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Business-Netbook

10-Zoll-Netbook von Lenovo

20.03.2009
Lenovo kennt man hierzulande erst richtig, seit die Firma die traditionellen Thinkpad-Notebooks von IBM herstellt. Lenovo hat aber auch eigene Produkte, zum Beispiel ein 10-Zoll-Netbook.

Das Ideapad S10e gehört zu den 10-Zoll-Netbooks mit Intel-Atom-N270-Prozessor. Es bringt in der Linux-Version eine 160 GByte große Festplatte, 1,5 GByte Hauptspeicher und einen Bluetooth-2.1-Adapter mit. Im Unterschied zu den meisten Netbooks verfügt das S10e nur über zwei USB-Anschlüsse, dafür bringt es einen Expresscard34-Slot mit (Abbildung 1). Der ebenfalls integrierte Kartenleser erkennt Speicherkarten in den Formaten SD, MMC, Memory Stick/Pro. Weitere Details entnehmen Sie der Tabelle "Technische Daten".

Abbildung 1: Die rechte Seite des Ideapad S10e mit dem Expresscard-Slot, Audio, USB und Ethernet.

Technische Daten

Name Lenovo Ideapad S10e
Typ NS84KGE
Prozessor Intel Atom N270, 1,6 GHz
Hauptspeicher 1,5 GByte (1 Slot, 512 MByte fest verlötet)
Festplatte 2,5" SATA, 160 GByte, Hitachi
Display 10,1" Zoll", 1024 x 567 Pixel
Grafik Intel GMA 950
Webcam 1,3 Megapixel
Bluetooth 2.1
LAN Fast Ethernet (100 MBit/s)
WLAN 802.11b/g
Kartenleser SD, MMC, MS, MS PRO
Schnittstellen 2 x USB 2,0, 1 x VGA, Kopfhörer, Mic-In
Akku 6 Zellen, 52 Wh
Akkulaufzeit 4 bis 5 Stunden
Gewicht 1,3 kg
Preis (ca.) 330 Euro

Erster Eindruck

Das 10-Zoll-Netbook verfügt über eine angenehm große Tastatur, allerdings mit der üblich kleinen Tabulatortaste und einer einzeiligen Eingabetaste. Abgesehen von diesen zwei kleinen Schönheitsfehlern lässt sich auf dem S10 sehr schnell tippen. Umso kleiner hat Lenovo das Touchpad geplant, welches gerade mal 5,5 x 2,5 cm misst und zudem über einen horizontalen und senkrechten Scrollbereich verfügt. Es reagiert prompt aber nicht überempfindlich und lässt sich über die Tastenkombination [Fn]+[F6] ein- und ausschalten. Die beiden Maustasten verursachen ein hörbares Klick-Geräusch und sind ebenfalls sehr klein geraten. Für längeres Arbeiten benutzt man besser eine Maus.

Lenovo hat das S10e mit einem spiegelnden Display ausgestattet, das Gehäuse ist aus Kunststoff, aber sehr solide verarbeitet. Die Scharniere für das Display arbeiten etwas zu streng, so dass man das Netbook nicht mit einer Hand öffnen kann. Der Zugang zur Festplatte und zum RAM ist über eine mit zwei Schrauben gesicherte Klappe an der Geräteunterseite sehr leicht möglich.

Auf dem Lenovo S10e (das "e" steht für Education) vorinstalliert ist der Suse Linux Enterprise Desktop 10 von Novell, quasi die Business-Version von OpenSuse. SLED10 lässt sich rund 60 Sekunden Zeit zum Booten und ist trotz Service Pack 2 mit Kernel 2.6.16, Gnome 2.12, Firefox 2.0 und OpenOffice 2.4 nicht mehr ganz auf dem aktuellsten Stand. Abgesehen davon macht der Gnome-Desktop einen hübschen Eindruck (Abbildung 2), und die Sondertasten für die Lautstärke- und Helligkeitsregelung funktionieren ohne manuelles Setup, auch WLAN und die 1,3-Megapixel-Webcam arbeiten problemlos. Das Ideapad bringt neben dem Einschaltknopf zwei spezielle Buttons für das WLAN und den Anwendungsstart mit. Die orangefarbene Novo-Taste zeigte unter SLED10 allerdings keine Wirkung.

Abbildung 2: Lenovo hat sich beim Setup die Mühe gemacht, ein hübsches Hintergrundbild einzubauen.

Die Softwareauswahl des Novell-Desktops bringt den Medienplayer Banshee und das Fotoverwaltungstool F-Spot mit. Banshee spielt von Haus aus MP3-Dateien ab, auch das Flash-Plug-In für Firefox ist vorinstalliert. Einzig Skype fehlt. Mangels passender Qt4-Pakete für SLED10 lässt sich das Skype-RPM-Paket für OpenSuse von der Skype-Homepage nicht installieren, das statische Binärpaket arbeitet aber problemlos.

Das Powermangement funktioniert sehr gut. Schließen Sie den Netbook-Deckel, schläft das S10e ein, beim Aufklappen wacht es automatisch aus dem Suspend-to-RAM wieder auf. Unter SLED10 meldete sich der Lüfter des S10e bei der Internetnutzung relativ häufig und machte dabei störende Geräusche, bei aktuellen Distributionen blieb der Ventilator hingegen eher aus.

Nervige Details

In den Tests funktionierten unter dem Suse Linux Enterprise Server alle Tasten bis auf die Größer-/Kleiner-Taste, auf der sich auch das Pipe-Zeichen befindet. Um zu überprüfen, ob die Tastatur kaputt ist, installierten wir zusätzlich OpenSuse 11.1. Hier gab es keine Probleme.

Das Netbook spielte Musik nur sehr leise ab, obwohl wir die Regler für PCM und Master auf 100 Prozent stellten. Erst nachdem wir über die Mischpulteinstellungen den Front-Kanal aktivierten und hier den Regler hochdrehten, wurde es richtig laut. Einen weiteren Patzer leistet sich SLED bei den Desktop-Effekten. Sie lassen sich zwar über das zugehörige Hilfsprogramm aktivieren, funktionieren aber dennoch nicht.

Dass das S10e nicht in erster Linie für den deutschen Markt konzipiert wurde, merkt man sofort am englischen Gnome-Desktop. Um den Suse Linux Enterprise Desktop von Englisch auf Deutsch umzustellen, muss man über YaST / System / Language zunächst die primäre Sprache auf Deutsch umstellen und sich neu einloggen. Dazu muss YaST allerdings zunächst ein paar Pakete installieren. Da im Paketmanager aber eine DVD als Installationsquelle eingerichtet ist, dem Nutzer im Normalfall aber für das Netbook kein DVD-Laufwerk zur Verfügung steht, muss man deshalb vor der Paketinstallation ein paar Mal auf Skip klicken, bis YaST sich die Pakete schließlich aus dem Internet zieht (Abbildung 3).

Abbildung 3: Um Pakete zu installieren, muss man zunächst die DVD überspringen.

Der zweite Störenfried auf dem Desktop heißt SCIM. Die Smart Common Input Method erleichtert zwar die Eingabe von chinesischen und anderen exotischen Zeichen, stört aber den Benutzer auf einem deutschen Desktop bei der Eingabe mit unterstrichenen Buchstaben. Das in der Gnome-Kontrollleiste platzierte Applet lässt sich zudem nicht deaktivieren. Wählen Sie Exit aus dem Kontextmenü, startet es automatisch neu, sobald Sie eine Anwendung mit Texteingabe starten. Zu guter Letzt erkannte das Scim-Applet nach der Sprachumstellung auf Deutsch die neue Sprache nicht und bot einen fernöstlichen Zeichensatz an (Abbildung 4). Spätestens an diesem Punkt wird jeder an Linux nicht gewöhnte Nutzer dem SLED keine Träne nachweinen und Windows XP installieren.

Abbildung 4: Nach der Installation der deutschen Sprachpakete änderte sich der Zeichensatz auf eine fernöstliche Sprache.

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Kommentare
Skype
Benedikt Wildenhain (unangemeldet), Freitag, 03. April 2009 13:55:04
Ein/Ausklappen

Warum "fehlt" Skype? Eine unfreie Software, die mittels eines geheimen Protokolls Daten mit anderen Rechnern austauscht und bei dessen Entwicklung Wert darauf gelegt wurde, das Reverse-Engineering zu erschweren, will sicherlich nicht jedeR auf seinem/ihren Rechner haben ...

Es gibt offene Formate wie SIP und Jabber, warum sollte man auf unfreie Alternativen ausweichen? Sollte dann nicht auch (mit wine) ein Internet Explorer installiert sein?


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Re: Skype
Hans (unangemeldet), Dienstag, 14. April 2009 22:21:56
Ein/Ausklappen

In der Tat ein berechtigter Einwand. Zudem stellt sich die Frage, wieviele Internet-Nutzer tatsächlich Verwendung für Skype etc. haben und derartige Programme auch wirklich nutzen.
Wer diese Software-Kategorie wirklich benötigt, kann sich die entsprechenden Programme jederzeit aus dem Internet nachinstallieren und eine flotte Internetverbindung dürfte bei Netbooks, wie es der Name bereits nahelegt, vorauszusetzen sein.



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