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KDE 3.5, KDE 4.1 und Gnome 2.24 im Vergleich
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KDE und Gnome sind, auch wenn man das bei einigen Linux-Distributionen dank angepasster Oberflächenstile nicht mehr bemerkt, von Grund auf unterschiedlich, weil sie verschiedene Bibliotheken verwenden, um die Fenster darzustellen und mit Elementen wie Menüs, Buttons und Symbolleisten zu versehen: KDE nutzt die Qt-Bibliothek von Troll Tech und Gnome die Gtk-Bibliothek, die einst als Basis für das Grafikprogramm Gimp entwickelt wurde. Das ist der Grund, warum Anwendungen wie die Musikverwaltung Amarok oder Gimp als typische KDE- bzw. Gnome-Programme gelten, auch wenn sie mit dem eigentlichen Desktop-Projekt wenig oder gar nichts zu tun haben: Sie benutzen einfach nur dieselben Bibliotheken.
Unter Gnome finden Sie zum Verwalten Ihrer Fotosammlung meist das Programm F-Spot (Abbildung 5). Für den schnellen Klick auf ein Foto haben sich unter den Distributoren verschiedene kleine Tools durchgesetzt. F-Spot geht den eigenwilligen Weg, Ihre Fotos an Hand einer Zeitleiste zu sortieren und über Tags, also Schlagwörter, wie "Freunde", "Familie" oder "Landschaften" zu suchen. Wer die Fotoalben bisher ebenfalls mit großen Jahreszahlen auf dem Umschlag verzierte oder thematisch geordnet in Schuhkartons aufbewahrte, findet in F-Spot einen gelungenen Verwalter für seine Bilder.
Wollen Sie allerdings lieber wissen, wo genau auf der Festplatte ein bestimmter Foto-Ordner zu finden ist, greift zum KDE-Programm Digikam (Abbildung 6). Digikam bietet zwar, wie auch F-Spot, die Suche über das Datum oder bestimmter Schlagwörter, ordnet seine Inhalte aber in Alben an, welche den tatsächlichen Ordnern auf Ihrer Festplatte entsprechen. Gerade versierte Computernutzer mit einem "Verzeichnisbaum-Blick" bevorzugen eine solche Ansicht. Außerdem beschleunigt diese Vorgehensweise den Import neuer Fotos erheblich. F-Spot benötigt sogar bei kleineren Alben einige Zeit, um diese in seine Datenbank einzupflegen.
F-Spot und Digikam verfügen über kleine Tools und Plug-ins, mit denen Sie über wenige Mausklicks Ihre Fotos zuschneiden, entfärben oder rote Augen verschwinden lassen. Bedarf es einmal einer aufwändigeren Retusche, starten Sie unter beiden Desktops Gimp.
Stereoanlage
Viele KDE-Anwender verwalten ihre Musiksammlung mit Amarok: Angelehnt an Apples iTunes, bietet das Programm alles, was das audiophile Herz begehrt. Über Plug-ins lässt sich die Software beinahe grenzenlos um Codecs oder Internetfunktionen erweitern. Sie verwalten Ihre Sammlung über die Namen der Interpreten, Albentitel oder Schlagworte, erstellen nicht nur Wiedergabelisten per Hand, sondern lassen Amarok auch "intelligente" Wiedergabelisten nach Ihren Hörgewohnheiten bilden und schließen bequem einen tragbaren MP3-Player zum Befüllen an.
Zwar bietet Gnome gleich mehrere recht gute Programme für diese Zwecke, doch keines davon kommt an die Funktionsvielfalt von Amarok heran. Trotzdem verwalten Sie unter Gnome mit Rhythmbox, Banshee oder Exaile Ihre Musik sehr bequem. Mittlerweile bieten auch die meisten Programme Internetfunktionen, wie etwa Zugriff auf das musikalische Social Network last.fm oder auf Podcasts. Doch fehlen den Gnome-Kandidaten entweder der direkte Wikipedia-Zugriff für Künstlerinformationen oder andere nützliche Plug-ins. Am nächsten an Amarok heran reicht das Programm Rhythmbox, das zum Beispiel die aktuelle Ubuntu-Version als Standardplayer einrichtet.
Im Videobereich halten weder KDEs Kaffeine noch Gnomes Totem mit den Desktop-unabhängigen Programmen Xine, MPlayer und VLC mit. Daher entscheiden sich die meisten Distributoren auch dafür, einen dieser drei Player mitzuliefern, so weit keine rechtlichen Bedenken (etwa wegen integrierter DVD-Entschlüsselungsfunktionen) dagegen sprechen. Um aber eine DVD oder eine avi-Datei (installierte Codecs vorrausgesetzt) anzuschauen, reichen Kaffeine und Totem allemal. Nur wer erweiterte Funktionen, wie das Skalieren des Videobildes, wünscht, muss auf MPlayer oder VLC ausweichen.



