Kurz nach Elf
So installieren Sie OpenSuse 11.1
Zeitzone und Desktop
Im Dialog Uhr und Zeitzone richten Sie das Datum und die Zeit ein. Die Kartenansicht lässt sich per Mausklick auf die gewünschte Region vergrößern. Verwenden Sie OpenSuse zusammen mit Windows XP, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Rechneruhr ist auf UTC eingestellt entfernen und danach über einen Klick auf Ändern die Zeit anpassen. Benutzen Sie nur Linux oder Linux mit Windows Vista, dann sollte die Uhrzeit bereits stimmen. In der Regel stellt OpenSuse automatisch die richtige Zeitzone ein. Stimmen also die unter Zeit und Datum angezeigten Werte, klicken Sie einfach auf Weiter.
Im folgenden Dialog wählen Sie den gewünschten Desktop aus (Abbildung 3). Im Unterschied zu Windows können Sie unter Linux zwischen verschiedenen grafischen Oberflächen wählen. Zur Auswahl stehen Gnome und KDE 4.1. EasyLinux bevorzugt den KDE-Desktop, die meisten Artikel im Heft beziehen sich auf KDE. Möchten Sie anstelle des neuen KDE 4 weiterhin KDE 3.5 benutzen, klicken Sie auf Weitere. Hier finden Sie auch einen XFCE-Desktop zur Auswahl. Die Wahl des primären Desktops lässt sich später noch ändern, Sie können auch problemlos später Gnome neben KDE 4 oder KDE 3 installieren.
Partitionierung
Um OpenSuse installieren zu können, müssen Sie entweder noch freien Platz auf der Festplatte Ihres Rechners haben oder eine vorhandene Partition (ein "Laufwerk") für die Installation formatieren. Diese Einstellungen nehmen Sie im Dialog Partitionierungsvorschlag vor. YaST macht Ihnen hier einen Vorschlag zum Setup der Festplatte. Lesen Sie den Vorschlag aufmerksam durch und entscheiden Sie sich dann, ob Sie ihn annehmen (Klick auf Weiter), ändern (Partitionsaufbau bearbeiten) oder ignorieren (Partitionsaufbau erstellen) möchten. Rote Einträge deuten an, dass YaST eine Partition formatieren wird. Dabei gehen sämtliche Daten auf der Partition verloren. Die Checkbox LVM Based richtet sich an erfahrene Nutzer mit speziellen Anforderungen an die Partitionierung. Einen Grundlagenartikel zum Thema Festplatten und Partitionen finden Sie in EasyLinux 03/2008 [1].
Möchten Sie OpenSuse neben Windows installieren, schlägt YaST in der Regel vor, die Windows-Partition zu verkleinern. Dazu sollten Sie zuerst das Dateisystem des Windows-Rechners defragmentieren. Booten Sie in diesem Fall an dieser Stelle den Rechner neu, führen Sie die Defragmentierung durch und starten Sie dann die Installation erneut.
Möchten Sie OpenSuse auf eine zweite Festplatte aufspielen, wählen Sie den Menüpunkt Partitionsaufbau erstellen. YaST zeigt dann als Nächstes den Dialog Vorbereitung der Festplatte: Schritt 1 an. Hier markieren Sie die gewünschte Festplatte und klicken auf Weiter. Vorsicht: YaST wird sämtliche Daten auf der ausgewählten Festplatte löschen.
Installieren Sie Linux neben Windows und möchten die Größe der Partitionen ändern, wählen Sie Partitionsaufbau bearbeiten. Sind Sie sich nicht sicher, wie es weitergeht, wählen Sie ebenfalls diesen Menüpunkt. In beiden Fällen landen Sie beim Dialog Festplatte vorbereiten: Expertenmodus (Abbildung 4). Der Artikel beschreibt im Folgenden, welche Partitionen Sie für eine erfolgreiche Installation von OpenSuse benötigen und wie Sie diese anlegen. Die Entscheidung, wie Sie diese Aufgabe lösen, kann Ihnen das Partitionierungstool nicht abnehmen. Fragen Sie bei Unsicherheit auf der EasyLinux-Mailingliste [2] nach. Nützliche Hinweise finden Sie auch im Kasten "Tipps zum Partitionieren". Änderungen an den Partitionen führt YaST erst durch, wenn Sie im übernächsten Dialog auf Installieren klicken.
- Um eine neue Partition anzulegen, klicken Sie in der Systemansicht auf das Pluszeichen vor der gewünschten Festplatte, bis unter dem Festplattensymbol die Gerätebezeichnung erscheint (in der Regel
/dev/sdafür die erste Festplatte). In der rechten Fensterhälfte zeigt das Partitionierungsmodul nun die drei Reiter Überblick, Partitionen und Benutzte Geräte an. - Wechseln Sie auf den Reiter Partitionen und wählen Sie unterhalb der Liste Hinzufügen. Bei einer Bildschirmauflösung unter 1024 x 768 Pixeln sind die Buttons relativ schlecht zu sehen, Hinzufügen ist der erste Button von links.
- Wählen Sie die gewünschte Partitionsgröße aus oder legen Sie manuell einen Bereich fest (nur für Experten). YaST teilt in der Grundeinstellung der neuen Partition den kompletten freien Platz zu, da Sie mindestens eine Swap- und eine Root-Partition benötigen, sollten Sie somit nicht gleich allen Platz zuteilen. Markieren Sie deshalb den Punkt Benutzerdefinierte Größe und geben Sie die Größe in
GBan. - Geben Sie im folgenden Dialog den Verwendungszweck an. Für den Swap-Bereich wählen Sie als Dateisystem Swap, für alle übrigen Partitionen Ext3.
- Jetzt müssen Sie der Partition einen Einhängepunkt zuordnen. Den Einhängepunkt für die Swap-Partition wählt YaST automatisch, ändern Sie diesen auf keinen Fall. Am einfachsten legen Sie eine 5 bis 10 GByte große große Partition für das Wurzelverzeichnis an und eine zweite mit dem übrigen freien Plattenplatz für Ihre Daten. Markieren Sie unter Mount-Optionen die Option Partition einhängen und wählen Sie aus der Ausklappliste den passenden Einhängepunkt aus. Für das Wurzelverzeichnis müssen Sie den Schrägstrich auswählen (
/) (Abbildung 5), der Einhängepunkt für Ihre persönliche Daten heißt/home. Nach einem Klick auf Beenden sehen Sie wieder den Übersichtsdialog. Hier können Sie nach Wunsch weitere Partitionen hinzufügen oder per Klick auf Übernehmen mit der Installation fortfahren. Überprüfen Sie noch einmal, ob mindestens eine Partition mit dem Einhängepunkt
/existiert, die mindestens 4 GByte groß ist, danach können Sie die Installation fortsetzen.
Haben Sie unter Windows eine Partition für OpenSuse angelegt, markieren Sie diese, wählen Löschen und legen dann wie oben beschrieben die zwei benötigten Partitionen an. Beachten Sie, dass beim Löschen von Partitionen sämtliche Daten darauf verloren gehen. Sind Sie mit der Partitionierung fertig, führt Sie ein Klick auf Beenden wieder zum Dialog Partitionierungsvorschlag zurück. Hier setzen Sie die Installation mit einem Klick auf Weiter fort.
Tipps zum Partitionieren
Windows richtet standardmäßig pro Festplatte ein Laufwerk ein. Das muss nicht so sein. Mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen) anzulegen, hilft Ordnung zu schaffen und erleichtert das regelmäßige Backup. Diesen Vorgang nennt man Partitionieren.
Unter Linux ordnet man jeder Partition einen so genannten Einhängepunkt (mount point) zu. Das Pendant zum Windows-Verzeichnis C:\ heißt unter Linux Wurzelverzeichnis. Es hat einen Schrägstrich / als Einhängepunkt. Hier liegt das eigentliche System. Für / müssen Sie eine eigene Partition anlegen, da Sie sonst nicht installieren können. Die Größe dieser Partition hängt von der Festplatte ab: Mindestens 2 GByte sollten es sein, mehr als 20 GByte lohnt sich kaum. Eine weitere Partition müssen Sie für den virtuellen Speicher, den so genannten Swap-Bereich anlegen. Diese Partition sollte mindestens so groß wie der Arbeitsspeicher Ihres Rechners sein. Mit 1 bis 2 GByte sind Sie auf der sicheren Seite. Der virtuelle Speicher benötigt keinen Einhängepunkt.
Wann immer möglich, sollten Sie für das Verzeichnis /home ebenfalls eine separate Partition anlegen. Diese entspricht ungefähr dem Verzeichnis Eigene Dateien unter Windows. Linux speichert hier aber nicht nur Dokumente, sondern auch sämtliche persönlichen Einstellungen, Schriften, Symbole, Hintergrundbilder und so weiter. Je größer /home ist, desto mehr Platz haben Sie für Ihre Daten.



