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OpenSuse 11.1 auf dem Prüfstand

Grün Computing

OpenSuse gehört in Deutschland nach wie vor zu den populärsten Linux-Distributionen. Wir zeigen, was die neue Version 11.1 leistet.

Die Neuheiten von OpenSuse 11.1 fallen unspektakulärer aus als beim Vorgänger 11.0. Die Distribution glänzt hauptsächlich mit aktualisierten Programmen, darunter Firefox 3 und OpenOffice 3, dem schnellen Paketmanager Zypper in Version 1.0.1 sowie einer Testversion von Amarok2. Letztere beherrscht noch nicht alle Features des alten Amarok (es fehlen etwa die Unterstützung für portable Media-Player und für Visualisierungen), sie integriert aber mehr Webdienste, darunter Jamendo, Mp3tunes und Ampache. Nutzer von 64-Bit-Rechnern können erstmals auch eine Live-Version von OpenSuse 11.1 nutzen.

Der frische Kernel in Version 2.6.27.1 bringt deutlich mehr Treiber für Webcams und WLAN-Karten mit: Mit der Integration der UVC- und GSPCA-Treiber unterstützt der Kernel 2.6.27 nun deutlich mehr Webcams. Das aufwändige Übersetzen der Kernel-Module von Hand entfällt dadurch. Sie stecken die Webcam an den Rechner und OpenSuse installiert automatisch den passenden Treiber.

Da OpenSuse in der Ausgangsversion keine proprietären Programme mehr mitbringt, müssen Sie als Anwender beim Installieren neuerdings auch keine EULA mehr abnicken. So lässt sich die OpenSuse-DVD problemlos weiterverteilen, ohne die Rechte Dritter zu verletzen. Kaufen Sie OpenSuse 11.1, erhalten Sie eine Dual-Layer-DVD mit freier Software und installieren die proprietären Komponenten über eine mitgelieferte Add-on-CD nach. Laden Sie die Distribution aus dem Internet herunter, spielen Sie die proprietäre Software über eine externe Paketquelle auf Ihr System. Die Idee ist gut, allerdings verwirrt es ein wenig, dass OpenSuse sein Vorgehen in diesem Bereich offenbar mit jeder neuen Version wieder ändert.

Neue Module

Während der Installation versucht OpenSuse 11.1, die angeschlossenen Geräte automatisch zu erkennen, was abhängig von der Unterstützung durch den Kernel mehr oder weniger gut funktioniert. Nicht konfigurierte Geräte richten Sie nach einem Neustart über OpenSuses Konfigurationstool YaST. Für OpenSuse 11.1 wurden einige YaST-Module überarbeitet, etwa das Drucker-Modul. Durch die Vereinfachung benötigen das Einrichten und die Freigabe von Druckern deutlich weniger Klicks. Auch das Modul zum Partitionieren von Festplatten haben die Entwickler übersichtlicher gestaltet und unter anderem das Einrichten von verschlüsselten Dateien und Netzwerk-Partitionen vereinfacht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Über YaST richten Sie im überarbeiteten Partitionierungs-Modul schnell ein verschlüsseltes Laufwerk ein.

In der Systemleiste sehen Sie ein orangefarbenes Icon, mit dem Sie Software-Updates einspielen. Ein Klick darauf öffnet ein Fenster, das neue Aktualisierungen meldet, über Installieren spielen Sie diese ein. Das erste Update installiert übrigens automatisch den MP3-Codec von Fluendo sowie Smolt. Letzteres sammelt Informationen über Ihre Hardware und schickt diese auf Wunsch in anonymisierter Form an einen Fedora-Server. Dort werden die Daten gesammelt, um Hardware-Hersteller basierend unter Druck zu setzen, der Open-Source-Community die Hardware-Spezifikationen zur Verfügung zu stellen.

Gefällt Ihnen die Bildschirmauflösung nicht, ändern Sie diese nach wie vor über das Tool Sax2 (Abbildung 2). Um die Änderungen anschließend in Kraft zu setzen, drücken Sie auf [Strg]+[Alt]+[Rückschritt]. Anders als früher müssen Sie die Tastenkombination nun zweimal drücken: Beim ersten Mal ertönt ein Warnton, erst beim zweiten Mal wird der Bildschirm schwarz, und Sie landen mit der neuen Auflösung wieder beim Login-Manager, wo Sie sich erneut anmelden. Das Audio-Feedback soll verhindern, dass Sie Ihren Desktop aus Versehen neu starten.

Abbildung 2: Die Bildschirmauflösung ändern Sie über Sax2, anschließend starten Sie mit Hilfe einer Tastenkombination die grafische Oberfläche neu.

3D-Beschleunigung

Sie können sich glücklich schätzen, wenn Sie eine Grafikkarte nutzen, für die es einen quelloffenen 3D-Treiber gibt. Wahrscheinlicher ist aber, dass Ihre Grafikkarte von Nvidia oder ATI stammt. Um normale Büroarbeit zu erledigen oder die grafischen Effekte von KDE 4 zu verwenden, brauchen Sie keine 3D-Beschleunigung. Selbst Filme können Sie auf neueren Rechnern ohne Grafikbeschleunigung ansehen. Wollen Sie jedoch unter Linux spielen oder den 3D-Desktop mit den tollen Effekten verwenden (sie sind standardmäßig deaktiviert), benötigen Sie die proprietären 3D-Treiber für Ihre Grafikkarte. Deren Installation ändert sich fast mit jeder Distributions-Release ein wenig. Das liegt daran, dass Nvidia und AMD (ATI gehört zu AMD) die Spezifikation für die Treiber nicht herausrücken bzw. nur Teile davon. Nvidias Treiber lassen sich am besten mit einem Klick auf einen One-Click-Install-Button einspielen, den eine Webseite [1] anbietet. Wer eine Grafikkarte von ATI nutzt, folgt am besten der Beschreibung im OpenSuse-Wiki [2].

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