Tipp: Knoppix: Online mit HSDPA-USB-Stick

Ein schneller Internetzugang über DSL oder Kabel ist für viele Benutzer mittlerweile ganz selbstverständlich. Stehen diese Techniken (noch) nicht zur Verfügung, greifen viele auf ISDN zurück. Alternativen sind UMTS und seine Nachfolger HSDPA und HSUPA – damit sind Sie mobil und schnell im Internet unterwegs. Ein Artikel in unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser [2] erklärt die Grundlagen zu diesen Techniken und gibt Empfehlungen zum Kauf von UMTS-Hardware. Dieser Tipp zeigt, wie Sie einen HSDPA-USB-Stick unter Knoppix verwenden. Als Testgerät diente der Huawei-E160-HSDPA-USB-Stick, auch unter dem Namen O2 Surf Stick vertrieben [3].

Nach dem Einstecken des USB-Sticks starten Sie das Programm konsole zum Beispiel über einen Klick auf das Terminal-Symbol in der Kontrollleiste. Am Prompt geben Sie danach das Kommando dmesg ein, um zu prüfen, ob Knoppix das Gerät erkannt hat:

usbcore: registered new interface driver usbserial
…
drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered  or
GSM modem (1-port)
…
usb 1-3: GSM modem (1-port) converter now attached to ttyUSB0
…

Die Ausgabe verrät, dass der Stick über die Gerätedatei /dev/ttyUSB0 ansprechbar ist; diese Information benötigen Sie für die Einrichtung der Internetverbindung mit KDEs Dienstprogramm KPPP:

  1. Starten Sie die Anwendung über das K-Menü / Internet / KPPP und klicken Sie im folgenden Dialog auf Einrichten.
  2. Legen Sie auf dem Reiter Zugänge über Neu eine neue Verbindung an; wählen Sie die Manuelle Einrichtung aus. Im nächsten Dialog geben Sie der Verbindung zunächst einen frei wählbaren Namen; dann klicken Sie auf Hinzufügen, um die Telefonnummer einzutragen. (Bei den meisten Anbietern ist das die *99***1#.) Unter Authentifizierung wählen Sie PAP.

  3. Auf dem Reiter IP klicken Sie die Checkbox Dynamische IP-Adresse an, unter Gateway belassen Sie alles bei der Voreinstellung (Standard-Gateway), und auf dem Reiter DNS wählen Sie Automatisch und klicken in die Checkbox Während Verbindung existierende DNS-Server deaktivieren. Über OK schließen Sie die Einrichtung des Zugangs ab.
  4. Wechseln Sie danach zum Reiter Modems, um den USB-Stick mit KPPP bekanntzumachen. Klicken Sie auf Neu; dann geben Sie Ihrem Modem einen Namen und wählen aus dem Drop-down-Menü Modemgerät die vom dmesg-Kommando gemeldete Gerätedatei (im Beispiel: ttyUSB0). Bei Flusskontrolle und Zeilenende übernehmen Sie die Voreinstellungen, und unter Geschwindigkeit stellen Sie 460800 ein. Alle restlichen Vorgaben können Sie übernehmen und die Modemeinrichtung über OK beenden.

Danach ist KPPP bereit, eine Internetverbindung herzustellen. Ist Ihr USB-Stick mit einer PIN-Nummer gesichert, gilt es vor dem Verbindungsaufbau, diesen zu entsperren. Das erledigen Sie komfortabel im Terminal mit dem Programm gcom:

$ gcom -d /dev/ttyUSB0
Enter PIN number: 1111
Waiting for Registration..(120 sec max)…..
Registered on Home network: "o2 - de",2
Signal Quality: 7,99

Geben Sie danach beliebige Werte in die Felder für den Benutzernamen und das Passwort im KPPP-Verbindungsdialog ein, zum Beispiel zweimal o2, und klicken Sie auf Verbinden. Wenn Sie die Checkbox Protokollfenster anzeigen angeklickt haben, sehen Sie, was im Hintergrund passiert. KPPP minimiert nach erfolgreichem Verbindungsaufbau das Programmfenster. Wenn Sie dieses wieder nach vorne holen und auf die Schaltfläche Details klicken, sehen Sie den Statistik-Dialog, der weitere Informationen zur Verbindung zeigt (Abbildung 5).

Abbildung 5: Auch unter Knoppix sind Sie dank KPPP schnell und unkompliziert online.

Glossar

logrotate

Damit die Logfiles des System nicht ins Unendliche wachsen und zum Speicherfresser werden, räumt das Programm logrotate (aus dem gleichnamigen Paket) auf: Das Tool komprimiert automatisch die Protokolldateien, löscht diese nach einer bestimmten Zeit und erlaubt es auch, diese per Mail zu versenden. Wann logrotate normalerweise den Dienst aufnimmt (täglich, wöchentlich, monatlich und so weiter), ist über die Dateien in /etc/logrotate.d/ geregelt [1].

UMTS

Das Universal Mobile Telecommunications System" ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G), der Übertragungsraten von 384 kBit/s bis 7,2 MBit/s bietet.

HSDPA

High Speed Downlink Packet Access, oft auch 3.5G, 3G+ oder UMTS-Broadband genannt, ist ein UMTS-Übertragungsverfahren, das DSL-ähnliche Übertragungsgeschwindigkeiten im Mobilfunknetz ermöglicht. Abhängig von der Qualität der Funkverbindung sind 3,6 MBit/s bis 13,98 MBit/s möglich. In Deutschland stellen mehrere Netzbetreiber, darunter Vodafone, T-Mobile und O2 UMTS mit HSDPA zur Verfügung.

HSUPA

High Speed Uplink Packet Access ist ein weiteres UMTS-Übertragungsverfahren, das höhere Uplink-Raten (bis zu 5,8 MBit/s) ermöglicht. Der Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland läuft. Eine Übersicht über Provider und Tarife sowie Neuigkeiten zu HSUPA, HSDPA und UMTS bietet die deutsche HSUPA-Webseite http://www.hsupa.de.

Infos

[1] Artikel über Logdateien unter Linux: Thomas Leichtenstern, "Such und find", EasyLinux 06/2006, S. 60 ff., http://www.easylinux.de/2006/06/060-logs/

[2] Einführung in UMTS und HSDPA: Erik Bärwaldt, "No Limits", LinuxUser 10/2007, S. 72 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/10/072-umts/

[3] O2 Surf Stick: http://www.o2online.de/nw/active/laptop/modem/surfstick

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