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Mobile Home

Eigene Home-Partition einrichten und umziehen

23.03.2009
Bei Netbooks mit winzigen Festplatten oder gleichzeitiger Nutzung unterschiedlicher Linux-Distributionen kommt schnell der Wunsch auf, das Benutzerverzeichnis auf eine andere Partition auszulagern. Dies ist schon mit erstaunlich wenig Aufwand und Bordmitteln zu bewerkstelligen.

Nur selten hat man schon bei der Installation den Weitblick, das Home-Verzeichnis auf eine eigene Partition zu legen (siehe Kasten Separates Home bei der Installation). Sein Home-Verzeichnis auf einer eigenen Partition oder gar einem separaten Datenträger wie einer Festplatte, einer SD-Karte oder einem USB-Stick zu haben, hat viele Vorteile. Man kann nicht nur auf dasselbe Home-Verzeichnis von unterschiedlichen Distributionen aus zugreifen, man ist auch viel flexibler, da das Betriebssystem und die Benutzerdaten getrennt sind. Auf mobilen Datenträgern kann man sein Benutzerverzeichnis und damit alle seine Daten ständig dabei haben. Auch ein schneller Wechsel des Betriebssystems durch Plattentausch, eine Neuinstallation oder die Migration auf einen anderen Rechner werden drastisch erleichtert, wenn das Benutzerverzeichnis auf einem eigenen Gerät liegt. Gerade die günstigen populären Netbooks sind auch oft nur mit wenig integriertem Flash-Speicher ausgestattet. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, die integrierten SD-Kartenslots mit den äußerst günstig erhältlichen riesigen SD-Karten für das Home-Verzeichnis zu nutzen. Und zu guter Letzt kann ein Auslagern des Home-Verzeichisses einen merkbaren Geschwindigkeitsgewinn bringen, wenn das System, die temporären Dateien und die Swap-Partition auf einer Festplatte liegen und das Home-Verzeichnis mit den persönlichen Dateien auf einer anderen. Dies setzt allerdings eine schnelle zweite Festplatte voraus – mit einer extra Partition auf derselben Festplatte wird sich hier nichts ändern, USB oder Speicherkarten sind gar deutlich langsamer als eine integrierte oder per eSATA angebundene Festplatte.

Separates Home bei der Installation

Viel Arbeit können Sie sich sparen, wenn Sie schon bei der Installation das Benutzerverzeichnis auf eine eigene Partition legen. Hierzu wählen Sie beim Installieren das manuelle Partitionieren aus und teilen die Festplatte wie gewünscht auf. Dann weisen Sie der Systempartition das Wurzelverzeichnis / zu, der eigenen Benutzerverzeichnis-Partition /home.

Platz schaffen

Nicht immer ist eine freie Partition für das Benutzerverzeichnis vorhanden, viele Rechner wie beispielsweise Laptops bieten auch gar nicht die Möglichkeit, eine zweite Festplatte einzubauen. Also müssen bestehende Partitionen verkleinert werden, um Platz für die eigene Home-Partition zu schaffen. Wenn dies bei Ihnen nicht notwendig ist, weil Sie bereits eine passende Partition haben, überspringen Sie den Schritt der Repartitionierung und lesen Sie bei Zeit für den Umzug weiter.

Neu partitionieren

Wie grundsätzlich vor Änderungen am Dateisystem sollten Sie immer ihre Daten sichern Dies schadet nie, und die Partition könnte durch einen falschen Tastendruck, problematische Hardware oder einen Stromausfall im falschen Moment unlesbar werden.

Ist nur eine Partition vorhanden, müssen Sie diese aufteilen. Verwenden Sie dazu eine bootbare Live-CD mit dem Partitionierungs-Programm Parted Magic. Wir haben diese im Boot-Menü der DVD dieser Ausgabe integriert, so dass Sie beim Starten der DVD einfach "Parted Magic 3.7" auswählen müssen. Im Parted Magic-Menü wählen Sie dann die default genannte Option 1, welche alles in den Speicher lädt und am Ende die DVD auswirft (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Bootmenü von Parted Magic.

Wenn Parted Magic seinen Desktop geladen hat, starten Sie zur Partitionierung den Partition Editor links oben (Abbildung 2). Rechts oben wählen Sie die Festplatte aus, wenn es in Ihrem PC nur eine gibt, ist dies allerdings irrelevant. Dann markieren Sie die zu verkleinernde Partition, in der Regel ist dies meist die größte. (Die Größe in Gigabyte steht in der Spalte Size.) Das Programm markiert Ext3-Partitionen blau, Linux-Swap-Partitionen rot, nicht zugewiesenen Speicherplatz grau und eventuell vorhandene Windows-Partitionen grün, also achten Sie darauf, nicht versehentlich die falsche Partition zum Verkleinern auszuwählen.

Abbildung 2: Der Parted Magic Desktop mit gestartetem Partitionierungswerkzeug.

Nun klicken Sie auf den Resize/Move-Knopf oben. Greifen Sie im aufgehenden Fenster rechts oben das Dreieck am Ende des oberen Balkens und verkleinern Sie die Partition auf die gewünschte Größe (Abbildung 3). Alternativ können Sie die Größe auch in den Eingabefeldern direkt eingeben. Achten Sie darauf, bei der Verkleinerung nicht in den gelben Bereich zu kommen, denn dieser ist schon mit Daten belegt. Sie sollten die Systempartition allgemein nicht zu rigoros verkleinern, denn auch das System braucht einigen Spielraum für Updates, neue Programme oder temporäre Dateien, je nach Userprofil mehr oder weniger. Bei aktuellen Festplattengrößen können Sie dem System schon mal 20 oder 30 Gbyte gönnen für alle Fälle, denn wenn die Festplatte dann irgendwann doch mal komplett voll ist, weil ein Programm beispielsweise 5 Gbyte große temporäre Dateien erstellt, gibt es Probleme mit der Systemleistung.

Abbildung 3: Mit dem Balken oben verkleinern Sie eine Partition.

Wenn die Größe passt, klicken Sie unten auf Resize/Move, wobei das Programm alle Änderungen nur vormerkt und am Ende gesammelt anwendet. Der frei geräumte Platz ist nun grau als unallocated gekennzeichnet. Markieren Sie ihn und klicken Sie auf den New-Knopf oben links. Vergeben Sie im Eingabefeld label einen Namen für die Partition und stellen Sie das gewünschte Dateisystem unter File System ein, wir empfehlen Ext3. Ansonsten sollten die Einstellungen passen, klicken Sie also rechts unten auf add (Abbildung 4). Das war es schon, um die gesammelten Änderungen, die Sie im unteren Teil des Fensters sehen können, anzuwenden, klicken Sie im Hauptfenster oben rechts auf Apply. Nach einer Warnung vor den Risiken, die Sie mit Klick auf Apply bestätigen (Abbildung 5), geht es auch schon los mit dem eigentlichen Partitionieren (Abbildung 6). Das Programm braucht dann je nach Festplattengröße einige Minuten, um die gewünschten Änderungen durchzuführen.

Abbildung 4: Formatieren und benennen Sie die Home-Partition.
Abbildung 5: Wenn Sie noch keine Datensicherung gemacht haben, wäre jetzt die letzte Chance dazu.
Abbildung 6: Das Programm wendet alle Partitions-Änderungen an.

Am Ende informiert Sie das Programm über die erfolgreiche Durchführung beziehungsweise eventuelle Fehler. Wenn alles erfolgreich war, klicken Sie auf Close (Abbildung 7).

Abbildung 7: Die Neu-Partitionierung ist erfolgreich abgeschlossen.

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