Linux-Tipps

Kniffe, die Sie kennen sollten

09.01.2009
Wir zeigen, wie Sie Text unter Linux mit nur einem Mausklick kopieren und einfügen. Dank Flashblock weist Firefox lästige Flash-Werbebanner in die Schranken, und Gthumb versammelt Bilder aus mehreren Unterordnern. Wie das geht, zeigen die Linux-Tipps.

Tipp: Firefox: Tags statt Bookmarks

In Firefox 3 erleichtert das neue Schlagwortsystem längere thematische Recherchen, bei denen Sie sich mehrere URLs merken müssen. Klicken Sie ganz rechts neben der URL doppelt auf das gelbe Sternchen, erscheint ein kleines Fenster. In die Zeile Schlagwörter tragen Sie ein Schlagwort ein, das für Sie den Inhalt der Seite zusammenfasst, etwa kubuntu. Dasselbe Schlagwort nutzen Sie auch für thematisch verwandte Seiten, die Sie im Anschluss besuchen.

Wollen Sie die Seiten, denen Sie ein bestimmtes Schlagwort zugeordnet haben, zu einem späteren Zeitpunkt wiederfinden, rufen Sie den Menüpunkt Lesezeichen / Kürzlich verwendete Schlagwörter auf und bewegen die Maus beispielsweise über das Schlagwort kubuntu. Rechts daneben erscheinen dann die unter diesem Stichwort katalogisierten Webseiten. Über den Menüeintrag Alle in Tabs öffnen holen Sie sämtliche Seiten auf einen Schlag zurück auf den Bildschirm.

Tipp: Firefox: Bookmarks sortieren

Die eben geschilderte Methode sortiert die gesetzten Lesezeichen allerdings nicht. Firefox merkt sich die Seiten zwar, vertraut jedoch darauf, dass Sie diese später selbst in Ihre Lesezeichen-Systematik einsortieren. Dazu rufen Sie den Menüpunkt Lesezeichen / Lesezeichen verwalten auf und dann auf der linken Seite das Untermenü Alle Lesezeichen / Lesezeichen-Menü / Kürzlich als Lesezeichen gesetzt.

Zunächst versehen Sie Ordner mit Oberbegriffen: Dazu klicken Sie auf der linken Seite auf Alle Lesezeichen / Lesezeichen-Menü. Über den Menüpunkt Verwalten / Neuer Ordner eröffnen Sie ein neues – thematisch passendes – Verzeichnis, etwa mit dem Namen Ubuntu/Kubuntu. Die bisher gesammelten Bookmarks verschieben Sie nun per Drag & Drop von der rechten Seite in die thematischen geordneten Ordner auf der linken Seite. Auf diese Weise sortieren Sie sämtliche Lesezeichen ein.

Tipp: Firefox: Flash-Inhalte blockieren

Flash wird gern und häufig dazu verwendet, die Anwender mit Werbung zu überfallen. Wer Flash nun generell deaktiviert, dem entgehen mitunter interessante Inhalte, etwa Filmbeiträge oder Animationen, die einen Artikel grafisch begleiten. Eine Brücke zwischen Flash-Overkill und nützlichem Einsatz baut die Flashblock-Erweiterung für den Browser Firefox. Die kopieren Sie von der Heft-DVD auf Ihren Rechner. Wählen Sie dann im Firefox Datei / Datei öffnen, wechseln Sie in den Ordner mit der Erweiterung und klicken Sie auf diese. Danach wählen Sie Open und ein paar Sekunden später Installieren. Nach einem Neustart des feurigen Fuchses zeigt dieser Flash-Animationen erstmal die kalte Schulter. Genau genommen erscheint an jedem Ort, der eine Flash-Animation parat hält, ein kleines blaues Dreieck (Abbildung 1). Klicken Sie auf dieses, spielt der schlaue Fuchs die Animation oder den Film ab, andernfalls verweigert er das Abspielen und verkürzt so die Ladezeiten von Webseiten.

Abbildung 1: Flash-Anwendungen zeigen ihre Inhalte dank Flashblock-Erweiterung erst, wenn Sie das explizit genehmigen.

Tipp: Copy & Paste à la Linux

Kopieren und Einfügen ist mit Firefox unter Linux überraschend einfach: Linux kopiert nämlich Texte, die Sie in Firefox markieren, automatisch in einen Puffer des X11-Systems. Sie müssen also nicht extra [Strg]+[C] drücken oder Kopieren aus dem Menü des Browsers aufrufen. Es genügt vielmehr, zur Anwendung zu wechseln, an die Sie den kopierten Text übergeben wollen. Dort klicken Sie auf die mittlere Maustaste bzw. auf das Mausrad, und das X Window System holt den Text aus dem Puffer und fügt ihn automatisch ein. Bequemer funktioniert Copy & Paste nirgends.

Aber es kommt noch besser: Diese Prozedur beschränkt sich nicht auf den Browser, sondern funktioniert mit sämtlichen Fenstern auf dem Desktop. Texte in Terminals markieren Sie also auf dieselbe Weise und fügen sie per Mausklick etwa in OpenOffice-Dokumente ein. Einzige Ausnahme: Nutzen Sie eine Maus, die nur über zwei Tasten verfügt, und emuliert Ihr System keine dritte Taste, steht Ihnen dieser Weg nicht zur Verfügung.

Tipp: Sound in Flash 10 zurückholen

Die neue Version 10 des Flashplayers kennt eine Reihe von neuen Funktionen, macht unter Ubuntu 8.04 aber leider noch Zicken: Der Browser Firefox spielt Flash-Inhalte ohne Sound ab, was diese nahezu wertlos macht. Grund ist der Wechsel der Ubuntu-Entwickler zum Soundserver PulseAudio in Ubuntu 8.04. Das Problem lässt sich allerdings recht einfach lösen: Installieren Sie das Paket libflashsupport über Ihren Paketmanager. Anschließend starten Sie den Browser neu – nun sollte die Audioausgabe funktionieren. Unter OpenSuse 11.0 gibt es übrigens auch die Bibliothek libflashsupport, im Test spielte der Flashplayer 10 den Sound allerdings ohne zu murren ab, wie der nächste Tipp zeigt.

Tipp: Flashplayer 10 unter OpenSuse 11.0

Auch unter OpenSuse 11.0 können Sie den neuen Flashplayer 10 nutzen. Aus rechtlichen Gründen können wir ihn nicht auf die Heft-DVD packen, daher laden Sie einfach ein an OpenSuse angepasstes RPM-Archiv von diesem Server [1] herunter. Dann öffnen Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von konsole ein Terminalfenster. Auf dem erlangen Sie über su und die Eingabe des Root-Passworts Administrationsrechte. Wechseln Sie in das Verzeichnis mit dem heruntergeladenen RPM-Archiv und geben Sie rpm -Uhv flash-player-10-5.1.i586.rpm ein, um das Paket zu installieren. Im Gegensatz zum RPM-Paket von Adobe verschiebt diese Version des Flashplayers die Flash-Bibliothek gleich an die richtige Stelle im System. Firefox findet sie dort, und Adobes Plug-in steht nach dem Start zur Verfügung.

Tipp: Gthumb durchforstet Ordner rekursiv

Gthumb ist ein komfortabler Bildbetrachter. Wer allerdings seine Urlaubsbilder in verschiedenen Unterverzeichnissen aufbewahrt und diese etwa nach den einzelnen Urlaubsorten benennt, dem hilft der Komfort wenig: Auf den ersten Blick bietet Gthumb nämlich keine Option an, um Verzeichnisse rekursiv zu durchforsten. Sie müssen also jedes Verzeichnis einzeln ansteuern, um die darin enthaltenen Bilder zu betrachten.

Es gibt jedoch einen Trick, um dieses Verhalten zu umgehen. Getestet haben wir ihn mit der Version 2.10.8 von Gthumb, die Ubuntu 8.04 an Bord hat. Sie rufen die Software auf und klicken sich zu dem Ordner durch, in dem sich die Unterverzeichnisse befinden. Über Bearbeiten / Suchen rufen Sie eine Suchmaske auf, über die Sie gewöhnlich nach Bildern mit bestimmten Kommentaren oder Namen fahnden. In der Zeile Dateiname geben Sie ein Sternchen (*) ein und klicken dann auf Suchen. Gthumb sucht dank des Sternchens nach sämtlichen Dateien in den Unterverzeichnissen und zeigt diese in einem Suchfenster an (Abbildung 2). Klicken Sie auf Ansicht, erscheint auf der linken Seite ein Ordner namens Suchergebnis, und rechts sehen Sie die gefundenen Fotos.

Abbildung 2: Mit einem Trick listet Gthumb Ihre Bilder auch dann auf, wenn sie in verschiedenen Unterordnern liegen.

Um permanent mit den Suchergebnissen zu arbeiten, speichern Sie diese unter einem eigenen Namen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Suchergebnis und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Punkt Umbenennen. Jetzt geben Sie einen möglichst sprechenden Namen ein, unter dem Sie die Bilder später wiederfinden, etwa urlaub08. Um die Sammlung dann erneut zu betrachten, klicken Sie beim nächsten Start von Gthumb auf das Icon Kataloge und finden dort Ihren Eintrag vor. Mit [F11] können Sie jetzt ganz bequem eine Diashow starten.

Glossar

X11

heißt auch X Window System. Die Software ermöglicht den Einsatz von Fenstern auf Unix-artigen Systemen, zu denen auch Linux gehört.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare