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Neue Software

Neue Software

09.01.2009

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor, und auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise.

OpenOffice 3.0

Beinahe drei Jahre ließen sich die Entwickler Zeit, bis sie im Oktober 2008 die neueste Major Release 3.0 von OpenOffice der Öffentlichkeit vorstellten. Wer allerdings viel Neues erwartet, wird enttäuscht. Der Großteil der Verbesserungen fand hinter den Kulissen statt. So wurde beispielsweise der Quellcode grundlegend überarbeitet und fehlerbereinigt. Des Weiteren bekam die Software einen Importfilter, um Dateien von Microsoft Office 2007 (DOCX, XLSX und PPTX) öffnen zu können. Ein weiterer Importfilter für PDF-Dateien befindet sich noch im Beta-Stadium und ist als Plug-in erhältlich.

Das Writer-Modul erhielt einen Schieberegister zur stufenlosen Größenänderung geöffneter Seiten sowie eine Mehrseitenansicht für große Dokumente (Abbildung 1). Die wichtigste Neuerung in der Tabellenkalkulation Calc betrifft das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten. Sie ermöglicht es, dass mehrere Teilnehmer an einer Tabelle arbeiten, die im Netzwerk über eine Samba- oder NFS-Freigabe erreichbar ist. Darüber hinaus verwaltet das Modul statt bisher 256 bis zu 1024 Spalten. Dem Präsentationsprogamm Impress spendierten die Entwickler eine eigene Funktion, um Tabellen in Präsentationen zu erstellen. Wer darin allerdings mit Funktionen, etwa dem Aufaddieren von Summen arbeiten möchte, muss nach wie vor auf eingebettete Calc-Tabellen zurückgreifen.

Der Grund für die relativ geringe Anzahl neuer Features liegt am Paradigmenwechsel von OpenOffice der vorsieht, neue Funktionen zukünftig mehrheitlich in nachinstallierbare Plug-ins auszulagern, anstatt die Software mit Funktionen zu überfrachten.

Abbildung 1: Das Writer-Modul von OpenOffice 3.0 ist jetzt auch in der Lage, mehrere Dokumentenseiten nebeneinader darzustellen.

QMMP: Audioplayer im Winamp-Look

Der schon ziemlich großen Auswahl an Audioplayern für Linux gesellt sich ein neuer Kandidat aus Russland hinzu. QMMP (Abbildung 2) erhebt für sich den Anspruch, von allen Playern Winamp am nächsten zu kommen. Vom Aufbau ist eine Ähnlichkeit mit dem Windows-Player unverkennbar.

Die Winamp-Skin-Unterstützung erlaubt das Nachinstallieren von angepassten Benutzeroberflächen. Winamp stellt davon einige Tausend zum Download bereit und gibt Ihnen damit die Möglichkeit, auch QMMP nach dem eigenen Geschmack anzupassen. Kopieren Sie dazu die heruntergeladenen Skins in das Verzeichnis ~/.qmmp/skins/, klicken Sie mit der rechten Maustaste in den Player, wählen Sie Einstellungen und suchen Sie aus der Kategorie Erscheinungsbild die passende Oberfläche aus.

Auch technisch hat QMMP einiges zu bieten. So unterstützt er nativ die Audioformate FLAC, MP3, OGG, WMA, WAV und MPC. Der integrierte ID3-Tag-Editor erlaubt das Anpassen der Meta-Informationen von Musikdateien. Um die Musik den eigenen Hörgewohnheiten anzupassen, verfügt die Software über einen integrierten Equalizer.

Abbildung 2: Der Audioplayer QMMP spielt alle wichtigen Dateiformate wie MP3, FLAC oder OGG ab und unterstützt darüber hinaus das Einbinden von Winamp-Skins.

KShutdown: Volle Kontrolle über das Ende

Wer sich unter KShutdown (Abbildung 3) ein Programm vorstellt, das lediglich den Rechner herunterfährt, wie es der Name zunächst suggeriert, irrt gewaltig. Das Programm ist ein wahrer Tausendsassa, der verschiedenste Aktionen zeitgesteuert ausführt, wobei das Ausschalten des Rechners nur ein kleiner Seitenaspekt davon ist. So ist es beispielsweise in der Lage, bestimmte Anwendungen oder die Internetverbindung zu einer festgelegten Zeit zu beenden.

Auf Wunsch zeigt das Tool wenige Minuten vor einem Ereignis ein Warnfenster an, in dem Sie die geplante Aktion anhalten können. Alternativ zum zeitgesteuerten Herunterfahren bietet KShutdown die Möglichkeit, den Systemstop oder das Schließen von Programmen an laufende Prozesse zu koppeln. Schließen Sie in einer solchen Einstellung beispielsweise Firefox, unterbricht das Tool automatisch die Internetverbindung.

Abbildung 3: Das Miniprogramm KShutdown beendet nicht nur das System sondern auch ausgewählte Programme zu einem festgelegten Zeitpunkt.

Tipp10: Zehn-Finger-System im Handumdrehen lernen

Um Briefe oder E-Mails möglichst schnell zu schreiben, erweisen sich Kenntnisse im Zehn-Finger-Schreiben als wertvolles Hilfsmittel.

Waren früher zum Erlernen dieser Fähigkeit der Besuch einer Abendschule oder ein Volkshochschulkurs nötig, übernimmt das heute eine kleine Software namens Tipp10 (Abbildung 4). Mit ihr üben Sie die benötigten Fertigkeiten quasi im Handumdrehen. Die Software verfügt über 20 Lektionen verschiedener Schwierigkeitsstufen und bietet darüber hinaus 30 so genannte freie Lektionen: Diese enthalten Diktate aus verschiedenen Themenbereichen, von Literatur bis Programmierung. Auch das Üben mit eigenen Texten ermöglicht die Software, wahlweise als Block- oder Wortdiktat. Um über die Trainingsfortschritte auf dem Laufenden zu bleiben, enthält Tipp10 eine umfangreiche Statistikauswertung, die Ihnen nach einem Punktesystem die Leistungen in den absolvierten Tests wahlweise als Tabelle oder als Grafik anzeigt. (tle)

Abbildung 4: Mit dem Zehn-Finger-Übungsprogramm Tipp10 lernen Sie spielend das professionelle Schreiben auf der Computer-Tastatur.

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Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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