Effizienter arbeiten mit GIMP

Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp

Tipp: Hautfarbe über Ebenenmaske ändern

Eine sonnengebräunte Haut noch vor Sommerbeginn ist auch ohne einen Solariumsbesuch möglich: In diesem Tipp zeigen wir Ihnen, wie Sie das anstellen. Suchen Sie ein passendes Foto und öffnen Sie es in Gimp. Das Originalbild stellt die unterste Ebene dar. Über das Bildmenü Ebene / Neue Ebene legen Sie eine transparente Ebene an. Klicken Sie auf diese Ebene, öffnen Sie mit einem Rechtsklick das Kontextmenü und wählen Sie darin den Menüpunkt Ebenenmaske hinzufügen aus. Im folgenden Dialogfenster entscheiden Sie sich für die Option Schwarz (volle Transparenz) und beenden die Auswahl mit Hinzufügen.

Die Ebene zeigt nun zwei kleine Vierecke, die Sie einzeln mit der Maus anklicken können. Der jeweils aktive Teil erscheint dabei mit einer weißen Umrandung. Klicken Sie auf den transparenten Bereich und füllen Sie ihn mit einer passenden Farbe ([Umschalt]+[B]). Zum Abdunkeln des Hauttons verwenden Sie einen Braunton, zum Aufhellen empfiehlt sich ein helles Beige (Abbildung 1).

Klicken Sie anschließend auf den Maskenbereich. Jetzt beginnen Sie, mit dem Pinselwerkzeug ([P]) die einzufärbenden Hautbereiche mit weißer (!) Farbe nachzuzeichnen. Hierbei sind vor allem in den Randbereichen ein wenig Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand notwendig. Wichtig ist, dass Sie eine Pinselspitze mit weichem Rand verwenden: Damit erzeugen Sie an den Rändern einen besseren Übergang.

Das Bearbeiten der Hautpartien fällt Ihnen leichter, wenn Sie das Bild stark vergrößern. Falsch eingefärbte Bereiche übermalen Sie einfach mit schwarzer Farbe. Sind Sie mit der Auswahl des Hautbereichs fertig, stellen Sie den Ebenenmodus auf Multiplikation. Die Stärke der Hauttönung regulieren Sie im Ebenendialog über den Deckkraft-Regler.

Abbildung 1

Abbildung 1: Gimp schützt Sie vor den gemeinen UVA-Strahlen der Sonne und lässt Sie trotzdem wunderbar braun werden.

Tipp: Ausdrucksvolle Infrarotbilder

Auch im Nachhinein können Sie mit Gimp aus Landschaftsaufnahmen ausdrucksvolle Infrarotbilder wie in Abbildung 2 erstellen. Charakteristisch hierbei sind kontrastreiche Schwarz-Weiß-Bereiche, wobei gerade üppige Grünflächen weiß erscheinen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Tauchen Sie ein in die surreale Welt der Infrarotbilder. Dies ist auch ohne geeignete Kamera oder IR-Filter möglich.

  1. Öffnen Sie das Dialogfenster Kanalmixer über das Bildmenü Farben / Komponenten / Kanalmixer.
  2. Aktivieren Sie die beiden Optionen Monochrom und Leuchtstärke erhalten. Die Monochrom-Einstellung ist für die Darstellung als Graustufenbild verantwortlich, die Option Leuchtstärke erhalten sorgt dafür, dass Leuchtkraft und Helligkeit, unabhängig von den nun folgenden Einstellungen an den einzelnen Kanälen, erhalten bleiben.
  3. Aktivieren Sie die Vorschau und kontrollieren Sie die Auswirkungen der einzelnen Kanaleinstellungen.
  4. Betätigen Sie nun die Schieberegler der einzelnen Kanäle. Es gibt keine Standardwerte, darum sollten Sie die Änderungen immer über die Vorschaufunktion überprüfen. Als Richtwert dürfen Sie für die Kanäle Rot und Grün einen Wert von mindestens 100 einstellen. Der Regler für den blauen Farbkanal erzeugt ein ideales Ergebnis, wenn Sie ihn in den negativen Bereich schieben.

Sind Sie mit dem Resultat zufrieden, schließen Sie den Dialog über die Schaltfläche OK; falls Sie von vorne beginnen möchten, klicken Sie einfach auf Zurücksetzen. Sollten manche Bereiche, wie etwa der Himmel, zu starke Pixel aufweisen, ist hier eine leichte Nachbearbeitung mit dem Werkzeug Weichzeichnen / Schärfen ([Umschalt]+[U]) nötig.

Tipp: Fotomontage: Ein Buchstabenrasen für den Bildschirm

Für eine Fotomontage wie in Abbildung 3 brauchen Sie die Rasenfläche Ihres Gartens nicht zu verunstalten. Es reicht aus, wenn Sie die Buchstaben ganz einfach aus einem Foto ausschneiden und gekonnt auf einem passenden Hintergrund platzieren. Sie benötigen dazu das Foto einer Rasenoberfläche, ein hübsches Hintergrundbild und ein wenig Zeit.

Abbildung 3

Abbildung 3: Holen Sie sich Teile Ihres Gartens auf den Bildschirm und gestalten Sie so einen eigenen Desktophintergrund.

Für den Hintergrund verwenden Sie ein passendes Bild mit leichter Struktur. Das kann von Ihnen selbst erstellt worden sein, oder aus einem Bilderarchiv im Internet stammen. Wichtig ist, dass es eine für Ihren Bildschirm geeignete Größe besitzt. Falls nicht, passen Sie das Foto über das Bildmenü Bild / Bild skalieren Ihrer Bildschirmauflösung an.

  1. Das Hintergrundbild stellt die unterste Ebene dar. Legen Sie über das Bildmenü Ebene / Neue Ebene gleich eine weitere neue transparente Ebene an. Schieben Sie diese an die oberste Position im Ebenenstapel. In diese Ebene kopieren Sie später den ersten ausgeschnittenen Grasbuchstaben.
  2. Öffnen Sie als Nächstes das Bild mit der Rasenfläche. Aus diesem Bild schneiden Sie die einzelnen Buchstaben für die Montage aus (Abbildung 4): Beginnen Sie mit dem ersten Buchstaben. In unserem Beispiel ist das der Buchstabe G. Wählen Sie im Textdialog ([T]) eine passende Schriftart und Größe sowie eine helle Schriftfarbe aus.

    Abbildung 4

    Abbildung 4: Mit Hilfe des Text- und Pinselwerkzeugs werden die einzelnen Buchstaben aus der Rasenoberfläche heraus gearbeitet.

  3. Klicken Sie in das Bild mit der Rasenfläche, tippen sie den Buchstaben ein und reduzieren Sie anschließend die Deckkraft der Textebene auf 50 bis 70 Prozent.
  4. Wählen Sie das Pinselwerkzeug aus. Entscheiden Sie sich für eine Pinselstärke, die der Größe der einzelnen Grashalme entspricht. Klicken Sie dann die Textebene an. Nun beginnt der zeitaufwendige Teil: Mit dem Pinselwerkzeug arbeiten Sie entlang der Schriftkante einzelne Grashalme heraus, indem Sie diese mit feinen Pinselstrichen übermalen. Dabei ist das Ziel, dass die Schnittstelle möglichst natürlich und nicht zu glatt wirkt.
  5. Sobald Sie fertig sind, rufen Sie mit einem rechten Mausklick das Kontextmenü der aktiven Ebene auf. Wählen Sie dort Auswahl aus Alphakanal und klicken Sie einmal auf die darunter liegende Grasebene.
  6. Schneiden Sie nun den ersten Buchstabe aus dem Rasen aus. Kopieren Sie hierzu den markierten Rasenbereich mit [Strg]+[C] in die Zwischenablage. Klicken Sie dann auf das noch geöffnete Hintergrundbild und fügen Sie den Buchstaben aus der Zwischenablage in die dort bereits erstellte, transparente Ebene ein ([Strg]+[V]). Die erste Hürde ist geschafft.

Damit das Ergebnis natürlicher wirkt, versehen Sie den Buchstaben noch mit einem Schatten und einem leicht abgedunkelten Randbereich (Abbildung 5).

  1. Für den Schatteneffekt erstellen Sie abermals eine neue transparente Ebene. Positionieren Sie diese unterhalb der Buchstabenebene. Sie können Ebenen mit gehaltener Maustaste verschieben, alternativ verwenden Sie die unter dem Ebenenstapels angezeigte Schaltfläche mit einem nach unten gerichteten Pfeil.

    Abbildung 5

    Abbildung 5: Der Schatten und der abgedunkelte Rand sorgen für einen 3D-Effekt.

  2. Wählen Sie noch einmal mit einem Auswahlwerkzeug den Grasbuchstaben aus und kopieren Sie ihn in die darunter liegende neue Ebene. Füllen Sie dann die Auswahl mit schwarzer Farbe und verschieben Sie diese leicht versetzt zum Buchstaben.
  3. Um die Kanten zu glätten, wenden Sie über das Filtermenü einen Weichzeichner-Filter an (Filter / Weichzeichnen / Gaußscher Weichzeichner). Der Schatteneffekt ist fertig.
  4. Für den abgedunkelten Randbereich benötigen Sie oberhalb des Grasbuchstabens eine neue transparente Ebene. Markieren Sie abermals mit einem Auswahlwerkzeug den Grasbuchstaben und kopieren Sie ihn in diese Ebene.
  5. Die Auswahl füllen Sie mit einem Farbverlauf von Hellgrün (Vordergrundfarbe) nach Dunkelgrün (Hintergrundfarbe). Hierfür rufen Sie das Verlaufswerkzeug auf ([L]). Wählen Sie passende Vorder- und Hintergrundfarben und aktivieren Sie bei Form die Option Formangepasst (sphärisch). Wenden Sie den Verlauf auf die oberste Ebene an.
  6. Setzen Sie den Ebenenmodus der obersten Ebene auf Multiplikation und reduzieren Sie die Deckkraft, falls das Ergebnis zu dunkel ist.
  7. Zum Abschluss des Vorgangs kombinieren Sie alle Ebenen des ersten Buchstabens (Ebene / Nach unten vereinen).

Weiter geht es mit den restlichen Buchstaben. Hier verfahren Sie genauso wie mit dem ersten Buchstaben. Sobald Sie mit dem Buchstabenrasen fertig sind, können Sie auch noch weitere Bildelemente einfügen. Sie haben die Wahl: Auf die Wiese passen noch kleine Tiere, Blumen und sonstige Elemente.

Tip a friend    Druckansicht beenden Bookmark and Share
Kommentare