Vielleicht das Wichtigste vorab: Das Gerätebundle aus zwei hochwertig in Metall gefassten Geräten, die optisch an WLAN-Router erinnern, liegt mit knapp 400 Euro im Hochpreissegment, so dass es einen guten Grund geben muss, diese Hardware einzusetzen.
Denkbare Einsatzgebiete gibt es einige, z. B. könnten Sie unhandlich große oder sehr laute Drucker, die nur einen USB-Anschluss besitzen, mit dem Wireless USB Extender in einen anderen Raum verschieben, der so weit entfernt ist, dass Sie kein USB-Kabel dorthin verlegen können: Der Hersteller gibt 30 Meter als zulässige Entfernung an, ein USB-2.0-Kabel darf laut Spezifikation fünf Meter lang sein. Da es aber möglich ist, bis zu fünf USB-Hubs in Reihe zu schalten, erreichen Sie diese 30 Meter auch günstiger, indem Sie eine Kette aus USB-Hubs bilden.
Spannender wird es schon, wenn Sie eine Etage überbrücken müssen: Fachmännisch ein Loch in den Boden zu bohren, durch das dann die USB-Leitung läuft, kann preislich schon jenseits der 400 Euro liegen, wenn ein Handwerker den Job übernimmt.
Zwei Anwendungsszenarien haben wir für unseren Kurztest untersucht; mehr dazu weiter unten.
Funktioniert das?
Die beste Nachricht: Der Wireless USB Extender funktioniert einfach. Schalten Sie Sender und Empfänger ein und schließen dann den Empfänger via USB an Ihren Computer an, meldet Linux sofort, dass Sie einen USB-Hub angeschlossen haben – ganz genauso, als würden Sie einen normalen, kabelgebundenen USB-Hub verwenden. Jedes Gerät, das Sie nun in eine der vier USB-Buchsen des Senders stecken, erkennt Linux auch sofort.
Treiberprobleme gibt es prinzipiell nicht, da das Gerätepaar völlig transparent arbeitet: Aus PC-Sicht ist es ein einfacher USB-Hub, und damit spielt es keine Rolle, welches Betriebssystem auf dem Rechner läuft.
USB-Stick im Netz
Große und laute externe Festplatten müssen nicht unbedingt gleich neben dem Computer stehen – stellen Sie die Störenfriede doch in ein anderes Zimmer, so dass Sie das Summen von Platte und Lüfter nicht mehr hören. Für unseren Test haben wir einen 4-GByte-USB-Stick von Corsair an den Wireless-USB-Sender gestöpselt und über die Funkverbindung Daten auf den Stick kopiert. Genauer: Wir haben eine 655 MByte große ISO-Datei auf den Stick übertragen.
Bei Direktanschluss erreichte der USB-Stick die recht magere Übertragungsrate von 4,9 MByte/s (MByte pro Sekunde) – aber genug, um die Leistung der Gefen-Geräte zu testen.
- In einem ersten Szenario stellten wir Sender und Empfänger im selben Raum, auf gleicher Höhe und in einem Abstand von 1 m auf – Idealbedingungen. Unter diesen Voraussetzungen dauerte der Dateitransfer knapp acht Minuten; die daraus errechnete Übertragungsgeschwindigkeit ist 1,38 MByte/s.
- Für den zweiten Test entfernten wir Sender und Empfänger 20 Meter voneinander, wobei die Funksignale noch eine Wand durchdringen mussten – das wirkte sich deutlich auf die Geschwindigkeit aus: 23,5 Minuten dauerte die Übertragung, das entspricht 0,47 MByte/s.
Die Messwerte erreichen damit nicht annähernd die vom Hersteller angegebenen 54 MBit pro Sekunde: Umgerechnet wären das 6,75 MByte pro Sekunde, von denen man noch einen kleinen Prozentsatz für die Umsetzung des USB-Protokolls abziehen muss; knapp 6 MByte/s hätten es schon sein sollen.



