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Koolbuntu!

Kubuntu 8.10 installieren

Welche Platte darf's denn sein?

Dann folgt ein heikles Thema: das Partitionieren und Einrichten von Kubuntu auf der Festplatte (Abbildung 5). Die Option Geführt -- verwende vollständige Festplatte führt Sie theoretisch am schnellsten zum Ziel. Sie identifiziert Ihre Festplatten und überschreibt sie vollständig. Das wollen Sie aber in der Regel nicht.

Abbildung 5: In Kubuntu gibt es verschiedene Wege, um eine Festplatte auf die Linux-Installation vorzubereiten.

Über die Option SCSI1... vergrößern oder verkleinern Sie eine Partition auf der Festplatte. Diese wählt der Partitionierer aus, über den grauen Balken in der Mitte verschieben Sie die Größe der Partitionen. Der Schritt lässt sich anschließend nicht rückgängig machen. Die Option eignet sich, wenn Windows Ihre gesamte Festplatte besetzt, Sie aber gern ein paar Gigabyte für Linux befreien möchten. Kubuntu installiert sich in den von Ihnen angegebenen Platz.

Über die erste Option verkleinern Sie beispielsweise eine Windows-XP-Partition um die Hälfte. Dazu schieben Sie den in Abbildung 5 gezeigten grauen Balken in die Mitte zwischen Windows und Kubuntu. Nach einer Warnmeldung, dass Sie den Schritt nicht rückgängig machen können, räumt das System den Platz frei und legt einen neuen Benutzer an (siehe Abschnitt Root-Benutzer bei Kubuntu). Nach dem Neustart finden Sie im Bootmenü zwei Einträge für Windows XP und Kubuntu 8.10. Windows überprüft nach dem Booten die – plötzlich halbierte – Festplatte, fährt nach einem weiteren Neustart aber problemlos hoch.

Der Weg über Manuell ist etwas aufwändiger, dafür behalten Sie die Kontrolle über Ihre Schritte. Zunächst suchen Sie die Partition aus, in die Sie Kubuntu 8.10 installieren wollen. Ein Klick auf diesen Abschnitt genügt, und Sie können eine Partition bearbeiten (Abbildung 6).

Abbildung 6: Partitionieren Sie Ihre Festplatte "manuell", können Sie eine Partition auswählen und Sie nach einem Mausklick bearbeiten.

Zunächst legen Sie die Neue Partitionsgröße fest (der eingetragene Wert stimmt meist). Über das Drop-down-Menü Benutzen als definieren Sie das Dateisystem, setzen ein Häkchen bei Partition formatieren und wählen als Einhängepunkt einen Schrägstrich (/). Nach einem Klick auf OK berechnet der Partitionierer die Plattenbelegung neu.

Nun brauchen Sie noch einen Auslagerungsbereich; Linux verwendet dafür eine so genannte Swap-Partition: Genügt der Arbeitsspeicher nicht, hinterlegt die Distribution in dieser Swap-Partition vorübergehend Daten. Nutzen Sie mehrere Distributionen auf einer Platte, können Sie für alle denselben Swap-Bereich definieren. Legen Sie entweder über Neue Partition eine solche Partition an oder lassen Sie Kubuntu automatisch eine bereits vorhandene Swap-Partition nutzen. Weiter geht's mit einem Klick auf Vor.

Administrator bei Kubuntu

Im nächsten Bildschirmfenster legen Sie einen Benutzer an. Unter dessen Kennung arbeiten Sie zukünftig unter Kubuntu. Mit dem ausgesuchten Passwort melden Sie sich nicht nur als gewöhnlicher Benutzer beim KDE-Desktop an, es dient Ihnen zugleich als Passwort, um administrative Aufgaben zu erledigen. Kubuntu und Debian verfolgen da ein etwas anderes Konzept als OpenSuse und Windows. Letztere kennen zwei Benutzertypen: einen "normalen" Anwender und einen Superuser (root). Melden Sie sich als Benutzer root an, können Sie neue Software installieren und das komplette System verwalten und verändern – Sie haben Superkräfte. Sind die Verwaltungsaufgaben erledigt, melden Sie sich wieder ab und arbeiten als gewöhnlicher Nutzer weiter.

Abbildung 7: Unter Kubuntu stellen Sie den Befehlen ein "sudo" oder "kdesu" voran, um Aufgaben mit Administratorrechten zu erledigen.

Unter Kubuntu erledigen Sie solche Aufgaben mit dem Benutzerpasswort. Verwaltungsaufgaben mit Root-Rechten lösen Sie etwa auf der Konsole, indem Sie ein sudo vor den Aufruf setzen. Mit

sudo pico /etc/hostname

bearbeiten und speichern Sie zum Beispiel eine Datei, die dem Benutzer root gehört. Unter KDE 4 starten Sie ein Programm, das Root-Rechte erfordert, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und ein kdesu vor den Programmaufruf setzen (Abbildung 7).

Tragen Sie also in die Benutzermaske einen Benutzernamen, zweimal das Passwort sowie einen Namen für Ihren Rechner ein. Der anschließende Klick auf Vor führt Sie zum letzten Fenster, das noch einmal Ihre getroffenen Entscheidungen auflistet. Ein Klick auf Erweitert lässt Sie den Bootloader konfigurieren oder abschalten (siehe Kasten Bootloader Grub).

Bootloader Grub

Die Einrichtung des Bootloaders ist bei der Neuinstallation von Linux mitunter ein heikler Punkt. Der Bootloader ermöglicht es Ihnen, nach dem Einschalten des Computers zwischen Windows und Linux eine Auswahl zu treffen. Diese Informationen schreibt Grub – der Bootmanager von Kubuntu – gewöhnlich automatisch in den Bootsektor am Anfang der ersten Festplatte. Geht das schief, befinden sich die Systeme zwar weiterhin auf der Festplatte, Sie müssen den Bootloader allerdings reparieren, damit er diese findet. Wie das geht und eine ausführliche Beschreibung von Grub finden Sie in älteren EasyLinux-Artikeln [1,2], sowie im Ubuntu-Wiki [3].

Lässt sich nach der Installation von Kubuntu 8.10 ein älteres Linux-System trotz vorhandenem Boot-Eintrag nicht mehr hochfahren, beheben Sie Probleme aus Kubuntu heraus über die Datei /boot/grub/menu.lst. Zum Bearbeiten der Datei öffnen Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von kdesu kate den Editor mit Root-Rechten. Im Abschnitt ### END DEBIAN AUTOMAGIC KERNELS LIST stehen die Einträge, die auch im Bootmenü erscheinen. Machen Sie in der Zeile kernel aus dem Eintrag root=/dev/hda jeweils ein root=/dev/sda. Neuere Versionen von Kubuntu bezeichnen sowohl SCSI- als auch IDE-Festplatten nur noch mit sda, sdb, sdc usw., während die älteren Distributionen aber unter /dev/hda nach den Platten fahnden. Nach der kleinen Korrektur und dem Löschen der doppelten Einträge sollte alles wieder laufen.

Wählen Sie Installieren, um Kubuntu auf die Platte zu spielen. Dazu brauchen Sie Geduld: Im Test gab es längere Hänger bei Calculating files to skip copying und Dateien werden kopiert sowie Nach zu entfernenden Paketen suchen. Am Ende der Installation klicken Sie auf Jetzt neu starten, um diese abzuschließen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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