WLAN

Viele DSL-Router integrieren heute auch gleich WLAN-Funktionen, dienen also als Access Point für Computer in der näheren Umgebung mit eingebauter WLAN-Karte. Ein WLAN-Netz sollte man heute nur noch verschlüsselt betreiben, sinnvollerweise mit WPA, weil die ältere Verschlüsselungstechnik WEP nicht sicher ist: Angreifer benötigen nur wenige Sekunden, um ein WEP-Passwort herauszufinden. Die Fritz!Box unterstützt WEP, WPA-1 und WPA-2. Auch der offene Betrieb (ohne Passwortschutz) ist möglich. Praktisch sind aber keine Szenarien denkbar, in denen ein offener Betrieb ratsam wäre.

Neben (und ergänzend zu) der Verschlüsselung können Sie mit der Fritz!Box auch anhand der MAC-Adresse festlegen, welcher Rechner Zugang zu Ihrem WLAN findet. Da sich MAC-Adressen manipulieren lassen, ist das aber kein echter Schutz. In einem ansonsten ungeschützten WLAN gilt für diese Zugriffsbeschränkung das Gleiche wie für WEP: Sie verhindern damit, dass Ihre Nachbarn irrtümlich Ihr WLAN mitbenutzen. Über Einstellungen / Erweiterte Einstellungen / WLAN aktivieren Sie das Feature, indem Sie zunächst die Option Keine neuen WLAN-Netzwerkgeräte zulassen wählen und dann gegebenenfalls über einen Klick auf Neues WLAN-Netzwerkgerät von Hand eine MAC-Adresse eintragen. Unter Linux finden Sie Ihre MAC-Adresse über den Befehl /sbin/ifconfig heraus: Sie steht in der ersten Zeile des passenden Geräteeintrags hinter dem Schlüsselbegriff Hardware Adresse und setzt sich aus sechs zweistelligen Hexadezimalzahlen zusammen, z. B. 00:0E:9B:A3:18:4B (Abbildung 3). Auf einem Windows-Rechner geben Sie stattdessen ipconfig ein, um die MAC-Adresse zu ermitteln. Viele WLAN-USB-Sticks haben zudem einen kleinen Aufkleber, auf dem die Adresse notiert ist.

Abbildung 3: Mit "ifconfig" ermitteln Sie die MAC-Adresse Ihrer Netzwerkkarte. Gibt es mehrere Karten, müssen Sie herausfinden, welches Gerät die Verbindung zur Fritz!Box aufbaut.

ISDN, Telefon und VoiP

Richtig multifunktional präsentiert sich der Homeserver beim Thema Telefonieren: Alles geht, egal ob Sie einen analogen Telefonanschluss, ISDN oder ausschließlich Internettelefonie nutzen. Bis zu drei Geräte (zwei analoge, ein ISDN-Apparat) finden gleichzeitig Anschluss, und in die ISDN-Buchse können Sie auch eine ISDN-TK-Anlage stöpseln, über die Sie dann weitere (analoge oder digitale) Geräte betreiben.

Arbeiten Sie mit einem Telefon- oder ISDN-Anschluss, nutzen Sie den Homeserver also als kleine TK-Anlage für normale (Festnetz-) Gespräche; haben Sie im Internettarif auch IP-Telefonie gebucht, werden alle angeschlossenen Geräte zu IP-Telefonen. Und wenn Sie beide Varianten nutzen können, vermittelt die Fritz!Box ausgehende Gespräche wahlweise über das Festnetz oder das Internet – zum Beispiel abhängig von der verwendeten Vorwahl. Im Einrichtungsdialog können Sie unter Erweiterte Einstellungen / Telefonie / Wahlregeln festlegen, welche Gespräche übers Fetznetz laufen. Voreingestellt sind hier u. a. die Notrufnummern und Verbindungen zu 0800- und 0900-Nummern (Abbildung 4).

Abbildung 4: Automatisch zwischen Festnetz und IP-Telefonie wechseln: Das stellen Sie im Homeserver über die "Wahlregeln" ein.

Die Fritz!Box unterstützt auch das CLIP genannte Feature, über das moderne Telefone die Telefonnummer des Anrufers anzeigen, sofern dieser sie beim Anruf überträgt: Diese Funktion gab es früher nur bei ISDN-Telefonen, seit einigen Jahren ist die Rufnummernanzeige aber auch im analogen Netz möglich, und bei VoIP-Verbindungen wird die Nummer ebenfalls übermittelt.

Die VoiP-Funktion testeten wir an einem DSL-Anschluss mit 6 MBit/s – ausreichend Kapazität für diese Anwendung. Beim Wählen gab es die typische kurze Verzögerung, bis die VoiP-Vermittlung bemerkt, dass die Nummer vollständig ist; danach konnten wir mit guter Sprachqualität, ohne Echos oder zeitliche Verzögerungen und auch ohne Verbindungsabbrüche telefonieren. Obwohl es möglich war, zwei Telefonate parallel zu führen, gelang es nicht, ein zweites Telefon am selben Anschluss anzurufen.

1&1 bietet im Rahmen des VoiP-Pakets auch einen "Anrufbeantworter im Netz", also eine Voice-Box, ähnlich den integrierten Anrufbeantwortern von Handy-Nummern; hier eingegangene Anrufe lassen sich über das Web-Frontend des Anbieters auch bequem aus der Ferne abrufen. Dies ist aber keine spezielle Eigenschaft der Fritz!Box, weswegen wir hier nicht weiter darauf eingehen.

Auch drahtlose Telefone versorgt die Fritz!Box direkt – ohne, dass Sie eine Basisstation an das Gerät anschließen müssen. Dazu müssen Sie die DECT-fähigen Telefone, die in der Regel auf die Kommunikation mit ihren eigenen Basisstationen vorprogrammiert sind, umkonfigurieren. Im Test haben wir entdeckt, dass manche Telefone sich diese Einstellung nicht merken und gelegentlich zur eigenen Basisstation "zurückkehren".

Den Anschluss von Drahtlostelefonen müssen Sie zunächst freischalten, denn standardmäßig ist das Feature deaktiviert. Das erledigen Sie über Einstellungen / Erweiterte Einstellungen / DECT.

Schön ist auch die Protokollfunktion der Fritz!Box: Ein- und ausgehende Anrufe erscheinen übersichtlich in einer Liste (Abbildung 5); eine Exportfunktion – etwa zur Übernahme der Verbindungsdaten in eine OpenOffice-Tabelle – gibt es allerdings nicht.

Abbildung 5: Die Anrufliste zeigt an, wer Sie angerufen hat. Nützlich, wenn Ihr Telefon nur wenige oder gar keine Nummern speichert.

Wer nachts nicht aus dem Schlaf gerissen werden mag, schaltet die Telefone automatisch still – das läuft über die Angabe eines Zeitintervalls. Sie können diese Ruhezeiten für jedes Telefon separat einstellen, so dass etwa Geräte im Arbeitszimmer für den Fall einer Nachtschicht weiterhin läuten, während alle übrigen Geräte still bleiben. Zur Konfiguration klicken Sie zunächst auf Erweiterte Einstellungen / Telefonie / Telefoniegeräte, bearbeiten dann die Angaben eines der Telefone aus der Liste und wählen dort den Reiter Klingelsperre. Hier können Sie das Klingeln auch komplett abstellen, wenn Sie ein Gerät ausschließlich für ausgehende Gespräche nutzen wollen.

Der Reiter Merkmale des Telefoniegeräts bietet einige zusätzliche Einstellmöglichkeiten: So können Sie hier etwa eine Anklopfen-Funktion aktivieren, über die Sie einen Hinweis erhalten, wenn während eines laufenden Telefonats ein weiterer Anrufer versucht, Sie zu erreichen.

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