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Koolbuntu!

Kubuntu 8.10 installieren

09.01.2009 Kubuntu wagt den Schritt nach vorn: Die Linux-Distribution setzt in der Version 8.10 standardmäßig auf den KDE-4-Desktop. Wie Sie das Ubuntu-Derivat installieren, zeigt dieser Workshop.

Wer sich gerade Kubuntu 8.04 auf die Festplatte gespielt hat, stellt sich eventuell die Frage: "Warum soll ich Kubuntu 8.10 nutzen?". Die Antwort lautet: "Never change a running system!" Wenn Sie mit Ihrem Kubuntu 8.04 zufrieden sind, das ja eine mehrjährige Versorgung mit Updates garantiert, tauschen Sie es nicht gegen die neue Kubuntu-Version aus. Wollen Sie jedoch ein neues System ausprobieren, mit KDE 4.1 arbeiten oder funktionieren Ihr WLAN oder Ihre Webcam nicht, könnte Kubuntu 8.10 etwas für Sie sein. An Bord hat die Distribution den Kernel 2.6.27, der zahlreiche Treiber für viele Webcams aber auch für neue WLAN-Hardware mitbringt. Zudem setzt Kubuntu erstmals auf den KDE-4-Desktop, der im Gegensatz zur bekannten KDE-3-Version viele Neuerungen mitbringt und dabei extrem gut aussieht. Allerdings läuft KDE 4 weniger stabil, die Übersetzungen haben noch Mängel, und die Bedienung funktioniert zu weiten Teilen anders als gewohnt. Nicht zuletzt versperrt Kubuntu 8.10 den Weg zurück zu KDE 3, da es Voreinstellungen für KDE-Anwendungen permanent verändert.

Zu den Stärken von Kubuntu gehört das Paketsystem (Abbildung 1), das auch Debian Linux verwendet: Damit spielen Sie Software sehr einfach ein, zudem erhalten Sie Zugriff auf ein riesiges Arsenal an Anwendungen. Die Kubuntu-Entwickler sorgen dafür, dass sich das System auch Ein- und Umsteigern intuitiv erschließt: Wenn der Kernel Ihre Hardware unterstützt, bleibt der Griff zur Konsole die Ausnahme.

Abbildung 1

Abbildung 1: Adept im Einsatz: Das Paketsystem von Kubuntu wurde vom Debian-Projekt entwickelt und sorgt für recht einfache System-Upgrades.

Nutzen Sie Kubuntu 8.04, genügt ein einfaches Upgrade (siehe Kasten Kubuntu 8.04 upgraden). Aber auch sonst müssen Sie Kubuntu nicht gleich installieren: Dank eines integrierten Live-Systems schauen Sie sich die Distribution zunächst einmal an. Legen Sie dazu die Heft-DVD in Ihr Laufwerk und starten Sie die Distribution direkt von der DVD als Live-System (siehe Kasten Live-System).

Live-System

Live-Systeme leben von der enormen Größe der heutigen Arbeitsspeicher. Der Computer lädt die Systemkomponenten komplett ins RAM und lässt die Festplatte des Rechners unberührt. Am Ende sitzen Sie vor einem Kubuntu-Desktop (Abbildung 2) – ohne irgend etwas installieren, partitionieren oder formatieren zu müssen. Der Live-Desktop hat noch kleine Macken und arbeitet nicht so fix wie eine installierte Version, aber zum Ansehen und Ausprobieren genügt er völlig. So prüfen Sie bereits im Vorfeld, ob Sie sich mit KDE 4 anfreunden können. Um das Live-System zu starten, muss Ihr Rechner über ausreichend Arbeitsspeicher verfügen – 512 MByte sollten es schon sein (offiziell 384 MByte). Andernfalls dauert es ewig, bis der Desktop bereit steht.

Abbildung 2

Abbildung 2: Den Kubuntu-Desktop können Sie als Live-System testen, ohne ihn gleich installieren zu müssen.

Um Kubuntu anschließend fest zu installieren, genügt ein Klick auf den Button Install auf dem Desktop. Wollen Sie darauf verzichten, fahren Sie das System wieder herunter, und alles ist wie vorher. Zur Installation empfehlen die Macher mindestens 3 GByte freien Plattenplatz. Nehmen Sie 8 GByte, dann bleibt noch Luft für weitere Software. Erfüllt Ihr System die Anforderungen nicht, lesen Sie den Kasten Ältere Systeme.

Kubuntu 8.04 upgraden

Zum Upgraden von Kubuntu 8.04 auf 8.10 legen Sie die Heft-DVD ein, drücken Sie [Alt]+[F2] und geben kdesudo /media/cdrom/cdromupgrade ein. Der Paketmanager Adept startet und fragt in einem längeren englischen Text, ob Sie auch Quellen aus dem Internet einbeziehen wollen. Klicken Sie auf No, setzt das den Prozess in Gang, der sich recht lang hinziehen kann. Zwischendurch öffnen sich einige Dialogfenster, die Ihnen die Wahl zwischen Keep (Behalten) und Replace (Ersetzen) lassen. Hier will der Installer Konfigurationsdateien aktualisieren – Keep ist meist die richtige Wahl, um die von Ihnen angelegten Konfigurationen zu behalten. Gegen Ende der Installation taucht noch die Frage auf, ob Sie alte Pakete Beibehalten oder Entfernen wollen – wählen Sie die letzte Option. Ein Klick auf Neu starten bootet Ihr neues System.

Ältere Systeme

Wer einen älteren Rechner betreibt, muss nicht zwangsweise auf Kubuntu verzichten. Beim Booten der Heft-DVD gibt es die Optionen Kubuntu installieren und Kubuntu im Textmodus installieren. Letztere startet eine sehr spartanische Variante der Installation, die komplett im Textmodus stattfindet. Wählen Sie Kubuntu installieren, führt Sie ein grafischer Wegweiser durch die Installation. Die Schritte in der Textmodusvariante ähneln den im Abschnitt Linux am Start beschriebenen.

Als bessere Alternative zu Kubuntu bietet sich aber Xubuntu an, das auf den schlankeren XFCE-Desktop setzt. Der läuft auch auf Rechnern mit 128 MByte RAM gut, lässt sich aber nur über die Konsole konfigurieren.

Was bringt Kubuntu 8.10?

Kubuntu 8.10 beinhaltet durchaus ein paar handfeste Vorteile. Mit KDE 4.1 erhalten Sie einen optisch ansprechenden Desktop, der sich nach ein wenig Übung gut bedienen lässt und den die KDE-Programmierer ständig weiterentwickeln. Das neue KDE bringt zudem eigene grafische 3D-Effekte mit. Sie können den Desktop dank der so genannten Plasmoiden mit praktischen Funktionen ausrüsten (Abbildung 3). Sie lassen sich einen Bilderrahmen mit wechselnden Bildern anzeigen, ein Plasmoid fischt Ihren Lieblingscomic aus dem Netz, ein weiteres bietet einen Client für das Twitter-Netzwerk an. Dank Kernel 2.6.27 unterstützt Kubuntu zudem mehr Hardware.

Abbildung 3

Abbildung 3: Plasmoiden, wohin man schaut: Der Desktop von KDE 4 lässt sich um zahlreiche Programme erweitern.

Ansonsten bringt Kubuntu alles mit, was Sie im Arbeitsalltag brauchen. Im Internet surfen Sie zum Beispiel mit Konqueror, der unter KDE 4 nur noch als Webbrowser zum Einsatz kommt. Als offizieller Dateimanager dient Dolphin. Sie lesen mit KMail E-Mails und sehen im neuen Dragon Player Videos an. Der Audioplayer Amarok ist in der KDE-3-Version an Bord, ebenso das Brennprogramm K3b, mit dem Sie CDs und DVDs beschreiben. Ihre Büroarbeit erledigen Sie mit OpenOffice 2.4, und Ihre Kontakte verwaltet Kontact. Bevor Sie Kubuntu 8.10 installieren oder per Upgrade auf den Rechner spielen, sollten Sie jedoch wichtige Daten auf einer DVD oder einem Netzlaufwerk sichern, damit Sie keine Daten verlieren, falls etwas schief geht.

Linux am Start

Um das System zu installieren, muss Ihr Rechner zunächst von der DVD booten. Dazu drücken Sie nach dem Einschalten meist [Esc],[Entf] oder [F1], um in das BIOS zu gelangen. Zwar unterscheiden sich die BIOS-Versionen von Computer zu Computer, aber sicher gibt es auch in Ihrem BIOS die Möglichkeit, die Boot-Reihenfolge für die Geräte zu verändern. Sie schieben Ihr DVD-Laufwerk über [F5]/[F6] oder [+]/[-] in der Liste bootfähiger Geräte ganz nach oben, speichern die Änderung und verlassen das BIOS wieder. Nach einem Reboot sollte das Bootmenü der DVD erscheinen, das von ein Fenster mit einer Auswahl an Sprachen überlagert wird. Steuern Sie mit Hilfe der Pfeiltasten Deutsch als Sprache an, drücken Sie [Eingabe] und wählen Sie den Punkt Kubuntu ausprobieren, der ganz oben steht, um das Live-System zu starten. Alternativ rufen Sie hier den Installer auf (Punkte 2 und 3) oder überprüfen die CD auf Beschädigungen, wenn Sie glauben, dass die DVD die Reise nicht gut überstanden hat.

Drücken Sie [Eingabe], lädt Ihr Rechner den Kernel und dann den Kubuntu-Desktop, was ein paar Minuten dauert. Ein Klick auf das Desktop-Icon Install schiebt die Installation an.

Wählen Sie Deutsch als Sprache und Berlin als Ausgewählte Stadt, um die Zeitzone zu bestimmen (Abbildung 4). Dann probieren Sie als Tastaturbelegung zunächst Germany und Germany (Deutschland) aus. Im Feld unten links tippen Sie ein paar Sonderzeichen (@, ä, ö, ü) ein und prüfen, ob Kubuntu die Tasten richtig identifiziert.

Abbildung 4

Abbildung 4: Zeitzonen lassen sich in Kubuntu auch durch Klicks auf die kleinen roten Punkte auf der großen Karte einrichten.

Welche Platte darf's denn sein?

Dann folgt ein heikles Thema: das Partitionieren und Einrichten von Kubuntu auf der Festplatte (Abbildung 5). Die Option Geführt -- verwende vollständige Festplatte führt Sie theoretisch am schnellsten zum Ziel. Sie identifiziert Ihre Festplatten und überschreibt sie vollständig. Das wollen Sie aber in der Regel nicht.

Abbildung 5

Abbildung 5: In Kubuntu gibt es verschiedene Wege, um eine Festplatte auf die Linux-Installation vorzubereiten.

Über die Option SCSI1... vergrößern oder verkleinern Sie eine Partition auf der Festplatte. Diese wählt der Partitionierer aus, über den grauen Balken in der Mitte verschieben Sie die Größe der Partitionen. Der Schritt lässt sich anschließend nicht rückgängig machen. Die Option eignet sich, wenn Windows Ihre gesamte Festplatte besetzt, Sie aber gern ein paar Gigabyte für Linux befreien möchten. Kubuntu installiert sich in den von Ihnen angegebenen Platz.

Über die erste Option verkleinern Sie beispielsweise eine Windows-XP-Partition um die Hälfte. Dazu schieben Sie den in Abbildung 5 gezeigten grauen Balken in die Mitte zwischen Windows und Kubuntu. Nach einer Warnmeldung, dass Sie den Schritt nicht rückgängig machen können, räumt das System den Platz frei und legt einen neuen Benutzer an (siehe Abschnitt Root-Benutzer bei Kubuntu). Nach dem Neustart finden Sie im Bootmenü zwei Einträge für Windows XP und Kubuntu 8.10. Windows überprüft nach dem Booten die – plötzlich halbierte – Festplatte, fährt nach einem weiteren Neustart aber problemlos hoch.

Der Weg über Manuell ist etwas aufwändiger, dafür behalten Sie die Kontrolle über Ihre Schritte. Zunächst suchen Sie die Partition aus, in die Sie Kubuntu 8.10 installieren wollen. Ein Klick auf diesen Abschnitt genügt, und Sie können eine Partition bearbeiten (Abbildung 6).

Abbildung 6

Abbildung 6: Partitionieren Sie Ihre Festplatte "manuell", können Sie eine Partition auswählen und Sie nach einem Mausklick bearbeiten.

Zunächst legen Sie die Neue Partitionsgröße fest (der eingetragene Wert stimmt meist). Über das Drop-down-Menü Benutzen als definieren Sie das Dateisystem, setzen ein Häkchen bei Partition formatieren und wählen als Einhängepunkt einen Schrägstrich (/). Nach einem Klick auf OK berechnet der Partitionierer die Plattenbelegung neu.

Nun brauchen Sie noch einen Auslagerungsbereich; Linux verwendet dafür eine so genannte Swap-Partition: Genügt der Arbeitsspeicher nicht, hinterlegt die Distribution in dieser Swap-Partition vorübergehend Daten. Nutzen Sie mehrere Distributionen auf einer Platte, können Sie für alle denselben Swap-Bereich definieren. Legen Sie entweder über Neue Partition eine solche Partition an oder lassen Sie Kubuntu automatisch eine bereits vorhandene Swap-Partition nutzen. Weiter geht's mit einem Klick auf Vor.

Administrator bei Kubuntu

Im nächsten Bildschirmfenster legen Sie einen Benutzer an. Unter dessen Kennung arbeiten Sie zukünftig unter Kubuntu. Mit dem ausgesuchten Passwort melden Sie sich nicht nur als gewöhnlicher Benutzer beim KDE-Desktop an, es dient Ihnen zugleich als Passwort, um administrative Aufgaben zu erledigen. Kubuntu und Debian verfolgen da ein etwas anderes Konzept als OpenSuse und Windows. Letztere kennen zwei Benutzertypen: einen "normalen" Anwender und einen Superuser (root). Melden Sie sich als Benutzer root an, können Sie neue Software installieren und das komplette System verwalten und verändern – Sie haben Superkräfte. Sind die Verwaltungsaufgaben erledigt, melden Sie sich wieder ab und arbeiten als gewöhnlicher Nutzer weiter.

Abbildung 7

Abbildung 7: Unter Kubuntu stellen Sie den Befehlen ein "sudo" oder "kdesu" voran, um Aufgaben mit Administratorrechten zu erledigen.

Unter Kubuntu erledigen Sie solche Aufgaben mit dem Benutzerpasswort. Verwaltungsaufgaben mit Root-Rechten lösen Sie etwa auf der Konsole, indem Sie ein sudo vor den Aufruf setzen. Mit

sudo pico /etc/hostname

bearbeiten und speichern Sie zum Beispiel eine Datei, die dem Benutzer root gehört. Unter KDE 4 starten Sie ein Programm, das Root-Rechte erfordert, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und ein kdesu vor den Programmaufruf setzen (Abbildung 7).

Tragen Sie also in die Benutzermaske einen Benutzernamen, zweimal das Passwort sowie einen Namen für Ihren Rechner ein. Der anschließende Klick auf Vor führt Sie zum letzten Fenster, das noch einmal Ihre getroffenen Entscheidungen auflistet. Ein Klick auf Erweitert lässt Sie den Bootloader konfigurieren oder abschalten (siehe Kasten Bootloader Grub).

Bootloader Grub

Die Einrichtung des Bootloaders ist bei der Neuinstallation von Linux mitunter ein heikler Punkt. Der Bootloader ermöglicht es Ihnen, nach dem Einschalten des Computers zwischen Windows und Linux eine Auswahl zu treffen. Diese Informationen schreibt Grub – der Bootmanager von Kubuntu – gewöhnlich automatisch in den Bootsektor am Anfang der ersten Festplatte. Geht das schief, befinden sich die Systeme zwar weiterhin auf der Festplatte, Sie müssen den Bootloader allerdings reparieren, damit er diese findet. Wie das geht und eine ausführliche Beschreibung von Grub finden Sie in älteren EasyLinux-Artikeln [1,2], sowie im Ubuntu-Wiki [3].

Lässt sich nach der Installation von Kubuntu 8.10 ein älteres Linux-System trotz vorhandenem Boot-Eintrag nicht mehr hochfahren, beheben Sie Probleme aus Kubuntu heraus über die Datei /boot/grub/menu.lst. Zum Bearbeiten der Datei öffnen Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kdesu kate den Editor mit Root-Rechten. Im Abschnitt ### END DEBIAN AUTOMAGIC KERNELS LIST stehen die Einträge, die auch im Bootmenü erscheinen. Machen Sie in der Zeile kernel aus dem Eintrag root=/dev/hda jeweils ein root=/dev/sda. Neuere Versionen von Kubuntu bezeichnen sowohl SCSI- als auch IDE-Festplatten nur noch mit sda, sdb, sdc usw., während die älteren Distributionen aber unter /dev/hda nach den Platten fahnden. Nach der kleinen Korrektur und dem Löschen der doppelten Einträge sollte alles wieder laufen.

Wählen Sie Installieren, um Kubuntu auf die Platte zu spielen. Dazu brauchen Sie Geduld: Im Test gab es längere Hänger bei Calculating files to skip copying und Dateien werden kopiert sowie Nach zu entfernenden Paketen suchen. Am Ende der Installation klicken Sie auf Jetzt neu starten, um diese abzuschließen.

Der Kubuntu-Desktop

Nach dem Neustart von Kubuntu landen Sie beim Anmeldefenster. Dort geben Sie Ihren vorher festgelegten Benutzernamen und das Passwort ein und drücken [Eingabe]. Sie gelangen auf den KDE-Desktop. Unter KDE 4 genügt meist ein einfacher Mausklick statt eines Doppelklicks, um eine Funktion zu aktivieren. Hinter dem blauen Icon mit dem K links unten versteckt sich das K-Menü, über das Sie Programme aufrufen. Rechts unten sehen Sie die Systemleiste, die zum Beispiel ein Symbol für die bestehende Internetverbindung anzeigt (den grünen Globus). Zunächst klicken Sie auf die gelbe Glühbirne, um eine deutsche Spracherweiterung zu installieren. Es öffnet sich ein Fenster in dem Sie Run this action now (Diese Aktion jetzt ausführen) auswählen. Dann geben Sie das Benutzer-Passwort ein. Im nächsten Fenster wählen Sie Deutsch aus der Liste und klicken auf Installieren. War das erfolgreich, laden Sie den Desktop über [Strg]+[Alt]+[Rückschritt] neu. Nun steht die deutsche Sprache zur Verfügung. Danach sollten Sie über einen Klick auf das Zahnrad in der Systemleiste Updates einspielen (Abbildung 8). Das geht nur, wenn Ihr Rechner bereits über einen Zugang zum Internet verfügt. Andernfalls klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Icon mit dem grünen Globus und wählen Edit Connections (Verbindung bearbeiten). Über New Connection (Neue Verbindung) legen Sie eine kabelgebundene (Wired) oder eine kabellose Verbindung (Wireless) an.

Abbildung 8

Abbildung 8: Über das Zahnrad unten rechts in der Systemleiste spielen Sie Updates ein. Das sollte zu den ersten Schritten nach der Installation gehören.

Nicht alle WLAN-Karten lassen sich unter Linux einfach einrichten. Bei Problemen fragen Sie am besten auf der Ubuntu-Mailingliste von EasyLinux [4] um Rat oder suchen im Wiki von Ubuntuusers.de [5] nach einer Anleitung zum Einrichten Ihrer Karte. Hängen Sie hingegen via Netzwerkkabel an einem Router, der IP-Adressen per DHCP vergibt, funktioniert der Zugang ins Internet vermutlich bereits. In diesem Fall spielen Sie Updates ein: Klicken Sie mit der linken Maustaste auf das Icon mit dem Zahnrad unten rechts und dann auf Änderungen anwenden, um die neue Software auf das System zu spielen. Mitunter verlangt KDE 4 nach einem Neustart, weil der Kernel aktualisiert wurde. Es schreibt aber auch gleich die passenden Bootmenü-Einträge in die Datei /boot/grub/menu.lst. Starten Sie den Rechner also gegebenenfalls neu.

Paketdienst

Sie installieren Software unter Kubuntu, indem Sie aus dem K-Menü den Punkt Programme / System / Paketverwaltung aufrufen. Der Paketmanager Adept verwaltet unter Kubuntu die Software. Neue Programme – etwa den Mediaplayer Mplayer – installieren Sie meist nicht als einzelnes Paket. Wenn Pakete von anderen Paketen abhängen, die jedoch fehlen, scheitert die Installation. Darum binden Sie meist ganze Sammlungen von Software-Paketen ein, so genannte Paketquellen oder Repositories: Die enthalten neben den eigentlichen Programmen auch alle abhängigen Pakete.

Medibuntu ist als eine solche inoffizielle Paketquelle die Heimat zahlreicher Multimediapakete für Kubuntu. Die Entwickler integrieren das Repository nicht automatisch in Adept, weil die darin befindliche Software zum Teil nicht frei oder ihr rechtlicher Status umstritten ist.

Um externe Paketquellen wie Medibuntu einzubinden, rufen Sie in Adept den Menüpunkt Sources / Edit Software Sources auf und wechseln im nächsten Fenster zum Reiter Third-Party Software (Abbildung 9). Klicken Sie auf Hinzufügen, fügen Sie die Zeile

deb http://packages.medibuntu.org/ intrepid free non-free

ein und klicken Sie auf OK. Anschließend aktualisiert Adept automatisch die Paketliste, und Sie finden darin auch Software wie Adobes Acrobat Reader (acroread). Dank Medibuntu können Sie nun Amarok mit MP3-Unterstützung, Google Earth, Skype sowie diverse Videocodecs installieren. Um den Mplayer einzuspielen, klicken Sie in Adept auf Suchen und geben mplayer ein. Rechts erscheint das gesuchte Paket. Wählen Sie es aus, klappt eine Beschreibung auf, an deren Ende Sie ein Häkchen bei Install this package (Dieses Paket installieren) setzen (Abbildung 10). Ein Klick auf Changes zeigt die abhängigen Pakete an, ein weiterer Klick auf Änderungen anwenden installiert diese.

Abbildung 9

Abbildung 9: Statt einzelner Pakete binden Sie komplette Paketquellen in Adept ein.

Abbildung 10

Abbildung 10: Installieren Sie den Mplayer, spielt Adept dank der Medibuntu-Paketquelle auch weitere Abhängigkeiten mit ein.

Fazit

Wer sich auf Kubuntu 8.10 einlässt, muss sich auch auf KDE 4 einstellen. Das kann gerade für Einsteiger eine Herausforderung sein. Ob sich diese lohnt, muss jeder Anwender selbst abschätzen. Eine gute Anlaufstelle für Probleme nach der Installation bieten die erwähnte EasyLinux-Mailingliste und die Seite Kubuntu-de.org [6]. Denn – ein weiteres Argument für Kubuntu – hinter der Distribution steht eine extrem hilfsbereite Community.

Glossar

Upgrade

Im Unterschied zum Update aktualisiert das Upgrade nicht nur einzelne Software-Pakete, sondern das komplette System mit allen wichtigen Kern-Bibliotheken und spielt damit eine neue Version der Distribution ein.

Einhängepunkt

Externe Geräte wie Festplatten und USB-Sticks hängt Linux in bestimmte Verzeichnisse ein. Der Pfad zum ausgewählten Verzeichnisse heißt Einhängepunkt. Eine CD-ROM finden Sie meist im Verzeichnis /media/cdrom, Sie können aber ebenso Ihr Home-Verzeichnis als Einhängepunkt für CDs nutzen.

Infos

[1] Bootmanager Grub: Andrea Müller, "Boot-Manager im Griff", EasyLinux 11/2004, S. 20ff., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/11/020-bootmanager/

[2] Bootdiskette mit Grub: Kalle Gerwien, "Retter in der Not", EasyLinux 11/2004, S. 74ff., http://www.easylinux.de/Artikel/ausgabe/2004/11/074-grub-diskette/

[3] Grub im Ubuntu-Wiki: http://wiki.ubuntuusers.de/GRUB

[4] Ubuntu-Mailingliste von EasyLinux: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten/listinfo/ubuntu

[5] Wiki von Ubuntuusers.de: http://wiki.ubuntuusers.de/Startseite

[6] Hilfe für Kubuntu-User: http://www.kubuntu-de.org

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