Handarbeit

Neben der automatischen Vergabe per DHCP besteht die Möglichkeit, einem lokalen Rechner per Hand eine feste IP-Adresse zuzuweisen. Unter Umständen übernimmt das Ihr Router (aber nicht alle Router beherrschen das). Identifiziert er Ihre Netzwerkkarte anhand ihrer MAC-Adresse, weist er ihr automatisch immer dieselbe IP-Adresse zu. Sie können das oft auch per Hand einstellen: Dazu rufen Sie erneut eine Konsole auf und geben /sbin/ifconfig | grep Hardware ein. Hinter Hardware Adresse sehen Sie eine durch Doppelpunkte separierte Zahl – die MAC-Adresse (Abbildung 4). In der Konfigurationsoberfläche des Routers suchen Sie nach der Möglichkeit, einer MAC- automatisch eine feste IP-Adresse zuzuordnen und tragen die entsprechenden Werte ein. Wie aber sieht die fixe IP aus?

Abbildung 4: Netzwerkkarten und Router lassen sich eindeutig über eine Hardware-Adresse identifizieren, die MAC-Adresse.

Daten sammeln

Bevor Sie eine feste IP-Adresse vergeben, sammeln Sie ein paar wichtige Daten zu Ihrem lokalen Netzwerk. Voraussetzung ist, dass Ihre Rechner sich bereits im (DHCP)-Netzwerk befindet – Sie brauchen eine funktionierende Verbindung zum Router. Zunächst bestimmen Sie die Gateway-Adresse des Routers sowie die IP-Adresse des DNS-Servers. Rufen Sie eine Konsole auf und geben Sie den Befehl route -n ein. Die Gateway-Adresse steht unten in der zweiten Spalte (Abbildung 5) – in derselben Zeile muss zudem UG stehen. Die Ausgabe des Befehls verrät zudem in der Spalte Genmask die Subnetzmaske des Netzwerks, die Sie ebenfalls notieren sollten (sie lautet für private Netzwerke meist 255.255.255.0, da sich die Adressen nur im letzten 8-Bit-Block unterscheiden).

Abbildung 5: Der Route-Befehl verrät neben der Gateway-Adresse auch die Subnetzmaske des LAN.

Die Gateway-Adresse und Subnetzmaske zeigen, dass Ihr Rechner zu einem Subnetz gehört, dessen IP-Adressen mit 192.168.1.* beginnen. Rechner in diesem Netzwerk können also IP-Adressen erhalten, die anstelle des Sternchens Werte zwischen 1 und 254 enthalten. Da die Gateway-Adresse die Zahl 254 bereits belegt, suchen Sie eine feste IP-Adresse aus dem Bereich zwischen 1 und 253 frei aus, etwa 192.168.1.253.

Nun brauchen Sie noch die IP-Adresse des DNS- bzw. Nameservers. Geben Sie im Browser als URL http://www.easylinux.de ein, passiert nichts, so lange Ihr Rechner keinen DNS-Server kennt. Im Privatnetz ist die Gateway-Adresse häufig mit der IP-Adresse des DNS-Servers identisch. Geben Sie nslookup 127.0.0.1 | grep Server ein, antwortet der DNS-Server mit seiner IP-Adresse (Abbildung 6), hier im Beispiel mit der 192.168.1.254.

Abbildung 6: Den lokalen DNS-Server identifizieren Sie über "nslookup", meist ist die IP mit der des Routers identisch.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Lokales Netzwerk aufbauen
    Um über einen Router mit integriertem DHCP-Server ins Internet zu gelangen, verbinden Sie einfach Ihren Rechner über ein Kabel mit diesem und los gehts. Was aber tun, wenn Sie feste IP-Adressen brauchen, um etwa einen Server zu nutzen?
  • Netzwerk unter der Lupe
    Trotz Datenflut bahnen sich Datenpakete zielstrebig ihren Weg durch das weltweite Netz. IP kennt den Weg, TCP sorgt für eine sichere Verbindung.
  • DHCP-Server fürs lokale Netzwerk
    Werden mehrere Rechner zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, wächst der Konfigurationsaufwand. Besser man zentralisiert das Ganze so, dass ein DHCP-Server IP-Adressen und andere Werte an die Clients vergibt.
  • Das eigene Netz dynamisch konfigurieren
    Um Computern in einem Netzwerk die Kommunikation zu ermöglichen, muss normalerweise jeder beteiligte Rechner von Hand konfiguriert werden. Diese Arbeit lässt sich vermeiden, wenn einer davon IP-Adressen und weitere Einstellungen dynamisch per DHCP verteilt.
  • Zeroshell-Workshop Teil 2: Routing und WLAN-Bridge
    Nachdem wir in Teil 1 des Workshops den Zeroshell-PC startklar gemacht haben, geht es jetzt an die Netzanbindung. Der Jetway-Mini-PC dient dabei als WLAN-Bridge.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 1 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...