit Ubuntu. Das ermutigt die Anwender zu wechseln." (Kristian Kißling/hge)

[1]http://www.osor.eu/news/fr-gendarmerie-saves-millions-with-open-desktop-and-web-applications

Die Russen sind zurück

Ganze vier Jahre mussten die Fans des extrem durchgedrehten Abenteuerspiels Sowjet-Unterzögerdorf auf eine Fortsetzung warten. Nun beginnt endlich das "proletarische Downloaden" des zweiten Teils [1].

Wie schon sein Vorgänger spielt das klassische Point & Click Adventure im 2,5 Quadratkilometer großen Sowjet-Unterzögersdorf, einer fiktiven Sowjetrepublik. Umringt vom kapitalistischen Österreich, glauben ihre Bewohner noch an den Kommunismus und versuchen, ihn mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten – was häufig zu extrem skurrilen und unglaublich komischen Situationen führt.

Half man im ersten Teil noch dem Parteisekretär Wladislav Gomulka, eine Heavy-Metal-Verschwörung aufzudecken, wird dieser zu Beginn der offiziellen Fortsetzung nach US-Oberzögersdorf verschleppt. Dies kann selbstverständlich nicht geduldet werden. Und so macht sich der Spieler als Kommissar Nikita Perostek Chrustsov auf, seinen Genossen zu retten.

Hinter dem abgedrehten Freeware-Spiel steht die Künstlergruppe monochrom [2], die nach dem großen Erfolg des ersten Teils diesmal zahlreiche "Special Guests" und nicht minder unbekannte Synchronstimmen für die Fortsetzung gewinnen konnte. Das Ergebnis ist eine durchgehend russische Sprachausgabe, die zu begeistern weiß. Wer kein Russisch versteht, darf wahlweise englische oder deutsche Untertitel zuschalten. (Tim Schürmann/hge)

[1]http://www.monochrom.at/suz-game/sektor2/index_de.htm

[2]http://www.monochrom.at/

Kindle 2: Linux-basiertes E-Book

Seit Amazons Vorstellung des E-Book-Readers Kindle [1] kehren die schon in den 90er Jahren angekündigten E-Books in die Nachrichten zurück. Nun legt Amazon nach und veröffentlicht in den USA nicht nur eine neue Version des Geräts, sondern auch Teile des Quellcodes der darauf laufenden Software: Auch der Kindle 2 benutzt Linux.

Linuxdevices.com hat dem Gerät unter das Display geschaut [2] und berichtet ausführlich über die Innereien. Zunächst einmal sieht das Buch deutlich besser aus und ist schlanker. Die klobige Form des Kindle 1 wurde häufig kritisiert. An der Display-Auflösung hat sich wenig geändert, allerdings unterstützt die E-Ink-Oberfläche nun 16 Grauabstufungen und stellt damit Text und Bilder schärfer dar. Zugleich soll der Kindle 2 die Buchseiten um 20 % schneller aufrufen. Dank Änderungen am Benutzerinterface können Leser nun einfacher umblättern, Notizen machen und Seiten überspringen.

Die schlechte Nachricht: Das Gerät erscheint zunächst wieder nur für den amerikanischen Markt. Dort kostet es 360 US-Dollar und lässt sich per 3G-Netz drahtlos über das hierzulande nicht verfügbare "Whispernet" mit Inhalten füttern. (Kristian Kißling/hge)

[1]http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Linux-basiertes-E-Book-Kindle-von-Amazon-ist-angeblich-ein-Erfolg

[2]http://www.linuxdevices.com/news/NS6022540588.html

OpenSuse nicht mehr halbjährlich

Das OpenSuse-Team verzichtet in Zukunft auf den halbjährlichen Versionswechsel und möchte alle acht Monate eine neue Version veröffentlichen.

Eigentlich müsste OpenSuse 11.2 schon bald fertig sein, doch die Entwickler entschlossen sich, Version 11.2 zu einem späteren Zeitpunkt fertigzustellen, die Rede war zunächst von September 2009. Stephan Kulow hat auf der OpenSuse-Projektliste den neuen Fahrplan vorgestellt [1]. Demnach erscheint OpenSuse 11.2 erst im November:

  • November 2009: "Fichte" 11.2
  • Juli 2010: "Rousseau" 11.3
  • März 2011: "Voltaire" 12.0
  • November 2011: "Lessing" 12.1

Dieses und nächstes Jahr ist somit nur mit einem OpenSuse-Release zu rechnen, wobei Kulow ausdrücklich erwähnte, dass sich die Versionsnummern und Codenamen noch ändern können.

Die Entscheidung für das doch relativ späte Veröffentlichungsdatum begründete Kulow unter anderem damit, dass die Hauptentwicklungszeit so nicht in die Sommermonate fällt, dass OpenSuse 11.2 durch den späten Termin auch Gnome 2.28 enthalten kann und dass mehr Zeit für alles bleibt. Inwieweit die rund 25 Entlassungen [2] beim OpenSuse-Projekt auch auf den Zeitplan Einfluss hatten, erwähnte Kulow nicht. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://lists.opensuse.org/opensuse-project/2009-03/msg00029.html

[2]http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Wie-viele-Opensuse-Entwickler-entlaesst-Novell

Linux New Media Awards 2009

Die Linux New Media AG, Herausgeber von EasyLinux, hat auf der CeBIT ihre Auszeichnungen für bedeutende Beiträge zu Open Source verliehen [1]. Zwei der sechs Awards gingen an Open Street Map. Der freie Internet-Kartendienst erhielt Auszeichnungen in den Kategorien "innovativstes Open-Source-Projekt" und "bestes Community-Projekt".

Der Preis für den Open-Source-freundlichsten Hardware-Hersteller ging an Intel; ebenfalls nominiert waren Asus, IBM und Sun.

Oliver Zendel vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überreichte die Auszeichnung in der Kategorie "Sicherheit". Den Preis nahm für OpenSSH der Kernentwickler Martin Friedl entgegen.

Knoppix-Erfinder Klaus Knopper überreichte den Preis in der von der Jury kontrovers diskutierten Kategorie "beste Open-Source-Programmiersprache". Die Auszeichnung ging an Python. "Das Ding kann einfach alles", sagte Knopper. Den Preis nahm Martin von Löwis von der Python Foundation im Namen der Python-Community an sich.

Eine Jury von über 200 Fachleuten aus Community und Industrie hat die Kandidaten für die Linux New Media Awards nominiert und die Gewinner per Abstimmung ermittelt. (Mathias Huber/hge)

[1]http://www.cebit.de/59288

Markenrecht-Richtlinien für OpenSuse

Der OpenSuse-Community-Manager Joe Brockmeier ("Zonker") hat neue Markenrecht-Richtlinien auf der OpenSuse-Announce-Liste veröffentlicht. Laut dem dreiseitigen PDF-Dokument [1] dürfen in Zukunft nur noch Original-Abbilddateien von Novell den Namen "OpenSuse" tragen, Varianten der Distribution mit Updates oder anderen Paketen aus den offiziellen OpenSuse-Repositories dürfen sich nur noch "Powered by OpenSuse" oder ähnlich nennen. Zudem müssen sämtliche Trademarks aus einer veränderten Distribution entfernt werden.

Wer eine OpenSuse-Distribution mit Paketen aus inoffiziellen Repositories mischt, muss ebenfalls sämtliches Branding entfernen und darf zudem den Namen OpenSuse in Zusammenhang mit der Distribution gar nicht mehr nutzen.

Diese neuen Richtlinien werden auch Konsequenzen für die EasyLinux-Heft-DVDs und unsere Starter Kits mit OpenSuse haben, da wir Ihnen dort immer Zusatzpakete aus diversen Repositories anbieten. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://files.opensuse.org/opensuse/en/5/51/OpenSUSE_Trademark_Guidelines.pdf

Keine Chance für Viren

Für Linux gibt es kaum Viren. Da sich aber immer Nutzer finden, die ohne zu überlegen auf fremde Dateien klicken, bauen KDE und Gnome nun zusätzliche Sicherheitsfeatures ein.

Mitte Februar beschrieb ein Linux-Nutzer mit dem Pseudonym foobar, wie man einen Linux-Virus in fünf Schritten schreibt [1]. Obwohl es sich dabei nicht um einen eigentlichen Virus handelt, weil der Benutzer das per Mail erhaltene Attachment zunächst speichern muss und erst danach ausführen kann, zeigt der Blogeintrag doch schön, wie man .desktop-Dateien von KDE und Gnome missbrauchen kann.

Der KDE-Entwickler Michael Pyne hat nun reagiert und will in einer der kommenden KDE-4-Ausgaben ein zusätzliches Sicherheitsfeature einbauen: Es überprüft, ob es sich bei der von der Desktop-Datei referenzierten Anwendung tatsächlich um ein ausführbares Programm handelt, und zeigt anderenfalls einen Warnhinweis an. Details dazu finden sich im aktuellen KDE-4-Digest von Danny Allen [2]. Auch die Gnome-Entwickler blieben nicht untätig [3]: Alexander Larsson arbeitet daran, dass Gnome bei .desktop-Dateien, die nicht ausführbar sind, ein allgemeines Symbol und den Dateinamen anzeigt. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://www.geekzone.co.nz/foobar/6236

[2]http://commit-digest.org/issues/2009-02-08/

[3]http://www.mail-archive.com/desktop-devel-list@gnome.org/msg15426.html

Songbird 1.1

Das Musikprogramm Songbird gibt es nun in Version 1.1. Esbringt neben einer besseren Normalisierung eine Überwachungsfunktion für Verzeichnisse sowie einen optimierten Cover-Download mit.

Über eine Million Nutzer haben nach Angaben des Projekts den Player Songbird [1] heruntergeladen. Aus dem Feedback der Nutzer sind einige Veränderungen, Bugfixes und neue Features in Version 1.1 eingeflossen. Per Mausklick kann der Benutzer den Singvogel nun anweisen, das Album-Cover zu einem bestimmten Song aus dem Netz zu fischen. Die bevorzugte Quelle für diese Fischzüge lässt sich ebenfalls angeben, etwa Last.fm oder Amazon.

Auf Anweisung des Benutzers überwacht Songbird 1.1 bestimmte Verzeichnisse, die Musik enthalten, und aktualisiert die Liste, wenn neue Titel hinzukommen. Genauso verschwinden gelöschte Titel automatisch. Der Sortieralgorithmus funktioniert nun besser und erkennt auch vorangestellte Artikel ("der", "ein" etc.). Damit Songbird das Trommelfell nicht überstrapaziert, lassen sich Titel nun normalisieren, wenn die Metadaten Informationen zur Lautstärke enthalten. Das funktioniert auch für iTunes-Titel.

Insgesamt soll Songbird 1.1 stabiler laufen, deutlich weniger Speicher und CPU-Ressourcen konsumieren und seltener abstürzen. Bei großen Musiksammlungen benötigt der Player demnach 40 Prozent weniger Hauptspeicher, und das Abspielen verbraucht nur noch die Hälfte der CPU-Leistung.

[1]http://getsongbird.com/

Newsticker

Gnash 0.8.5: Das Gnash-Team hat Version 0.8.5 des freien Flash-Players und Browser-Plugins freigegeben. Es bringt unter anderem einen direkten Download-Support mit. http://www.gnashdev.org/

Gtk+ 2.16.0: Gtk+, eine Bibliothek, die von Gimp und Gnome-Programmen verwendet wird, bringt in Version 2.16.0 Änderungen im Umgang mit Passworteingaben mit. Unter anderem erscheint jetzt eine Warnung, falls jemand aus Versehen sein Passwort eingibt, während die Feststelltaste gedrückt ist. http://www.gtk.org/

Firefox: Die Mozilla-Entwickler planen, die kommende Firefox-Version 3.1 mit der Versionsnummer 3.5 anzubieten. Das soll die zahlreichen Änderungen unterstreichen. U. a. wird Firefox 3.5 die freien Video-Codecs Ogg/Theora und Dirac nativ, also ohne Plug-ins unterstützen. http://www.firefox-browser.de/

Schnelles Xandros: Xandros möchte mit seinem Schnellstartlinux Presto Windows-Nutzer zu einer parallelen Linux-Installation bringen. Presto ist eine auf Bootgeschwindigkeit getrimmte Xandros-Version mit einer minimalen Programmauswahl (u. a. Firefox, OpenOffice, Skype, Realplayer und Thunderbird). http://www.prestomypc.com/

linux.com: Die Website Linux.com steht ab sofort unter der Regie der Linux Foundation. Sie will darauf ein Community-Portal einrichten. Der bisherige Eigentümer Sourceforge bleibt laut Pressemeldung weiterhin für die Inhalte des Forums verantwortlich und hostet auch weiterhin die Website auf seinen eigenen Servern. http://www.linux.com/

DreamLinux 3.5: Die Dreamlinux-Entwickler haben Version 3.5 der brasilianischen Distribution freigegeben. Sie basiert auf Debian Lenny und setzt ab der neuen Version auf den schlanken XFCE als primären Desktop. Alternativ gibt es die Distribution aber weiterhin auch mit Gnome. http://www.dreamlinux.com.br/

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